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Musik, Theater und Gesang

Haute Culture bringt Weihnachten auf die Bühne. Die Poster und Flyer sind nicht zu übersehen; selbst am Lüneburger Bahnhof hängt ein riesiges Plakat, das Werbung für das Weihnachtsmusical „Saraja und Morius“ macht. So viel Werbung macht mich neugierig. Ich nehme mir einen Flyer und lese, dass das Musical ein Projekt der studentischen Initiative „Haute Culture“ ist. Doch wer oder was steckt dahinter?

Ich setze mich mit den Verantwortlichen in Verbindung und werde prompt zu einer Probe eingeladen. Dort bin ich total begeistert von so viel Talent. Hier wird gesungen und geschauspielert, dass ich Gänsehaut bekomme. Ich vermute, dass unter den Akteuren ausgebildete Schauspieler stecken. Doch als ich mich erkundige wird mir erklärt, dass hier nur Studierende mitmachen. Klar, einige haben schon einmal Gesangsunterricht genommen, doch der Großteil sind Anfänger. Die gesamte Gruppe trainiert seit Ende November fast täglich für die Aufführungen. Schließlich läuft gerade die „heiße Phase“ der Proben, und es soll ja nichts schieflaufen bei der Premiere. „Jeden Tag zu trainieren ist neben der Uni ganz schön anstrengend“, sagt Phillip Gilly, ein Erstsemesterstudent, dem die Atmosphäre in der Initiative besonders gut gefällt. „Aus der Gruppe sind alle so nett und ich habe sofort Anschluss an meine Kommilitoninnen und Kommilitonen gefunden.“ Auch Anna Senne war von Anfang an begeistert. Sie ist wie Gilly im ersten Semester. Im Oktober ging sie einfach spontan zum Casting und ergatterte eine der Hauptrollen. „Natürlich ist es anstrengend so viel zu proben, aber es macht auch total viel Spaß“, erzählt Senne.

Eine andere Hauptrolle spielt Julia Kemp. Ich verabrede mich mit ihr in der Mensa, um noch mehr über das Schauspielern neben der Uni und die Initiative „Haute Culture“ zu erfahren.

Univativ: Julia, du hast eine der größeren Rollen im Musical ergattert. Bekommen nur die erfahrenen Studierenden größere Rollen?
Julia: Nein, das ist überhaupt nicht so. Ich habe zwar schon viel Erfahrung im Bereich Theater sammeln können und habe auch schon im Schauspielhaus in Hamburg gespielt, aber ich muss genau wie alle anderen zum Casting gehen. Die Jury entscheidet dann, wer welche Rolle bekommt. Dieses Jahr haben viele neue Mitglieder von Haute Culture eine große Rolle bekommen. Die sind alle total gut, da wird keiner bevorzugt.

Univativ: Beim Musical singt man ja auch. Musst du auch etwas singen?
Julia: Drei Lieder singe ich. Ich hatte in der Schule Gesangsunterricht. Aber das ist nicht Voraussetzung, um bei uns mitzumachen.

Univativ: Was gefällt dir so gut an der Initiative?
Julia: Franziska Pohlmann schreibt und komponiert alles selbst, davon bin ich beeindruckt. Alles vom Stück bis zur Werbung wird von Studierenden übernommen und erarbeitet. Das ist teilweise sehr anstrengend neben der Uni, macht aber auch total viel Spaß. Dass ich bei der Initiative mitmache, ist das Beste, was mir je passieren konnte. Wir sind teilweise wie eine Ersatzfamilie. Ich kann nur jedem empfehlen, zum Casting zu gehen. Wir brauchen besonders männliche Verstärkung.

Ich kaufe mir also Karten für die Aufführung an Nikolaus. Dort kann ich mich überzeugen, dass sich das Engagement der Studierenden gelohnt hat. Das Musical hat mir super gefallen. Alle, die sich für Theater und Gesang interessieren, sollten unbedingt beim nächsten Casting ihr Glück versuchen.

Von Laura-Jane Freutel

18. Januar 2011

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