Wer ist eigentlich dieser Doctor? – Vom Time Lord, der TARDIS und Companions
Ausprobiert, Titelblatt

Wer ist eigentlich dieser Doctor? – Vom Time Lord, der TARDIS und Companions

Wie ist es der deutschen Fernsehlandschaft gelungen, eine Serie wie Doctor Who weitgehend zu ignorieren, die bereits fünfzig Jahre besteht? Das wissen wir auch nicht, deshalb stellen wir sie Euch vor.

 Der Doctor (Matt Smith) und Companion Clara (Jenna Coleman) in der TARDIS. Bildrechte: ADRIAN ROGERS, © BBC/BBC Worldwide

Spielen wir freies Assoziieren mit den letzten drei Begriffen der Überschrift. Nein? Keine Idee?

Würde dieser Artikel in Großbritannien erscheinen, wäre vermutlich bei allen Lesern der berühmte Groschen längst gefallen. Nicht nur, da die Worte auf Englisch daherkommen. Dort sind sie verbunden mit einem Phänomen nationaler Popkultur: Doctor Who.

Laut Guiness Buch der Rekorde ist es die am Längsten laufende Science Fiction Serie aller Zeiten. Eigene Weihnachtsepisoden, zwei Ablegerserien und etliche Merachandisingartikel. Trotzdem weiß in Deutschland kaum jemand etwas damit anzufangen. In diesem Jahr feiert sie 50-jähriges Jubiläum – ein Grund, diesen „Doctor“ einmal genauer kennen zu lernen

Am 23.11.1963 flimmerte „Doctor Who“, damals noch in schwarz-weiß, erstmals auf BBC über den Bildschirm. Ursprünglich als Kinderreihe angedacht, lieben seither Menschen von sechs bis 66 den humorigen Charme der Serie. Vor allem aber lieben sie den kauzigen Doctor. Wer an einen Arzt im Weltraum denkt, liegt Lichtjahre vom Inhalt des Formats entfernt. Der Doctor ist kein Mediziner. Er hat es nicht nur mit allerlei kuriosen Außerirdischen zu tun, sondern ist höchstselbst ein solches Exemplar. Er ist einer der letzten Time Lords, ein Humanoid, ein Zeitreisender.

Die TARDIS / (CC) Foto: givingnot@rocketmail.com/Flickr

Mithilfe seines Raumschiffes, der TARDIS (Time And Relative Dimension In Space), bewegt er sich zwischen den Welten – an der Seite Madam Pompadours, im ersten Weltkrieg oder in einem zukünftigen Paralleluniversum. Stets ist er dort zur Stelle, wo es brenzlig wird. Mit kindlichem Forscherdrang erklärt uns der Doctor nebenbei historische Zusammenhänge, ohne dabei lehrerhaft zu wirken. Natürlich funktioniert das nur bestens ausgerüstet: In seinem Besitz befindet sich ein Schallschraubenzieher. Diese Erfindung ist genialer, als ihre deutsche Übersetzung vermuten lässt. Sie kann so ziemlich alles scannen, öffnen und bekämpfen, was der Weltraum zu bieten hat.

Trotz der exponentialen Zunahme technischer Raffinessen musste der Doctor bereits zehn Mal das Zeitliche segnen. 

Dank einiger anatomischer Besonderheiten seiner Art (zum Beispiel zwei Herzen), ist es ihm möglich, eine Anzahl von Regenerationen durchzuführen. Jeder Staffeltod bedeutet, dass ein weiterer Darsteller die ehrenwerte Rolle des Doctors übernimmt. Momentan verleiht der bisher eher unbekannte Schauspieler Matt Smith der elften Inkarnation ihr Auftreten.

Auch die Royals sind große Fans der Serie und besuchen die "Doctor Who Experience" in Cardiff. © Simon Ridgway 2013

Gelegentlich kann es etwas einsam im Weltraum werden. Der Doctor lässt sich deshalb gern von reiselustigen (meist jungen, weiblichen) Erdenbewohnern begleitet. Diese „Companions“ sind ein fester Bestandteil der Serie, ebenso wie ihre typischen Running Gags. Der Satz „Its bigger on the inside!“ entflieht so manchen Mitreisenden, sobald sie den Innenraum der TARDIS betreten. Dazu muss ergänzt werden, dass diese von außen einer britischen Polizei-Zelle aus den 1950ern entspricht.

Nicht nur die stets wechselnden Protagonisten und Settings machen die Serie zu etwas Besonderem. 

THE ELEVEN DOCTORS - alle Doctor Whos auf einen Blick / © BBC 2013; BBC America

Dass sich der Doctor bereits in der 32. Staffel befindet, mag auch am hochkarätigen Autorenpool liegen. Mit dabei waren bereits Science-Fiction-Größen wie Douglas Adams („Per Anhalter durch die Galaxis“) und Drehbuchschreiber Steven Moffat („Sherlock“), der die aktuelle Staffel produziert. In Deutschland hatte die Serie bisher nur Gastspiele im öffentlichen Fernsehen, ist aber im Bezahlfernsehen und auf DVD verfügbar. Lediglich einem Ableger, „Torchwood“, gelang es, sich langfristiger durchzusetzen. Trotzdem nimmt die Zahl der „Whovians“, wie sich Fans der Serie nennen, stets zu. Bliebe nur noch eine Frage offen: „Doctor Who?“ Der wahre Name des Doctors ist seit fünfzig Jahren eines seiner wohl am Besten gehüteten Geheimnisse. Fans erwarten mit Spannung die Jubiläumsepisode. Am 23.11.2013 wird sie in Kinosälen weltweit und zeitgleich gezeigt.

Autorin: Ann-Christin Busch

21. November 2013

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