Weniger Geld für die Uni? Offener Brief und Gesetzesentwurf von Studis an den Minister übergeben
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Weniger Geld für die Uni? Offener Brief und Gesetzesentwurf von Studis an den Minister übergeben

In einem offenen Brief fordern verschiedene Verbände die Landesregierung Niedersachsen auf, von den Sparplänen abzurücken. Es sollen rund 17 Millionen Euro in dem Haushalt für das für die Hochschulen zuständige Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) eingespart werden. Außerdem wurde dem Wissenschaftsminister ein Entwurf zum niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) übergeben.

Bei einem Vernetzungstreffen der studentischen Senator*innen der niedersächsischen Hochschulen in Lüneburg formulierten die Teilnehmer einen offenen Brief an die Landesregierung. Der Brief stellt nicht nur die aktuelle Sichtweise der Studierenden dar, sondern bezieht auch Stellung zu den möglichen Einsparungen des Landes in der Bildung und thematisiert, welche Auswirkungen diese für den Bildungsstandard in Niedersachsen haben könnten. Mittlerweile unterstützen viele weitere Hochschulen, der Hochschullehrerbund (HLB), der freie zusammenschluss der student*innenschaften (fzs) und die LandesAstenKonferenz Niedersachsen (LAK) diesen Brief.

Zu finden ist er hier.

19 Forderungen in der NHG-Novelle

Das Land Niedersachsen plant außerdem eine Reform des niedersächsischen Hochschulgesetzes (NHG) – hierzu hat der Zusammenschluss fast aller ASten in Niedersachsen (LandesAstenKonferenz) dem Wissenschaftsminister einen Entwurf mit 19 Forderungen vorgelegt. Das NHG gibt als Gesetz den Rahmen an den niedersächsischen Hochschulen vor. Im Gespräch mit Herrn Minister Thümler haben die Student*innen der LAK dann weitere Forderungen hervorgebracht: So soll etwa im Gleichstellungsauftrag auch das dritte Geschlecht genannt werden, nicht nur Frauen und Männer. Sie fordern außerdem die Einführung einer unabhängigen Beschwerdestelle, plädieren auf die Notwendigkeit einer öffentlichen Ausschreibung einer Stelle im Präsidium und sprechen sich für eine Umbenennung der Studentenwerke in Student*innenwerke aus.

Im folgenden PDF sind alle 19 Forderungen aufgelistet. In der Pressemeldung werden 19 Forderungen genannt, auf der Startseite finden sich jedoch nur 17 Forderungen.


Was sind die Senatoren an einer Hochschule? Senator*innen sind Mitglieder im akademischen Senat der Hochschulen, dem höchsten beschlussfassenden Organ einer Hochschule. Die Senator*innen sind einer der vier Statusgruppen der Hochschule (Professoren, Wissenschaftliche Mitarbeiter, Mitarbeiter in Technik und Verwaltung und Studierende) zugeordnet. An der Leuphana wurden die Senator*innen zuletzt im Dezember 2019 gewählt. Die Interessen der Studierenden werden von drei Senator*innen vertreten.


Mit Material der LAK Niedersachsen.

Update 14.01.2020 – 23:50 Uhr: Wir haben die Links zu den Forderungen aktualisiert.

Foto: (c) LAK Niedersachsen. Lone Grotheer, Stephan Buchberger, Koordinator*innen der LAK und Katrin Ramírez Balcarce, Birte Spekker und Dayoush Danaii, Mitglieder der Arbeitsgruppe zur NHG-Novelle der LAK.

14. Januar 2020

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Christopher Bohlens Schreibt immer irgendwas über Hochschule, Politik oder Veranstaltungen, wo es so richtig kracht. Liebt investigativen Journalismus und beschäftigt sich viel mit Daten.


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