Wenn das Bachelor-Studium zum Vollzeitjob wird
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Wenn das Bachelor-Studium zum Vollzeitjob wird

Wer kennt es nicht?! Klausuren, Referate, Hausarbeiten, mündliche Prüfungen und … ach ja da sind ja auch noch andere Verpflichtungen wie: Haushalt, Arbeit, Sport und Freunde. Nadine* erzählt, wie das Bachelor-Studium zum stressigen Wochenalltag wird.

Kurzes Nickerchen – für mehr ist im System Bachelor keine Zeit (c) Dachkammer / PIXELIO

Die 22-Jährige studiert Kulturwissenschaften im vierten Semester. Eigentlich ja nicht so anstrengend: Immer erst gegen 12:15 Uhr Uni, fast keine Pflicht-Vorlesungen und im Gegensatz zu den BWLern keine sechs Klausuren an fünf Tagen.

Dass ihr Tag aber trotzdem vollgepackt ist, erklärt sie exemplarisch an einem ganz normalen Dienstag:

  • 7:30 Uhr:  Aufstehen – warum ist der Himmel schon wieder grau?
  • 8:00 Uhr:  Müsli und Mails checken (und vielleicht kurz zu Facebook)
  • 9:00 Uhr:  Den endlos langen Text für das Seminar überfliegen
  • 10:00 Uhr: Abwaschen, saugen und … bin ich schon wieder mit dem Bad dran?
  • 10:30 Uhr: Kurz auf die heutige Sprechstunde vorbereiten
  • 11:00 Uhr: Sprechstunde (die 10 Minuten waren mal wieder nicht sehr ergiebig)
  • 11:30 Uhr: Mensa-Date, socializing
  • 12:15 Uhr: Seminar, ein paar Referate anhören
  • 14:00 Uhr: Gruppentreffen (warum sind die anderen schon wieder nicht vorbereitet?!)
  • 16:15 Uhr: Vorlesung: da passe ich besser auf!
  • 18:00 Uhr: Abendessen – Mist, ich habe ja gar nichts!
  • 18:30 Uhr: Mein Lieblings-Einkauf hieß schon immer PENNY
  • 19:00 Uhr: Nun aber Abendessen und Gruppentreffen reflektieren
  • 20:00 Uhr: BBP, oder auch „Bauch-Beine-Po“
  • 21:30 Uhr: Erneut Mails checken
  • 22:00 Uhr: FEIERABEND – ein Gläschen Weißwein in der WG ist drin
  • 23:30 Uhr: Müde! Kaputt! Morgen arbeiten!
  • 24:00 Uhr: Ein kurzer, abschließender Blick auf Facebook und: Gute Nacht, Lüneburg!

Nadine ist sich im Klaren darüber, dass es die bestimmten Wochen im Jahr sind, an denen sie sich wünscht, mehr Stunden am Tag zu haben. Gleichzeitig freut sie sich auf die „andere“ (vorlesungsfreie) Zeit nach den Prüfungsleistungen, in der sie Urlaub hat – und zwar um einiges länger als der Durchschnitts-Deutsche. Na, wenn das kein Lichtblick ist!

Autorin: Felicia Heymann 

* Name von der Redaktion geändert

29. Juni 2012

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