Mit einem Taxi nach Berlin?
Ausprobiert, Titelblatt

Mit einem Taxi nach Berlin?

Viele Wege führen nach Rom, sagt man. Das Ziel ist zwar nicht Rom, sondern Berlin, aber dass viele Wege dorthin führen, kann ich nur bestätigen. Was es alles gibt und warum man den Flixbus einmal nutzen sollte…

FlixBus Bus Innenansicht / (c) Foto: Flixbus GmbH
FlixBus Bus Innenansicht / (c) Foto: Flixbus GmbH

Hamburg, Sonnenschein, die Frisur sitzt.

Ich befinde mich in einem Bus, der mich von Hamburg nach Berlin befördern soll. Es ist angenehm warm, die Sitze bequem und der Busfahrer nett.

Vor wenigen Wochen hatte ich mich für eine Veranstaltung in Berlin beworben, aber in der Teilnehmergebühr war nicht die Anreise enthalten.

Es galt also, alle Optionen aufzulisten und abzuwägen, welches Transportmittel wohl am günstigsten, aber gleichzeitig auch bequemsten und zuverlässigsten wäre.

Mit dem Trampen ist es wie mit der Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man bekommt.

Den Seeweg konnte ich ziemlich schnell ausschließen.

Fliegen war mir zu teuer. Obwohl ich mir Trampen ziemlich aufregend vorstelle und diese Erfahrung gern mal machen würde, ist es mit dem Trampen ja wie mit der Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man bekommt. Und auch die Deutsche Bahn „unter“zeugt nicht nur wegen der Selbstverständlichkeit, mit der jeden Tag Verspätungen eingebaut werden, sondern auch mit den Mount-Everest-hohen Preisen.

Selbst eine Mitfahrgelegenheit zu finden, gestaltet sich immer problematischer. “Früher“ haben dich die Fahrer in Stadt A am Bahnhof eingesammelt und in Stadt B am Bahnhof wieder abgesetzt. Heute muss man sich überlegen, ob es sich lohnt, zum IKEA Moorfleet zu fahren, um dann mit nach Berlin-Charlottenburg genommen zu werden. Dabei wäre der Bahnhof für Abfahrt und Ankunft doch so einfach! Meine Oma sagt, sie fände in jeder Stadt in jedem Land dieser Welt zum Bahnhof – und das glaube ich ihr auch.

Fix nach Berlin mit dem Flixbus?

Dass ich als armer Student erst recht kein eigenes Auto besitze, muss ich wahrscheinlich nicht betonen.

Bei intensiver Online-Recherche stieß ich auf sämtliche Fernbusunternehmen. Das günstigste Angebot lieferte Flixbus. Für nur 15€ will mich das Busunternehmen nach Berlin bringen! Wenn man frühzeitig bucht, kann dieser Preis noch weitaus geringer ausfallen. Mit wenigen Mausklicks hat man dann sein Ticket auch schon gekauft. Stellt sich nur noch die Frage: Ist er denn auch f(l)ix, der Bus? Oder wird es eine verflixte Fahrt?

Derweil steigen langsam die letzten Fahrgäste in den Bus ein. Als ein junges Paar mit ihrem Baby hereinkommt, geht ein Seufzen durch die Reihen. Ich bin optimistisch. Die Busfahrt verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Das Baby schreit vielleicht mal ein paar Minuten, wie es Babys halt zu tun pflegen. Mehrere Leute schütteln pikiert ihre Köpfe, so als wollten sie jungen Familien das Reisen verbieten. Das macht mich wütend, aber das Busunternehmen kann ja nichts dafür, dass einige Fahrgäste unsympathisch sind.

Im Bus gibt es kostenloses W-LAN und mehrere Steckdosen – das ist nicht nur für den Businessman praktisch, sondern auch für jeden, dem der Smartphone-Saft gerade mal wieder ausgeht.

Fahrgastanimateure für Fernbusreisende

Würde ich bei dem Unternehmen arbeiten, wäre meine erste Maßnahme das Einführen eines Animateurs, der mit Groß und Klein „Autokennzeichen-Raten“ und „Ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst“ spielt.

Vor Berlin kommt es zu Verkehrsstockungen und wir erreichen mit einer Verspätung von etwa 15 Minuten den ZOB in der Hauptstadt. Eine Viertelstunde Verspätung ist eigentlich recht viel, aber man ist irgendwie gar nicht verärgert. Wäre man selbst mit dem Auto gefahren, hätte das auch passieren können und der Busfahrer trägt nun wirklich keine Schuld. Auf dem Rückweg nach Hamburg drei Tage später kommen wir sogar pünktlich an.Je nördlicher wir fahren, desto verregneter wird es – wie heimelig.

Für mich ist der Fernreisebus definitiv eine Alternative zu Mitfahrgelegenheiten oder zum Zugfahren. Die Preise sind unschlagbar, Verspätungen werden nicht mit ausgedachten Begebenheiten á la „Unsere Bahn hat einen Platten“ entschuldigt und bequem sind die Busse auch noch. Außerdem wird damit geworben, dass der CO?-Ausstoß bzw. die Ressourcenbeanspruchung beim Flixbus geringer als bei der Bahn ist. Wen das alles nicht überzeugt: Probier‘ doch mal das Taxi!

Autorin: Vivien Valentiner

6. November 2013

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