Hochschule & Politik

Libeskind bleibt in Lüneburg

Daniel Libeskind bleibt weiterhin Professor an der Leuphana. Der Senat der Universität verlängerte seine nebenberufliche Professur um vier Jahre, damit Libeskind das Audimax-Projekt noch abschließen kann. Nach dem derzeitigen Plan wird das Zentralgebäude im Jahr 2014 fertiggestellt.

Libeskind kam 2007 an die Universität, als in Lüneburg große Diskussionen darüber tobten, wie die Zukunft der Uni gesichert werden könne. Das Präsidium vertrat die Position, ein großes, prestigeträchtiges Zentralgebäude würde Lüneburg einen Vorteil gegenüber anderen Universitäten verschaffen und zu einem neuen Standbein der Universität werden. Gegner dieser Idee argumentierten, die Uni müsse mit allen verfügbaren Kräften die Forschung und Lehre der Uni verbessern und dürfe sich nicht mit vielen Nebenprojekten aufreiben.

Die Uni-Leitung setzte sich damals mit Hilfe regionalpolitischer Kräfte durch und ging ihr neues Projekt ohne größere Umwege an. Sascha Spoun und Holm Keller seien sich nach Aussagen des damaligen AStA früh mit Daniel Libeskind über das Audimax-Projekt einig gewesen. Sie schufen die Professur für Daniel Libeskind angeblich nur, um einer öffentlichen Ausschreibung der Gebäudeplanung zu entgehen. Wegen dieser Vorwürfe prüft seit dem letzten Jahr das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung, ob in diesem Verfahren tatsächlich alles mit rechten Dingen zuging.

Wer sich trotz aller Streitigkeiten neugierig auf das Werk Libeskinds in Lüneburg wartet, sollte sich Bilder des Run Run Shaw Media Centers in Hong Kong anschauen. Dort arbeiten seit 2011 Studierende der “kreativen Medien” in einem Gebäude, das dem Lüneburger Audimax-Entwurf zumindest sehr nahe kommt. Es vermittelt einen guten Eindruck, wie sich Studis ab dem Herbstsemester 2014 am Lüneburger Campus fühlen könnten.

26. Mai 2012

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