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Univativ testet…

Wasserpistolen – die wahrscheinlich feuchteste Art zu kämpfen. Die Idee, den Gegner mit Wasser aus einer Spritzpistole zur Strecke zu bringen, existiert seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals kam die Gefahr in Form des kühlen Nasses noch aus Blechpistolen, die echten Schießgewehren zum Verwechseln ähnlich sahen. Mittlerweile sind farbenprächtige Plastikwaffen im Future Look der Sommer-Hit auf Outdoor-Partys, bei Abi- Streichen, und auch auf Kindergeburtstagen sorgen sie für feuchtfröhliche Spritzgefechte. Besonders gefragt sind sogenannte Super Soaker, die sich durch große Füllmengen und hohe Reichweite von den klassischen Wasserpistolen abgrenzen. Als Bierspritze umfunktioniert stellt das moderne Wassergewehr Zielgeschick und alkoholische Belastbarkeit unter Beweis. Sind die Aquagewehre ihrem herkömmlichen Zweck gemäß mit Wasser gefüllt, so dienen vorzugsweise Damen in weißen T-Shirts als Zielscheibe.

Univativ hat sich für Euch auf die Suche gemacht, drei Wasserpistolen besorgt und auf Herz und Nieren getestet. Welche Wumme schießt am weitesten, welche ist am treffsichersten und hält der erste optische Eindruck auch das, was er verspricht?

Blaster XL 560. Das exorbitante Fantasy Design aus grünblauem Hochglanz- Plastik suggeriert definitiv das, was eine distinguierte Wasserkanone ausmacht: Macht, Innovation, Respekt! Für 12,95 Euro bekommt man dieses Exemplar bei Karstadt. Von unseren Testpistolen ist sie mit Abstand die teuerste und somit mit besonders hoher Erwartung behaftet. Leider ist das Preis-Leistungs- Verhältnis bei diesem Modell bei weitem nicht ausgewogen. Der dünne, schwache Strahl sorgt für die geringste Spritzkompetenz. Eine Reichweite von 5,5 Metern war hier auch schon das höchste der Gefühle. Man muss außerdem ziemlich lange pumpen, um genug Druck für einen halbwegs seriösen Strahl zu erzeugen. Der einzige Vorteil neben der hohen Füllmenge von einem Liter: Die Blaster XL 560 blieb während der gesamten Wasserschlacht unbeschädigt.

No Name Wasserpistole. In der mittleren Preisklasse liegt das No Name Exemplar von TEDI im Wert von 5 Euro. Optisch erinnert es aufgrund des einfachen Materials und der Farbauswahl an ein Spielzeug für Drei- bis Sechsjährige. Die Spritzfähigkeit und die Stärke des Strahls sprechen eine andere Sprache. Doppelt so stark wie der Strahl der teuren Karstadt Variante spritzt der Strahl dieser herkömmlichen Wasserflinte den Gegner über eine Entfernung von bis zu sechs Metern nass. Sie ist sehr einfach zu bedienen und ist weder zu groß noch zu schwer. Die Füllmenge beträgt 750 Milliliter. Leider gab sie schon nach dem zweiten Auffüllen aus unbekannten Gründen den Geist auf.

Super Power Pengda Water Gun. Dieses Exemplar erhält man für drei Euro beim Spielwarenhandel MYTHOS. Mit einer Füllmenge von 750 Millilitern und einer Reichweite von 6,5 Metern bietet das günstigste Exemplar die beste Spritzleistung und den stärksten Strahl. Die einfache Bedienung ist ein weiterer Pluspunkt. Allerdings brach bereits bevor die Wasserschlacht überhaupt beginnen konnte ein ominöses Plastikteil ab, dessen Funktion unbekannt blieb. Das farbenfrohe Design ist, wenn überhaupt, nur bedingt Furcht einflößend. Ohne viel verwirrenden Flitter macht sie nichtsdestotrotz einen soliden Eindruck.

Unser Test hat mal wieder bewiesen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Die günstigste Variante führt insgesamt zum besten Ergebnis und erfüllt zumindest die Grunderwartungen einer einfachen Wasserpistole, während das teuerste Exemplar nach dem Motto „außen hui, innen pfui“ auf ganzer Linie versagt.

Von Dina Wimmer

16. Juli 2011

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