Mit „Bitstrips“ wird Facebook zum Comicbook
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Mit „Bitstrips“ wird Facebook zum Comicbook

Wer möchte nicht einmal Held seines eigenen Comics sein? Der neue Facebook-Hype „Bitstrips“ macht es möglich. Künstlich? Nein, DAS ist Kunst!

Perfektion im Wandel/ ( CC ) Foto: Andrew BartramZunächst verlangt die App einige Zugriffsrechte auf persönliche Daten. Damit hat spätestens seit der NSA-Affäre wohl niemand mehr ein Problem, wie unzählige Facebook-Chroniken bestätigen. Anschließend darf sich kreativ ausgetobt werden. Modernste Bildbearbeitungstechniken wie Instagram verhelfen zur perfekten Selbstdarstellung. Warum sollte nicht ein Comic-Klon diese Rolle übernehmen dürfen?

Mit vielen unterschiedlichen Optionen wie Haarfarbe, Augenfarbe oder Lachfalten wird er Realität. In Kategorien von Grußkarte über Lebensereignis bis hin zu Stimmung lassen sich die Figuren in vorgefertigte Szenarien einfügen und individuelle Texte anpassen. Selbstverständlich kommt auch der Faktor der Vernetzung nicht zu kurz. Freunde, die ebenfalls die App nutzen, können in den eigenen Comic integriert werden. Kein Ereignis ist zu unbedeutend, um es zu teilen. Der Beginn des Wochenendes, das Essen einer großen Portion Eiscreme oder die Tatsache vor dem Weckalarm aufgewacht zu sein (ja, all diese Szenen werden Angeboten). Gab es früher nur Textmeldungen wie „Ich bin kurz einkaufen“, dürfen jetzt die passenden Bilder bestaunt werden. Aus neckischen Anekdoten wird eine gar künstlerische Verwirklichung des Selbst.

Die App wurde von der kanadischen Firma Bitstrips Inc. entwickelt und ist ein Ableger von „Bitstrips for Schools“. Diese existiert schon seit 2008 und soll Lehrenden verhelfen, ihre Unterrichtsinhalte ansprechend in kurzen Comics zu verpacken. Was als Bildungsinstrument begann, ist in der Neuauflage zu einer Spaßaktion geworden. Das obligatorische Partybild, auf dem garantiert alle ein Duckface machen, war gestern. Denn die App hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber Fotografien: Jedes Bild ist „gut“. Keine roten Augen oder Hautunreinheiten stören den Gesamteindruck. Der Klon altert nicht und sieht immer perfekt gestylt aus. Wem schon mal die Gesichtsmuskulatur entgleist, der kann ihm eine von etwa zehn Gefühlskategorien zuordnen. Wenn es euch wieder nicht gelingt, das eigene Schönheitsideal zu erfüllen, oder ihr einfach besonders witzig sein wollt, holt euch diese App! Solch ein Kunstwerk darf schließlich in keiner gut ausgestatteten Chronik fehlen, man geht ja mit der Zeit(leiste).

Autorin: Ann-Christin Busch

 

10. Dezember 2013

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