Und jährlich grüßt das Murmeltier
Titelblatt, Unikultur

Und jährlich grüßt das Murmeltier

Über die immer wiederkehrende Wohnungsnot pünktlich zum Wintersemester. Wie Studenten sich nun auch gegenseitig helfen können.

Das Sommersemester an der Leuphana ist nun fast vorbei. Viele Veränderungen stehen bevor. Während ein großer Teil der Studenten bereits seine Abschlussarbeiten abgegeben hat und sich auf Jobsuche befindet, sind die anderen dabei, fleißig für Klausuren zu lernen und sitzen an ihren Haus- oder Abschlussarbeiten. Manche reisen ins Ausland, die anderen steigen ins lang ersehnte Berufsleben ein. Übrigens: auch bei UnivativOnline hat sich ein Mitarbeiterwechsel ergeben. Leonie ist gerade dabei, ihre Bachelorarbeit zu schreiben und wird anschließend unser schönes Lüneburg leider verlassen. Deshalb springe ich – Angelika Kowal – als ihre Nachfolgerin ab sofort ein und werde mit Anna zusammenarbeiten, damit es nach der Sommerpause ab Anfang Oktober nahtlos übergreifend weitergeht.

Die Stadt hat das Problem, ihr die Lösung

Eines hat sich bisher jedoch nicht geändert: Auch dieses Jahr bereitet sich wieder ein großer Ansturm neuer Erstis auf Lüneburg vor. Die Bewerbungsfrist mit über 10.000 Bewerbern lief am 15. Juli ab und nun befindet sich das Auswahlverfahren in der heißen Phase. Auch dieses Jahr steht für neue Studenten die Wohnungssuche an. Selten verläuft diese reibungslos, und viele suchen lange und vergeblich nach einer geeigneten Unterkunft.

Wir selbst wissen nur zu gut, wie das ist und sind deshalb auch dieses Mal wieder gefragt und gefordert, Unterstützung zu leisten. Wie das geht? Da gibt es mehrere Möglichkeiten! Ich selbst erinnere mich an einen Zeitungsartikel, welcher in der regionalen Lünepost und der LZ erschien. Dort machte der Lüneburger Bürgermeister Ulrich Mädge einen Aufruf an alle Bürger, ihn bei der Unterbringung der vielen Studenten zu unterstützen. Das Problem sieht folgendermaßen aus: Zum Wintersemester kommen um die 1500 bis 1800 Studenten nach Lüneburg. Die wenigsten davon sind direkt aus Lüneburg oder Hamburg. Überwiegend beziehen diese Zahlen sich auf Studenten aus dem ganzen Land, ein kleiner Teil auch aus dem Ausland. Diese sind dringend auf eine Unterkunft angewiesen.

Jedoch werden nicht pünktlich zum 1.10. jeden Jahres 1500 bis 1800 Zimmer frei. Beim besten Willen steht die Stadt Lüneburg regelrecht einer großen Herausforderung wenn nicht sogar einer Zumutung gegenüber. Aus dem Artikel ging hervor, dass Mädge möglichst alles versuche, die Neuankömmlinge in der heißen Phase unterzubringen. Notfalls auch auf Feldbetten und Isomatten in öffentlichen Kasernen und Heimen. Bis aufs Letzte war alles ausgebucht. Deshalb bat Mädge alle Einwohner, welche leerstehenden Raum, oder notfalls auch nur eine Couch zum Übernachten besitzen, diese für die Übergangszeit anzubieten.

So könnt ihr helfen

Zeitgleich wurde ich auf die AStA Bettenbörse aufmerksam. Auch dort wurde man aufgerufen alles anzubieten, um die Notsituation in den ersten Monaten zu entschärfen. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und bot mein gemütliches Big Sofa an. Kaum zu fassen, aber kurz nach Veröffentlichung meiner Anzeige wurde ich regelrecht überhäuft mit Anrufen. Die Anrufer waren oft verzweifelt, denn ich war längst nicht die erste Anlaufstelle. Bereits zuvor hatten sie zahlreiche Absagen erhalten und setzten nun ihre letzte Hoffnung auf die Bettenbörse. Mein Sofa bekam Marc L. (24, Studium Individuale), der aus Darmstadt kam und deshalb ebenfalls dringend auf eine Notunterkunft angewiesen war. Doch auch danach erhielt ich weitere Anrufe. Da es mich nicht in Ruhe ließ, tat ich mein Möglichstes und brachte auch noch eine Studentin unter: (Stella R., 19, Umweltwissenschaften) aus Bayern, welche ebenfalls verzweifelt auf der Suche nach einer Übergangsmöglichkeit war. Sie bekam ein Zimmer im Hause meiner Großmutter. Damit waren meine Möglichkeiten leider komplett ausgeschöpft.

Das Ganze stellte für alle Parteien eine WinWin Situation dar. Ich besserte meine Studentenkasse etwas auf, und die beiden waren mehr als erleichtert. Stella hatte zuvor bereits eine Wohnung gefunden, die jedoch erst zum 1.11. frei werden sollte. Marc machte sich von mir aus auf die Suche. Nach nur drei Wochen hatte ich mein Sofa wieder für mich, aber eines blieb mir bis heute noch erhalten: Die Freundschaft, welche aus diesen Kontakten erwuchs. Ich möchte euch alle dazu ermutigen, auch dieses Jahr zu helfen.

Stellt alles zur Verfügung, was ihr habt und unterstützt die neuen Studis. Solltet ihr Bekannte oder Familienangehörige haben, die leerstehenden Raum besitzen, sprecht auch diese an. Ihr selbst erinnert euch sicher noch an die eigene Wohnungssuche und daran, dass diese oft vergeblich und nervenaufreibend abläuft. Ob die Bettenbörse auf der AStA Homepage dieses Jahr wieder freigeschaltet wird, hängt von den Userzahlen ab. Aber unabhängig davon kann man sich ans Studentenwerk wenden oder ein Inserat aufgeben. Studiert gerne auch die Suchanzeigen an den Litfaßsäulen der Uni oder wendet euch einfach direkt an uns. Eine schöne Klausuren- und danach hoffentlich auch Ferienzeit wünscht UnivativOnline.

Autorin: Angelika Kowal

25. Juli 2013

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