Unbezahlbare Großprojekte und ihre Folgen
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Unbezahlbare Großprojekte und ihre Folgen

Warum teure Prestigeprojekte kleine soziale Einrichtungen verdrängen und sogar zerstören können. Beispielhaft dafür: Elbphilharmonie und I-Punkt Skateland.

Kürzlich hat die Hamburger SPD verkündet, dass die Elbphilharmonie weitere 198 Millionen Euro kosten soll – zusätzlich zu den insgesamt 575 Millionen Euro, die im Dezember 2012 als Höchstpreis ausgehandelt wurden. Wie diese Millionen entstanden sind, ist bislang nicht klar – da der Senat die Akten dazu bisher nicht veröffentlichte. Klar ist nur, dass diese Kosten bei der Kinder- und Jugendarbeit sowie Familienförderung wieder eingespart werden.

2011 verkündete die SPD auf Wahlplakaten gegen schwarz-grün: „Ich will, dass meine Kinder RECHNEN LERNEN. Denn gute Bildung ist wichtig.“ Der Seitenhieb auf die Verschuldung der Hafenbaustelle ist eindeutig. Dass ausgerechnet Kinder unter der Stadtverschuldung leiden sollen, widerspricht nicht nur den Wahlplakaten, sondern auch dem großen S der SPD, denn soziale Politik ist das nicht.

Beispiel I-Punkt Skateland

Aber was bedeutet die Geldkürzung eigentlich konkret? Ein Beispiel für Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg ist das I-Punkt Skateland in Hammerbrook, die einzige Skaterhalle in ganz Hamburg und eine wichtige Einrichtung für Kinder und Jugendliche. Hier können sie nicht nur skaten; hier werden sie betreut, finden Freunde und verbringen ihre Freizeit vor allem nicht sinnlos auf der Straße.

Die Kürzungen der Stadt könnten für die Halle jedoch das Aus bedeuten, denn sie nimmt nicht genug ein, um sich selbst zu finanzieren. Der geschäftsführende Vereinsvorstand und Sportpädagoge Frank Martens hat inzwischen einen Drei-Säulen-Deal mit der Stadt ausgehandelt, heißt es offiziell. Tatsächlich bedeutet dieser Deal, dass die Stadt geholfen hat eine Mietminderung für die Halle zu erreichen, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Dazu kommt ein anonymer Privatspender, doch die dritte Säule fehlt – soll aber auch aus Spenden finanziert werden. Faktisch hat die Stadt der Halle ihre finanzielle Unterstützung entzogen. Ob ein fester zweiter Spender gefunden, wird ist fraglich. Nun heißt es Daumen drücken, damit alles klappt und es das I-Punkt Skateland auch in den nächsten Jahren noch gibt. Dann darf die SPD auch ihr großes S wieder haben.

Spenden kann natürlich jeder, dafür gibt es ein eigens eingerichtetes Spendenkonto:

Hypovereinsbank
I-Punkt Skateland e. V.
Kontonummer.: 4417226
Bankleitzahl: 2003000

Für alle Lüneburger, die gerne skaten und den Weg nach Hamburg nicht scheuen: Die Halle hat Montag bis Freitag von 15 bis 20 Uhr, sowie Sonnabend, Sonntag und an allen Feiertagen, sowie in den Hamburger Schulferien von 13-20 Uhr geöffnet. Aussteigen am “Berliner Tor”, eine Station vom Hauptbahnhof, in der Spaldingstraße 131.

Autorin: Linda Lucille Schulzki

3. Februar 2013

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