Zombieland is everywhere
Ausprobiert, Titelblatt

Zombieland is everywhere

Columbus ist das erste Mal mit einer Frau allein in seiner Wohnung. Er bietet ihr Nüsse aus dem Frischebeutel und einen Platz auf seinem Sofa an. Die schöne Blondine versucht ihn anzuknabbern, weshalb er sie leider mit einem Toilettendeckel erschlagen muss.

Wir befinden uns im „Zombieland“ und werden Zeuge der pubertären Erweckung des Erzählers Columbus. Gespielt wird er von Jesse Eisenberg, der schon im Facebook-Film „The Social Network“, in der Rolle des schrägen Computerspezialisten brillierte. Diesen Stereotyp perfektioniert Eisenberg hier, indem er sich von Energy Drinks und Pizza ernährt, mit Vorliebe das Online-Rollenspiel World of Warcraft zockt und unter einer Reihe Phobien leidet. Nicht die besten Voraussetzungen, um eine Zombieapokalypse zu überleben. Denn auch die Zombies haben sich weiterentwickelt. Sie nehmen deutlich an Geschwindigkeit zu und denken sich einige fiese Tricks aus, um rechtzeitig zuzubeißen.

Doch trotz spritzendem Blut und wild losschnappender Untoter ist „Zombieland“ von 2009 kein Film, der ins Horror Genre passen will. Vielmehr geht es um das Erwachsenwerden, das Heraustreten aus der eigenen Komfortzone und den Mut zur Entdeckung neuer Kräfte. Für Columbus eine echte Herausforderung, da er sich mitten im Gefühlschaos befindet. Er beschließt sich an eine Reihe von Regeln zu halten, zum Beispiel „Cardio“ oder „ Beware of Bathrooms“. Trotzdem ist er auf die Hilfe er letzten Menschen angewiesen. Da wären die schöne, taffe Brünette (Emma Stone) und deren kleine, schlaue Schwester (Abigail Breslin) sowie der raue Schießhund (Woody Harrelson). Nebenbei gibt es noch einige schicke Automobile, etwas alten Hollywood Glamour und einen herrlichen Gastauftritt von Billy Murray. Immer wieder dürfen wir uns fragen, wer hier eigentlich der Zombie ist.

Mit viel Humor, starker Bildästhetik und reichlich schrägen Charakteren, erzählt Regisseur Ruben Fleischer die Story der vermutlich letzten Überlebenden. Dass der Plot ohne Zombies ganz schön kitschig wäre und die Figuren bis zur Schmerzgrenze Stereotypisiert sind, stört nicht weiter. Wer Lust hat zu sehen, ob diese Chaotentruppe da heil wieder herauskommt oder nur ein Genießer hirntoter Filmabende ist, der sollte sich diesen Streifen auf jeden Fall reinziehen. Zombieland 2 ist bereits in Planung.

 Autorin: Ann-Christin Busch

10. Juli 2013

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