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Univativ trifft … Gerry Hungbauer (Rote Rosen)

Den meisten dürfte der 49-jährige Schauspieler aus TVFormaten wie Tatort oder Verbotene Liebe bekannt sein. Seit 2006 spielt er eine der Hauptrollen in der Lüneburger Telenovela Rote Rosen: Thomas Jansen. Univativ traf den Münchner zum Interview.

Univativ: Wie sind Sie zu Rote Rosen gekommen?
GH: Ich habe damals noch Theater gespielt, in Nordbayern. Irgendwann rief mich mein Agent an und fragte, ob ich Lust hätte, in Lüneburg eine Rolle anzunehmen. Meine Antwort war zunächst „Nein, in Lüneburg eigentlich nicht“, weil ich erst vor zwei Jahren nach München gezogen war und keine Lust hatte, jetzt schon wieder umzuziehen. Daraufhin meinte er allerdings, dass das ja erstmal nur ein halbes Jahr ginge. Da dachte ich, das halt ich schon aus, und habe zugesagt.

Univativ: Haben Sie Einfluss auf das Drehbuch?
GH: Direktes Mitspracherecht haben wir nicht, aber wir können schon Ideen und Wünsche äußern. Ich spiele ja einen Steuerberater und habe mir einfach mal eine Kanzlei gewünscht. Das hat sich dann auch irgendwie ergeben, sodass man eine kleine Geschichte daraus basteln konnte, und schon hatte ich eine Kanzlei. Auch Stadtrat in Lüneburg zu werden war mein Einfall. Sowas geht also schon.

Univativ: Was passiert denn eigentlich, wenn ein Darsteller mal längere Zeit krank ist?
GH: Schwierig. Wenn es äußerliche Verletzungen sind, kann man das manchmal einbauen. Sonst kann man die Szenen auf die nächste Woche verschieben. Wenn es aber mehr ist als eine Grippe, rotieren die Autoren schon ein wenig, da die Bücher dann umgeschrieben werden müssen.

Univativ: Gibt es zwischen Ihnen und Ihrer Rolle Gemeinsamkeiten?
GH: Ich glaube, dass es bei diesem Format eher so ist, dass man zwar eine Rolle vorgegeben hat, aber trotzdem sehr viel von sich einbringt. Die Autoren kennen einen ja auch privat und schreiben die Rolle dann auch mehr und mehr auf die eigene Person zu. Zum Beispiel ist Thomas Jansen kein langweiliger, vor sich hin sinnierender Typ, sondern eher hektisch und platzt auch mal ohne nachzudenken in Situationen rein. Das ist natürlich überzeichnet, kommt meiner Persönlichkeit aber doch recht nahe.

Univativ: Wer sind denn Ihre Fans? Die Zielgruppe ist ja eher 40+.
GH: Ja, das stimmt, es sind eher Frauen um die 40. Leider sind nicht so viele Studentinnen dabei (lacht).

Univativ: Wohnen Sie in Lüneburg? Was gefällt Ihnen an der Stadt?
GH: Ja, wir haben alle unsere Produktionswohnungen hier in der Stadt. An Lüneburg gefällt mir eigentlich vieles, zurzeit gibt es eine nette Tapas-Bar in der Lüner Straße – ich will jetzt aber keine Namen nennen, um die Ecke ist übrigens auch eine Studenten-Bar (lacht). Da treffen wir uns schon mal gerne nach der Arbeit. Auch der Stint ist so einladend und gemütlich, wirklich schön.

Univativ: Haben Sie schon mal eine Rote Rosen Stadtführung gemacht? Wie war´s?
GH: Ja, habe ich. Das war sehr schön. Ich habe sogar eine historische Führung gemacht, mit Herrn Miezner, dem Urgestein der Lüneburger Stadtführer. Ich finde, das ist Pflicht.

Univativ: Ich habe gehört, dass Sie gerne Golf spielen. Verraten Sie mir Ihr Handicap?
GH: (etwas kleinlaut) 32,5. Zu mehr komme ich leider nicht, da ich momentan ziemlich wenig Zeit habe.

Univativ: Wie planen Sie Ihre Zukunft?
GH: Tja, das ist bei uns Schauspielern immer schwierig zu planen. Ich nehm das, wie´s kommt.

Das Interview führte Laura König.

2. November 2010

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