Spoun besucht das Student*innenparlament
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Spoun besucht das Student*innenparlament

Am 03.04.2019 besuchte Präsident Sascha Spoun Student*innenparlament an der Leuphana und stellte sich über eine Stunde lang den Fragen der Parlamentarier*innen und Gäste. Fotos wurden aber verboten.

In fünf Themenblöcken erfolgte ein schnelles Frage- und Antwort-Spiel. Maximal eine Minute pro Frage, zwei Minuten für die Antwort, 30 Sekunden für Nachfragen. Dabei ging es um den Platzmangel und Zentralgebäude, der Studierendenservice und die Studiengänge, die Studentische Selbstverwaltung, der Naturschutz und Umweltverantwortung und zum Schluss Publikumsfragen. Jeder Teil selber hätte 15 Minuten behandelt werden sollen, jedoch kam es zu der Kürzung bei der Selbstverwaltung und Naturschutz auf jeweils 5 Minuten. Am Ende wurde es 15 Minuten länger als geplant.

Das Student*innenparlament (StuPa) war ausgesprochen gut besucht, diesmal nahmen rund 45 Teilnehmer*innen, inkl. der 17 Parlamentarier*innen. (Nicht alle waren anwesend)
Viele kritische Themen von studentischem Interesse wurden behandelt, aber auch nicht alle. Die Beteiligung der Gäste außerhalb des Umfeldes der studentischen Selbstverwaltung war beschränkt. Dennoch kam man überein, dass es sehr positiv ist, dass der Präsident eine solche Sitzung für den Dialog besucht, an anderen Hochschulen ist dies nicht üblich. Der Präsident zeigt, dass er sich auch den kritischen Fragen stellt.

Die JuSo-Hochschulgruppe hatte bereits einige Tage vorher die Studierenden dazu aufgerufen, Frage einzusenden, die gestellt werden sollten. Schließlich konnten alle Fragen aus den Einsendungen davon gestellt werden. Eine Beteiligung der Gäste war in den letzten zwölf Minuten möglich, zuvor stellten AStA- und StuPa-Mitglieder 90 % der Fragen.

Platzmangel und Zentralgebäude

Die erste und zugleich spannendste Frage aus den Reihen der studentischen Interessensvertretung kam nach der Endabrechnung für das Zentralgebäude. Herr Spoun erläuterte, dass diese im Laufe des Jahres 2019 vorliegen solle, es erfolge eine enge Absprache mit dem Ministerium. Gleichzeitig bittet er aber auch um Verständnis, dass ca. 2.000 Einzelgewerke hier am Zentralgebäude mitgewirkt haben und eine Abrechnung auch unter Berücksichtigung der Mängelbesteigung dauere. An der Raumplanung hat sich seit Einreichung des Konzeptes des Zentralgebäudes nichts geändert, insgesamt sei man jedoch stolz darauf, das Projekt Zentralgebäude erfolgreich abgeschlossen zu haben.

Auf die Frage nach weiteren Baumaßnahmen und die Beteiligungsmöglichkeiten von Studierenden erläuterte Präsident Spoun, dass es weiterhin gebaut werde, wie beispielsweise die Modernisierungen im Gebäude 6, die Planung und der Bau einer neuen Sporthalle am vorhandenen Standort und langfristig der autoarme Campus. Der Hörsaalgang werde renoviert und die Hörsäle 3 und 4 werden umgebaut, um in eine aufsteigende U-Form umgewandelt zu werden, ähnlich wie bereits im Hörsaal 5. Die dabei freiwerden Stühle können dann für Reparaturen in anderen Sälen verwendet werden. Spoun musste schmunzelnd zugeben, dass der Hersteller der Stühle aus den 90er Jahren insolvent sei und daher keine Ersatzteile beschaffen könne. Die Studierendenschaft wird durch den monatlichen Austausch zwischen AStA und Vizepräsident Christian Brei beteiligt, sowie den semesterweisen Austausch zwischen AStA-Sprecher*innen und StuPa-Vorsitz.

Ein konkreter Raummangel bestehe derzeit am Campus durch die Umbauarbeiten in Gebäude 6, einige Einrichtungen sind temporär ins Zentralgebäude eingezogen. Die geplanten studentischen Arbeitsräume können im Zentralgebäude noch nicht vollumfänglich genutzt werden. Nach Abschluss der Arbeiten soll sich die Situation verbessern, auch will man kurzfristige Optionen prüfen, Räume in diesem Semester noch für die Studierenden als Arbeitsräume herzurichten.

Bezüglich dem Umgangs mit dem dritten Geschlecht betonte der Präsident, dass die Leuphana eine der ersten Hochschulen war, die All-Gender-Toiletten eingeführt haben. Konkret soll der weitere Bedarf hier mit der Gebäudeverwaltung noch einmal erörtert werden. Spoun versprach eine All-Gender-Toilette im Zentralgebäude. Hinsichtlich der Sprachregelungen sei es bei Dokumenten und Veröffentlichungen zu unterscheiden ob diese juristischen Regelungen unterliegen, die das Bundes- und Landesrecht vorsehen. Die Leuphana hat sich für seine internen Dokumente, entschieden, die Sprachoption mit dem Gender-Sternchen zu versehen.

Studierendenservice und Studiengänge

Aus den Reihen der Parlamentarier*innen wurde die Frage nach der Lehrer*innenbildung und deren Erweiterung um den Bereich der Oberstufe gestellt. Die Antwort lautete, dass man hier schon einen positiven Schritt bei den Berufsschulen gegangen sei, die Sozialpädagogik ausgebaut und dem Land das Angebot gemacht habe, den Bereich der Oberschulen in der Sekundarstufe 2 abzudecken. Es obliegt dem Land zu entscheiden, ob es das Angebot der Leuphana annimmt.

Seit Jahren beschäftigt sich der AStA mit der Änderung der Rahmenprüfungsordnung (RPO) und hat hierbei auch seine Wunsch-RPO veröffentlicht. Auf die Frage, was sich Präsident Spoun für eine Wunsch-RPO wünsche, oder wie man den gestiegenen Stress im Studium entgegenwirken kann, wurde klar in der Antwort, dass die RPO einen juristischen Rahmen geben muss, der sinnvollgestaltet ist. Daher ist eine RPO eher funktional gestaltet und Studierende sollten Restriktionen durch die RPO wahrnehmen.

Von vielen Studierenden wird wahrgenommen, dass die Leuphana zahlreiche Zentren wie das Rechen- und Medienzentrum, Sprachzentrum, Methodenzentrum usw. besitze, aber oftmals die Angebote nicht klar seien und die Bekanntmachung der Angebote fehle. Präsident Spoun lädt dazu gerne ein, wie die Kommunikation verbessert werden kann, auch die anwesende Ombudsperson Thies Reinck zeigt sich hier offen. Aber auch kann gerne den Zentren direkt eine Rückmeldung gegeben werden, wie besser kommuniziert werden kann und wo man am besten auf den verschiedenen Kanälen kommuniziert.

Studierende, die nicht an einer Prüfung teilnehmen können, benötigen eine Prüfungsunfähigkeitsbescheinigung, eine einfache kostenlose Krankschreibung oder ein Attest reichen nicht aus. Hierbei gab es die Nachfrage, ob es Änderungen an der aktuellen Praxis geben soll. Dies sei ein lang andauerndes Thema, wie Präsident Spoun ausführte, auf der einen Seite stehen die Prüfungsausschüsse, die hoheitlich die Prüfungsunfähigkeit feststellen müssen und auf der anderen Seite der Umgang mit der Datenschutz-Frage. Diese Fragen wurden vor vier oder fünf Jahren ausführlich mit dem Justiziariat geklärt worden und vermutlich würde man heute zu ähnlichen Ergebnissen kommen.

Studentische Selbstverwaltung

Ziemlich direkt kam die Frage auf die Meinung zur Verfassenden Studierendenschaft von Präsident Spoun, gerade in Hinblick auf die hochschulöffentliche Veranstaltung die vor der Wahl im Zentralgebäude stattfand und die Forderung der Studierenden nach der öffentlichen Ausschreibung. Generell hat Präsident Spoun eine sehr positive Einstellung zu der Studierendenschaft, unter anderem, weil er auch mal selber aktiv in dieser war. Die Universität lebe vom Mitgestalten, als aber auch vom Kritisieren. Das einzige was er erwartet, sei Respekt für die anderen Statusgruppen. Diese seien länger an der Hochschule, einige andere nur wenige Semester. Man solle auch mit anderen Auffassungen respektvoll umgehen. Mit jedem neuen Semester kämen auch neue studentische Vertreter*innen.

Naturschutz und Umweltverantwortung

Erstmals kam es zu einer persönlicheren Frage und zwar die Frage zur Definition von Natur. Schönheit, Lebensgrundlage und nicht nur Ästhetik, lautete schnell die Antwort. Die Nachfrage, ob dies auch am Campus wiederzufinden sei, war klar beantwortet. Nein, es erinnere zu viel an die Kasernenanlage, die Betonplatten in den Straßen sind noch aus der damaligen Kasernenzeit. Daher soll es zukünftig eine artenreichere Bepflanzung geben.

Als eher gescheitert gilt das Projekt Mülltrennung am Campus. Es gab in der Vergangenheit, insbesondere durch die Nachhaltigkeitsbeauftragte Irmhild Brüggen, mehrere Versuche, die Mülltrennung einzuführen. Im Zentralgebäude sind z.B. dreifarbige Mülleimer, aber alle Rundmails, Aushänge, Info-Screens haben nichts gebracht. Die Besucher*innen trennen ihren Müll nicht.

Publikum und Verschiedenes

Tierisch wurde es bei der Frage, warum keine Hunde mehr in den Gebäuden erlaubt seien. Dies war eine Interessensabwägung, die stattgefunden habe und bereits seit Jahren sah die Hausordnung vor, keine Hunde in Gebäuden zu erlauben, mit Ausnahmen von Blindenhunden und Funktionshunden. Dies habe man zu diesem Semester nun konkreter umgesetzt und entsprechende Aufkleber verklebt. In den meisten öffentlichen Gebäuden seien keine Hunde erlaubt, so Spoun.

Vor kurzem wurde die Kooperation zwischen der Leuphana und der VHS Lüneburg bezüglich der Sprachkurse bekanntgegeben, hierbei wurde von einem Gast die Kritik laut, das bisher es zu wenige Sprachkurse gäbe und dass diese keinen großen Stellenwert hätten. Die neue Kooperation soll dem entgegenwirken, so Spoun.

Anwesend waren rund 45 Personen inkl. Parlamentarier. Nach dem Besuch tagte das StuPa mit 20 Personen weiter.

 

Hinweis I: Gerne hätten wir an dieser Stelle zwei Fotos gezeigt, einmal vom StuPa-Vorsitz zusammen mit Präsident Sascha Spoun und der Ombudsperson Thies Reinck sowie ein Übersichtsfoto vom besuchten Seminarraum. Leider hat der StuPa-Vorsitz der Univativ die Aufnahme von Fotos verboten und nur den Mitgliedern des Öffentlichkeitsausschusses des StuPas das Fotografieren erlaubt. Die Univativ hat aufgrund des Presserechts und der öffentlichen Veranstaltung protestiert. Der Vorgang befindet sich in der Klärung unter Einbeziehung von rechtlicher Fachexpertise. Wir werden ggf. diesen Artikel dann aktualisieren.

Hinweis II: Da uns der Vorsitz die Rechte am Logo des StuPas rückwirkend entzogen hat, mussten wir auf ein anderes Titelbild ausweichen. Zuvor war das Titelbild das Logo des StuPas, auf welcher „Fotos verboten“ montiert wurde.

 


Neues Foto: (c) Univativ, bearbeitet von Jan Gooß

4. April 2019

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Christopher Bohlens


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