Rückblick auf die Leuphant_Innen-Runde
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Rückblick auf die Leuphant_Innen-Runde

Die KandidatInnen bei der ElefantInnenrunde / (c) Ann-Cathrin Greuel
Die KandidatInnen bei der ElefantInnenrunde / (c) Ann-Cathrin Greuel

Kinder, die Senatswahlen stehen an. Das wichtigste beschlussfähige Gremium sucht bis zu drei Studierende aus der Studierendenschaft, die eure Interessen auf höchster Ebene vertreten.
Und wie bei jeder gewöhnlichen Wahl gab es hierfür auch eine öffentliche Diskussionsrunde. Vergesst Plasberg oder Maischberger, hier ging es richtig leuphanisch zur Sache. Um euch dieses post-neudeutsche Wort greifbar machen zu können, habe ich mich in die rhetorische Schlacht zukunftsvisionärer Ideologien begeben.

Zuerst einmal die Kulisse: Links saßen die GenossInnen des Demokratischen Bündnisses (DeBü). Im Schneidersitz und mit  Club-Mate konnten sie in Puncto Lässigkeit selbst Varoufakis wie einen RCDS Kandidaten darstehen lassen. Denen gegenüber saßen die springenden Punkte des springenden Punktes (DSP). Mit ihren Red Bull und Coca Cola Sponsoringgeschenken strahlten sie, als hätten sie gerade bei einer Monopoly-WM gewonnen. Und in der Mitte saß ein unabhängiger Kandidat. Als Einziger im Anzug. Sehr schick, vielleicht schon mal zur Konfirmation getragen.
Die Sofas rochen nach Plan B und das gedimmte Licht sorgte schon fast für vorweihnachtlichen Stimmung.

Nun zum Inhalt. Größter Streitpunkt (nicht springend) war die Debatte um das Thema Prüfungsordnung. Das DeBü forderte eine Abschaffung des Drei-Versuche-Systems. Studierende seien zu sehr von hohem Druck geplagt und würden sich nur für gute Noten mit Inhalten beschäftigen, weniger aus eigenem Interesse. Das durch Klausurendruck Gelernte vergesse man bereits nach einer Woche wieder. Als Alternative schlug man das Bielefelder Modell vor, das theoretisch unendlich viele Versuche gewährt. DSP hielt dagegen, unendlich Versuche würden nur für mehr Studierende sogen, die ihr Studium nicht während der Regelstudienzeit einhalten können. Es gäbe keinen Antrieb mehr die Klausuren zu schreiben. Man würde dann mit 25 kein Topmanager mehr werden, würde jetzt der gemeine Lügenpressejournalist dazu dichten.

Viel Diskussionsbedarf entstand auch bei der Frage, welche Zulassungskriterien für ein Studium an der Leuphana angebracht wären. Während DSP die Vorteile des Zulassungstests hervorhob, nämlich, dass es fair sei, dass die Uni auf mehr als nur die Noten achte, lehnte das DeBü das Testverfahren komplett ab. Der Test sei geplagt von Willkür, er würde die Studierfähigkeit nicht wirklich testen. Statt eines Testes sollte vielmehr auf ehrenamtliches Engagement geachtet werden.

Der unabhängige Kandidat manövrierte zwischen den Positionen. Er brachte sein Konzept eines Pflichtpraktikums für alle Studiengänge der Fakultät Kulturwissenschaften in die Runde. Dies ist zwar kein Thema für den Senat, aber da ebenfalls die Fakultätsräte gewählt werden, dennoch von Bedeutung. Kritik äußerten Studierende der Politikwissenschaft unter den Zuschauern. „Pflichtpraktika für unseren Studiengang sind unmöglich, Lüneburg hat keine Kapazitäten für uns und wir würden höchstens etwas in Berlin finden“, lautete eine Antwort an den unabhängigen Kandidaten.

Welche Ideen umgesetzt werden, steht noch in den Sternen. Aber ihr könnt selbst noch Einfluss auf das Wahlergebnis nehmen. Morgen ist die letzte Möglichkeit, eure Kreuzchen zu setzen. Falls ihr noch unentschlossen seid, hier gibt es die Wahlzeitung mit den Positionen der drei Fraktionen. Und wie das alles eigentlich funktioniert, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Autor: Jan Gooß

24. November 2015

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ONE COMMENT ON THIS POST To “Rückblick auf die Leuphant_Innen-Runde”

  1. folgender Abschnitt: „Während DSP die Vorteile des Zulassungstests hervorhob, nämlich, dass es fair sei, dass die Uni auf mehr als nur die Noten achte, lehnte das DeBü das Testverfahren komplett ab. Der Test sei geplagt von Willkür, er würde die Studierfähigkeit nicht wirklich testen. Statt eines Testes sollte vielmehr auf ehrenamtliches Engagement geachtet werden.“ ist leider inhaltlich falsch wiedergegeben.
    Die Kandidat*innen hielten Noten nicht für repräsentativ. Die Abkehr von einem NC wird befürwortet. Insbesondere die Auswahlgespräche wurden als sozial selektiv und subjektiv abgelehnt. Soziales Engagement istmeist auch nur Menschen mit priviligiertem Hintergrund möglich und hat daher die gleichen negativen Aspekte. Die Idee ein alternatives Auswahlverfahren, das eben diese Probleme nicht mit sich bringt, wird stark befürwortet. Lässt sich aber auch noch differenzierter aus dem ausführlichen Wahlprogramm entnehmen, dass ihr euch morgen am Wahlkampfstand abholen könnt.

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