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Univativ testet …

… Feuerzangenbowle. „Die Feuerzangenbowle“ – der Film ist ein beliebter Winterklassiker. Angeregt durch den Genuss der Feuerzangenbowle beschließt der junge Schriftsteller Johannes Pfeiffer, der von Privatlehrern unterrichtet wurde, seine Jugend nachzuholen und erstmals eine Schule zu besuchen. Seine witzigen Erlebnisse als Schuljunge wurden zum Kult. Die Univativ-Redaktion hat sich auf die Spuren des Films begeben und ohne Rücksicht auf Brand- und Katergefahr die Feuerzangenbowle für euch ausprobiert.

Vorbereitung:
Im Internet findet man unzählige Anleitungen für die Feuerzangenbowle. Die meisten davon fallen unter die Kategorie simpel: eine Ermutigung für uns Feuerzangenbowle- Neulinge. Einfach loslegen kann man aber nicht. Für die Feuerzangenbowle benötigt man ein Gerät, das wohl die Wenigsten zu Hause haben, das aber für die Zubereitung essentiell ist und dem Getränk auch seinen Namen gab: die Feuer- beziehungsweise Zuckerzange. Etwa neun Euro bezahlt man dafür im Lüneburger Einzelhandel. Für weitere 17 Euro erwirbt man die Zutaten: zwei Orangen, zwei Zitronen, eine Stange Zimt, zwei Sternanis, fünf Nelken, zwei Liter trockenen Rotwein, einen Zuckerhut und ca. eine halbe Flasche Rum mit mindestens 54 Prozent Alkohol, denn es soll ja schließlich ordentlich brennen. Für das richtige Ambiente zur Feuerzangenbowle gibt es zwei Möglichkeiten: den Film schauen oder eine gesellige Runde organisieren wie die Herren im Film. Bei beiden Varianten sorgen Kerzen und Lichterketten für die passende Atmosphäre. Die brennende Bowle wirkt im schummrigen Licht einfach besser.

Zubereitung:
Orangen und Zitronen in dünne Scheiben schneiden und mit den Gewürzen und dem Wein auf dem Herd erwärmen. Danach stellt man das Werk auf ein Stövchen und legt die Zuckerzange mit dem darauf liegenden Zuckerhut auf dem Topf ab. Der Zucker wird dann im Rum getränkt und angezündet. Anschließend gießt man solange weiter Rum auf den Zucker, bis auch das letzte Zuckerkörnchen abgebrannt ist. Obwohl wir es irgendwie schafften, die gesamte Bowle in Brand zu setzen, erhielt unsere erste eigene Feuerzangenbowle positive Kritiken von der versammelten Testerschar.

Fürs Leben gelernt:
Feuerschutz ist wichtig. Feuerzangenbowle nie unter niedrigen Decken machen und genug Abstand zu brennbaren Dingen einhalten. Es kann schnell passieren, dass Rum daneben tropft und Feuer fängt. Wer an seinem Tisch hängt und seine Wohnung nicht in Flammen setzen möchte, sollte eine feuerfeste Unterlage unter das Stövchen legen, zum Beispiel Alufolie.

Beim Anzünden benutzen risikofreudige Leute ein handelsübliches Feuerzeug, sollten sich dann aber auf einen schnellen Rückzug angesichts der entgegen springenden Stichflamme einstellen. Wer an seinem Leben hängt, wählt besser ein Stabfeuerzeug oder ein langes Streichholz. Den Rum niemals direkt aus der Flasche nachschütten, da dann schnell alles in Flammen steht. Abhilfe schafft eine Sauciere aus Metall (kein Plastik!).

Das Rezept ist ausbaufähig: Da das Resultat sehr zitronig war und man die Gewürze kaum rausschmecken konnte, sind weniger Orangen und Zitronen und dafür mehr Gewürze sinnvoll. Beispielsweise erhält die Bowle eine tolle Note, wenn man Lebkuchen- oder Spekulatiusgewürz hinzufügt.

Unser Fazit:
Feuerzangenbowle ist nicht nur eine feurige Angelegenheit, sie wärmt an kalten Wintertagen auch ordentlich durch. Sie steigt anfangs schnell zu Kopf, hat aber bei keinem der Tester am nächsten Tag zu Kopfschmerzen geführt. Insgesamt ist die Feuerzangenbowle sehr empfehlenswert: lecker, effektvoll und genau richtig für kalte Wintertage.

Von Jelka Göbel und Christina Hülsmann

18. Januar 2011

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