Lunatic Follow Up
Titelblatt, Unikultur

Lunatic Follow Up

Lunatic / (CC) Elisa HantschDas lunatic ist für dieses Jahr zu Ende gegangen und es war ein Fest! Zwischen Bierwagen und Festivalbühne tummelten sich dabei auch die eine oder andere Initiative oder Projektidee. Was? Das habt ihr nicht gemerkt? Na gut, dass wir da sind…

Gemeinsam mit 2998 Festivalbesuchern, waren auch Anna und Elisa von Univativ auf dem lunatic unterwegs. Während die meisten sich vor den Bühnen drängten oder der Pommesbude beim abfackeln zusahen, haben sie sich vor allem bei den kleineren Ständen umgeschaut. Hier gab es definitiv viel zu entdecken, was sicher dem einen oder anderen im Bierrausch entgangen ist. Falls ihr also nicht mal gemerkt habt, dass es auch Stände ohne Essen gab oder euch schon erinnert, jedoch nicht mehr genau wisst, bei welchem ihr unbedingt mitmachen wolltet, hier ein „kleines“ Follow Up für euch.

 

 

GoldeimerGoldeimer / (CC) Elisa Hantsch

Die Jungs von Goldeimer sahen erst einmal aus, als würden sie jede Minute ihre Instrumente auspacken und auf der Nebenbühne spielen. War aber gar nicht so. Goldeimer sind mit einer einzigartigen Mission auf Festivals in Deutschland unterwegs: Kacken nachhaltig machen. Das klingt jetzt etwas verrückt. Vielleicht sollte man von vorn anfangen:

Das junge Social Business stellt ökologisch nachhaltige portable Toiletten für Festivalbesucher bereit. Die Kabinen sind dabei um einiges netter ausgestattet als die übliche Plastikkonkurrenz: es gibt Licht, Spiegel, was zum Lesen und immer genug Toilettenpapier. Die Sammelbehälter sind mit Sägespänen gefüllt, welche mit Mikroorgansimen angereichert wurden. Shit! Das ganze bleibt daher absolut geruchsneutral. Die gesammelten Fäkalien werden samt Toilettenpapier und Sägespänen kompostiert und somit ein Verwertungskreislauf gesichert. Für die Nutzung der Toiletten wird eine kleine Gebühr von 2 € fällig, dafür ist aber auch alles immer blitzeblank und du kannst dich erleichtern ohne Chemiekrams oder Wasserverschwendung.

Wenn du jetzt traurig bist, dass du auf die blöden Dixies gegangen bist, während am anderen Ende des Geländes ein Öko-Luxus-Klo auf dich gewartet hat, nutz die Chance doch auf einem kommenden Festival. Eine Liste mit allen „Tourdaten“ der Goldeimerjungs findet sich hier.

 

 

L.U.S.T.

Explore the world
Explore the world

Nein, L.U.S.T. ist nicht die Initiative der Leuphana Pornoliebhaber. Lüneburger Universitäts-Studentenkreis Touristik e.V., lässt sich eben nicht schlauer abkürzen. Seit 1990 kümmert sich die Initiative bereits um alle Studierenden, die sich brennend für das Thema Tourismus interessieren. Dabei ist ganz egal, ob es um Vermarktung, Durchführung oder das Thema nachhaltiges Reisen geht – willkommen sind alle Urlaubsversessenen. So präsentierte sich die Initiative auch auf dem Festival. Hawaii-Hemd, Swimmingpool, Angel – so lässt es sich leben. Im Vordergrund ihrer Arbeit steht die Fusion zwischen Theorie und Praxis. So werden beispielsweise Vorträge, Workshops und Exkursionen organisiert als auch Kontakte zu den Großen der Branche gepflegt. Das alles mischt sich bei der (in der Regel) jährlich stattfindenden TourKon (Tourismuskonferenz). L.U.S.T. chartert für seine Mitglieder ein Flusskreuzfahrtschiff und verbringt drei Tage mit Vertretern aus dem Tourismusbereich und spannenden Workshops auf See. Wer da irre Bock drauf hat, kann sich jederzeit bei info@lust-lueneburg.de melden.

 

Originalton

Music
Music

We love Music! Am Stand des Originalton Vereins konnte man Lose ziehen und CDs, Festivaltickets oder T-Shirts gewinnen. Auch durfte ein Wunsch für einen Musik-Akt geäußert werden, den die Mitglieder von Originalton versuchen, nach Lüneburg zu holen. Originalton Lüneburg ist ein kleiner aber feiner Verein, der für die Erhaltung der guten Musik kämpft. Gemeinsam mit dem Team von Originalton Hamburg organisieren sie verschiedenste Künstler für großartige Konzerte. In diesem Jahr konnten wir ihnen unter anderem Egotronic, Dota, Findus und Beginners Soundsystem verdanken. Als nächster großer Meilenstein der Vereinsgeschichte steht der Beitritt zur Initiativenlandschaft der Leuphana an. Gerne sucht man auch immer weitere Musikliebhaber, die aktuell und in Zukunft weiter für die Bereicherung der Live-Musik-Kultur in Lüneburg arbeiten möchten. Bei Interesse könnt ihr gern eine E-Mail an info@originalton-hamburg.de schicken.

 

Amnesty International

Human Rights
Human Rights

Was Amnesty International macht, bedarf wohl keiner groß ausartenden Erklärung. Wer trotzdem auf dem Schlauch steht, kann sich hier fix schlau lesen. Weltweit gibt es größere und kleinere Aktionsgruppen, die Projekte bearbeiten und Aufklärungsarbeit betreiben, so auch an der Leuphana. Das hiesige Team widmet sich aktuell dem Thema Bildung als Menschenrecht beziehungsweise Menschenrechtsbildung. Neben Vortragsreihen und kleineren Aktionen, geht es vor allem um die Verbreitung von Informationen und Sensibilisierung für das Thema Menschenrechte im Allgemeinen. Wer das für eine gute Sache hält und gerne mitmachen möchte, findet alle nötigen Infos auf der Facebook-Seite der Gruppe.

 

Über

Ein Magazin über Menschen, Orte, Träume, Taten & Ideen
Ein Magazin über Menschen, Orte, Träume, Taten & Ideen

Camping-Wagen, Sonnenschirm, Liegestühle, Planschbecken und ein Wäscheständer mit trocknenden … Zeitungen? So präsentierte sich Über auf dem lunatic Festival. Über ist ein freies Projekt das innerhalb der Agentur Redeleit und Junker entstanden ist. Ganz unabhängig von Meetings, Briefings und anstehenden Projekten sollte es einen Raum geben, in dem Ideen einfach kreativ und mutig umgesetzt werden können. Aus der Idee entstand das Über Magazin im Zeitungsformat, das inzwischen in Lüneburg, Berlin und Hamburg ausliegt. Für jede Ausgabe werden ein neues Thema und ein komplett neues Team Kreativer zusammengestellt, die dem ganzen ihre persönliche Note verleihen. So bleibt nicht nur das Konzept Über flexibel sondern auch die Themen und Aufarbeitungsformen spannend.

 

 

 

Kulturgarten

Kulturgarten / (CC) Elisa Hantsch
See things growing

Das Konzept der interkulturellen Gärten hat inzwischen schon in vielen Städten Deutschlands Einzug gehalten und ist bisher immer erfolgreich Teil der Nachbarschaften geworden. Jetzt gibt es endlich auch in Lüneburg ein Team, dass versucht durch das Gärtnern Menschen einander näher zu bringen: Kulturgarten. An ihrem Stand konnten Festivalgänger mal ordentlich mit den Händen im Matsch rumwühlen und sich vollkommen mit der Natur verbunden fühlen. Das Projekt ist Teil der Lüneburger Willkommensinitiative, welche sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzt. Die Integrationsförderung wird hier beispielsweise durch Beratung, Sprachunterricht oder auch gemütliche Abende, bei denen Geschichten miteinander geteilt werden, in Angriff genommen. Seit diesem Sommer wird nun auch gemeinsam gegärtnert, mittwochs ab 14 Uhr und samstags ab 11 Uhr im Brandtheider Weg 51. Eine kurze Vorstellung der Idee und des Gartens findet ihr hier. Jeder, der sich gerne mit dem Projekt beschäftigen oder gar teilhaben möchte, ist außerdem zum spontanen Vorbeikommen eingeladen.

 

Hochschulsport

The light of the world
The light of the world

Auch der Hochschulsport präsentierte sich auf dem lunatic – das waren die, wo man sich im Schneckentempo-Fahrradrennen oder Wischlappenschnelllauf beweisen konnte. Belohnt wurde man sportlich mit leckeren Süßigkeiten. Dem Hochschulsport war es vor allem wichtig, für das am gestrigen Mittwoch stattgefundene Sommerfest (http://www.leuphana.de/campus/hochschulsport.html) zu werben. Unter dem Thema „Brasilien – Verantwortung im Sport“ wurde dieses Jahr wieder allerhand verrücktes von den Teams verlangt. Natürlich zählte auch wie bisher – geiles Kostüm ist Muss!

 

 

Rock Your Life

Rocking Lüneburg
Rocking Lüneburg

Schaumküsschenwurfmaschine und Fußballwand – so lockte Rock Your Life die Festivalwütigen zu ihrem Stand. Rock Your Life ist eine Initiative die sich für „Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit“ einsetzt. Das klingt furchtbar hochtrabend und viel verlangt, wird aber erfrischend einfach umgesetzt. Rock Your Life Mitglieder helfen im 1 zu 1 Coaching Schülern, ihren Abschluss zu schaffen und sich auf ein Berufsleben vorzubereiten. Das gelingt gemeinsam mit Partnern in Unternehmen, Schulen und Beratungseinrichtungen und gleichzeitig ohne die Jugendlichen unter Druck zu setzen. Am Ende ist das Projekt schließlich nur erfolgreich, wenn die Schüler die zwei Jahre Coaching nutzen konnten, um sich selbst kennenzulernen, Stärken und Schwächen zu analysieren und gestärkt in die berufliche Zukunft zu gehen. Klingt verdammt toll? Richtig! Also gerne Kontakt aufnehmen.

 

Barfusspark

barfuß laufen
barfuß laufen

Zwar keine Initiative, aber trotzdem definitiv einen Versuch wert: der Barfusspark in Egerstorf. Auf ungefähr 2,7 km Weg finden sich über 60 Stationen an denen man seine Füße mal aus den Schuhchen befreien und etwas spüren lassen kann. Wie fühlen sich Tannenzapfen an, oder Sand, oder Erde? Neben einer interessanten neuen Erfahrung gibt es auch eine gratis Fußreflexzonenmassage – Natural Style, denn die verschiedenen Untergründe regen die Durchblutung an und lassen die Füßchen ordentlich kribbeln. Nebenher gibt es auch andere Zurück-Zur-Natur-Angebote, wie einen Kräutergarten zum Schnuppern und Raten, Wald-Yoga-Stationen und natürlich einen schönen Tag in der Natur. Alle weiteren Informationen findet ihr auf der Homepage.

 

 

Viva con Agua

Alle für Wasser - Wasser für Alle
Alle für Wasser – Wasser für Alle

Bunt bemalte Mülltonnen, Verziert mit Basketballnetz oder Diskokugeln, eine wehende Fahne in Mitten der tanzenden Massen – Ja, auch Viva con Agua hat sich das Festival nicht entgehen lassen. Es handelt sich hier um einen gemeinnützigen Verein der sich der Trinkwasserproblematik auf unserem Planeten widmet. Gleichzeitig stehen aber auch Themen, wie ein Recht auf Sanitäranlagen und hygienische Mindeststandards weltweit im Fokus ihrer Arbeit. Dabei bezeichnen sie sich selbst als eine All-Profit-Org, denn jeder profitiert vom gemeinsamen arbeiten. Mit kreativen Aktionen sammelt Viva con Agua Spenden und ist so auch auf dem lunatic bereits seit 2007 bekannt. Auch am Wochenende konnten wieder alle Festivalbesucher Becherpfand für eine gute Sache spenden. Wer mehr erfahren und sich über die Projekte des Vereins erkundigen möchte, sei mit ihrer Homepage gut beraten.

 

Iaeste

experience
experience

Für ein paar Wochen oder Monate ins Ausland wollen wohl die meisten Studierenden. Es ist ja auch sehr praktisch. Doch ein Auslandssemester ist nicht immer billig und/oder sinnvoll (z.B. wenn nur ein Bruchteil der belegten Kurse angerechnet werden kann). Gott sei Dank gibt es auch andere Wege in die Welt. Iaeste vermittelt in über 85 Ländern weltweit Praktikumsplätze. Das besondere: die Kosten werden durch den DAAD getragen. So haben nicht nur Studierende westlicher Nationen eine Chance auf ein tolles Praktikum, sondern auch Studierende aus Ländern, in denen ein Auslandsaufenthalt sonst unbezahlbar wäre. Interesse an einem Austauschplatz oder auch an der Mitarbeit in der Initiative? Dann einfach eine fixe Nachricht an die Facebook-Seite richten.

 

 

Fazit

Nicht nur auf den Bühnen, sondern auch auf der Spielwiese wurde vom lunatic-Team ein buntes Programm zusammengestellt. Die Initiativen und Vereine gestalteten zusammen eine vielfältige und kreative Festivallandschaft. Neben Elisa und Anna freuten sich auch alle anderen Besucher über die Abkühlung in den Planschbecken von Über und L.U.S.T. oder quiekten vor Freude über die Wettkampfangebote des Hochschulsports. Jeder Pfandbecher, der in Viva con Aguas Tonne landete, wurde mit kräftigem Jubelsturm gefeiert. Auch die Schaumküsschenwurfmaschine lief auf Hochtouren. Die Initiativen und Festivalwütigen waren wahnsinnig gut drauf und tobten sich gemeinsam aus. Wir freuen uns auf nächstes Jahr! So lasset den Wettergott wieder gnädig sein.

Autorinnen: Anna Christin Koch / Elisa Hantsch

 

20. Juni 2014

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