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Unterwegs in der Salzstadt

9 Uhr – Katerfrühstück

Das berühmt berüchtigte Katerfrühstück findet man in Lüne- burg im Mäxx in der Schröderstraße, allerdings heißt es dort Knastfrühstück. Für 70 Cent gibt es eine Scheibe trockenes Brot, ein Glas Lüneburger Leitungswasser und eine Zigarette. Opulenter speist man in Anna’s Café am Stint. Inmitten alter Möbel, die an Omas Wohnzimmer erinnern, genießt man sein Frühstück mit selbst eingekochter Marmelade und selbstge- machtem Frischkäse. Und damit man mit einem Lächeln in den Tag startet, bekommt man hier schon mal sein Frühstücksei mit einem handgemalten Smiley versehen.

10 Uhr – Wo wohne ich hier eigentlich?

Lüneburg verdankt seinen Reichtum der Legende nach einer toten Sau, die die Stadt mit den Salzvorkommen zu einer der reichsten Handelsstädte des Mittelalters machte. Wie dieserZusammenhang genau aussieht, erfährt man im Deutschen Salzmuseum an der Saline. Außerdem kann man sich hier nach Anmeldung selbst an die Pfannen stellen und Salz sieden.

11.30 Uhr – Salzkur

Als frischgebackener Salz-Experte kann man jetzt im Kurpark dessen heilende Wirkung kennenlernen. Dort steht ein Gra- dierwerk, an dessen Ästen Sole herabtropft, wodurch ein feiner Salznebel versprüht wird – eine Kur für die Lungen. Direkt neben dem Gradierwerk findet man übrigens auch die Konzertmuschel, in der im Sommer Konzerte oder Freilichtkinoabende stattfinden.

12.30 Uhr – Stärkung für den Tag

Das Mälzer in der Heiligengeiststraße bietet ein besonderes Highlight: das selbst gebraute Mälzerbier. Wer sich anmeldet, darf sogar dem Braumeister bei der Arbeit zuschauen und wird in die Kunst des Brauens eingeweiht. Im Sommer lohnt sich die Terrasse des Mälzer auf dem Sande. Hier sitzt man direkt vor dem Gebäude der Industrie- und Handelskammer, das mit seiner eindrucksvollen schwarzen Fassade eines der schönsten Häuser in „der Stadt der vielen Dachgiebel“ ist.

14 Uhr – Panoramablick

Den Blick über Lüneburg und bis zu 40 Kilometer ins Umland schweifen lassen, kann man von der Aussichtsplattform des alten Wasserturms aus. Einen ähnlichen Blick bekommt man aber auch kostenlos vom Kalkberg aus, nur muss man hier auf den Fahrstuhl verzichten und den Weg nach oben selbst erklimmen. Dafür wird man mit einem tollen Blick über Lüneburg belohnt und kann außerdem am Südhang des Berges auf Bänken die Sonne genießen: eine Ruheoase mitten in der Stadt.

18 Uhr –  Salz und Pfeffer

Die Bäckerstraße lädt mit vielen Geschäften zum Stöbern und Shoppen ein. Ein ideales Mitbringsel aus der Salzstadt ist aber schlicht und einfach Salz und davon gibt es eine große Auswahl im Lüneburger Gewürzkontor neben dem alten Wasserkran am Stint. Hier findet der Gewürzfan was er sucht, und kann die Gerüche der verschiedenen Pfeffersorten und Gewürzmischungen einfach mal auf sich wirken lassen.

17 Uhr – Ein Stück Geschichte

Anschließend lockt wenige Meter entfernt die älteste Kneipe Lüneburgs, das PONS. Hier kann man sein ökologisches Bier mit Blick auf den Stint und die Ilmenau trinken oder vegetarisches und veganes Essen in uriger Atmosphäre am Kamin des alten Fachwerkhauses ordern.

Abendplanung: Kultur pur .

19 Uhr – Wandel auf Nachtwächters Spuren

Stadtführung einmal anders: In Lüneburg kann man dem mittelalterlich gekleideten Nachtwächter mit seiner Hellebarde auf dem abendlichen Stadtrundgang folgen, die schönen Giebelhäuser der Hansestadt ansehen und etwas über die Alltagsbewältigung in früheren Zeiten lernen. Eine weitere von vielen Stadtführungsalternativen ist die Rote-Rosen-Führung, die die Schauplätze der erfolgreichen Lüneburger Telenovela zeigt.

20 Uhr – Für Literaturfans

Am Marktplatz steht das Heinrich-Heine-Haus, in dem der Dichter vor knapp 200 Jahren seine Eltern besuchte. Hier hat das Lüneburger Literaturbüro seinen Sitz, das regelmäßig Lesungen mit deutschen und internationalen Schriftstellern veranstaltet. Vor oder nach dem literarischen Event lohnt sich ein Blick auf den historischen Giebel des Hauses.

21.30 Uhr – Prädikat wertvoll

Ab in die Spätvorstellung im Scala Programmkino in der Apothekenstraße. Neben aktuellen, anspruchsvollen Filmen laufen hier auch Independent-Filme. Außerdem werden immer wieder Themenabende veranstaltet, Filmreihen gezeigt und Filme im Originalton vorgeführt.

Oder Partysafari?

19 Uhr – Cocktail Olé

Wo den Partyabend starten? Die Auswahl fällt denkbar schwer in der Stadt mit der angeblich höchsten Kneipendichte Deutsch- lands, in der es rund 300 gastronomische Betriebe gibt. Das Pacos in der Unteren Schrangenstraße bietet in spanischem Ambiente Cocktails und Tapas zu sehr günstigen Preisen an und ist vor allem mittwochs beliebte Anlaufstelle, wenn es die Halbliter-Jumbococktails für 4,90 Euro gibt. Hier empfiehlt sich eine Tischreservierung vorab.

21 Uhr – Studentenkneipe

Die Hausbar in der Nähe vom Stint ist vor allem bei Studierenden beliebt. Hier trifft man sich zum Kickern, Fussball schauen oder sonntags zum gemeinsamen Tatort gucken. Man kann es sich aber auch einfach nur in den Sesseln bequem machen, sein Bier trinken und Leute treffen.

23 Uhr – Nüsse und Pizza

Bier macht hungrig, also auf ins September! Die Kneipe bietet ihren Gästen gratis Erdnüsse, deren Überreste sich im Laufe des Abends auf dem Boden sammeln. Um 24 Uhr gibt es hier außerdem die günstige Mitternachtspizza.

1 Uhr – Wir brauchen Platz zum Dancen!

Direkt in der Innenstadt liegt der Salon Hansen, der vom selben jungen Team wie die Hausbar betrieben wird. Hier gibt es Parties mit wechselnden DJs, von Elektroparties bis zur Contra-Party mit Rockmusik, aber auch Livemusik, zum Beispiel beim lunatic-Bandcontest, bei dem das Publikum den Opener für das nächste lunatic-Festival auf dem Campus bestimmen darf. Wer eine größere Tanzfläche rocken will, kann ins Vamos auf dem Campus gehen. Musikalisch ist der DJ hier oft auf die aktuellen Charts eingeschossen, aber es gibt auch regelmäßig Parties mit anderen Mottos, beispielsweise die 90er-Jahre- Party einmal im Monat.

3 Uhr – Kellerparty

Beliebte Anlaufstelle für spätere Stunden ist das Pesel am Stint. Ein Wochenende ohne einen Besuch des legendären Kellergewölbes aus dem 15. Jahrhundert ist für viele Lüneburger undenkbar. Aber vor allem mittwochs zur Bacardi-Nacht (es gibt Bacardi-Mischungen für einen Euro) füllt sich das Pesel mit Feierwütigen, die auf der kleinen Tanzfläche zu Rock- und Alternative-Musik loslegen.

6 Uhr – Jetzt aber ab ins Bett!

Ein anstrengender Tag, da sollte man es am nächsten ruhiger angehen lassen: in der Bade- und Saunalandschaft der Salz- therme Salü, beim Spaziergang an der Ilmenau, beim Ausflug in die Lüneburger Heide oder beim Kanufahren bei Schröder’s Garten … – aber jetzt erstmal gute Nacht!

Jelka Göbel

15. Oktober 2011

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