Univativ Filmkritik: Ben is back
Ausprobiert

Univativ Filmkritik: Ben is back

Ein Film, der ohne große Bilder berührt, nachdenklich stimmt und filmisch überzeugt. 

Seit dem 10. Januar läuft das amerikanische Familiendrama „Ben is back“ in den deutschen Kinos. Der Film ist mit Schauspieler*innen wie Julia Roberts und Lucas Hedges, der gerade erst für den Golden Globe als bester Hauptdarsteller für seinen Film „Der verlorene Sohn“ nominiert wurde, hochkarätig besetzt. Regie geführt wurde von Lucas Hedges Vater Peter Hedges. Thematisch behandelt der Film vorrangig das Thema Drogensucht und –entzug. Dabei verzichtet man jedoch auf große medizinische Ausführungen oder szenische Rauschgefühle, sondern beleuchtet vor allem die Auswirkungen der Sucht auf die familiären Beziehungen.

Der 19-jährige Ben steht am Vorweihnachtsabend plötzlich bei seiner Mutter und deren neuen Familie vor der Tür, obwohl er eigentlich in seiner Entzugseinrichtung sein sollte. Die Wiedersehensfreude ist zunächst groß, doch im Laufe des Tages entstehen ständig Situationen der Verunsicherung im Umgang mit Ben vor denen auch Bens drei kleinere Geschwister und der Familienhund, der einen großen Platz in seinem Herzen hält, nicht befreit. Julia Roberts, der ihre Schauspielrolle der toughen und hingebungsvollen Familienmutter wie maßgeschneidert scheint, versucht dem Verlauf der Dinge vorweg zugreifen und räumt sämtliche Trigger wie Medikamente und alte Erinnerungsstücke aus dem Weg, um ihrem Sohn zu schützen. Doch wer eigentlich wen vor wem oder was beschützen muss, das stellt sich erst im Laufe des Films heraus.

Fazit

Der Film ist, nicht nur für Personen die sich von dem Thema Sucht berührt fühlen, empfehlenswert. Es ist auch ein Blick auf das scheinbar trostlose Kleinstadtleben, auf das Aufwachsen und auf das Gebilde Familie. Auf zwar typisch amerikanische, aber nicht übertriebene und unnötig actionreiche Art und Weise wird sich bei „Ben is back“ damit auseinandergesetzt. Jeder Charakter der Familie scheint für den Zuschauer nachvollziehbar und der Film springt von einer intensiven Szene zur nächsten – von zu tränend anrührend hin zu brutal ehrlich. Dabei steckt keine große Storyline hinter dem Drama. Es lebt von diesen intensiven Szenen, der fast greifbaren Spannung zwischen den Familienmitgliedern und den großartigen Schauspielern.

 


Titelbild: https://www.tobis.de/film/ben-is-back/

 

14. Januar 2019

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elskeruge


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