Leuphana-Card vorläufig gescheitert
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Leuphana-Card vorläufig gescheitert

Keine schnelle Lösung in Sicht für eine Karte

Der Beschluss der Studienbeitragskommission am 23.04.2014 war knapp, nur zwei Stimmen stimmten für die Leuphana-Card während

Derzeit gibt es viele verschiedene Papier- und Plastikkarten für die Leuphana/ (CC) Foto: Christopher Bohlens
Derzeit gibt es viele verschiedene Papier- und Plastikkarten für die Leuphana/ (CC )Foto: Christopher Bohlens

drei Stimmen sich dagegen entschieden. Zwar waren nur fünf von acht Kommissionsmitgliedern anwesend, aber dennoch stimmten drei Studierende und zwei Professoren über die Leuphana-Card ab. Vorausgegangen war ein Umlaufverfahren, was die Abstimmung über die Leuphana-Card ohne Sitzung ermöglichen sollte, scheiterte jedoch an einem Veto.

Eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Medien- und Informationszentrum (MIZ) hatte der Studienbeitragskommission bereits im Oktober 2013 ein Konzept für eine Karte vorgelegt. Die Karte sollte viele Funktionen vereinen: Studierendenausweis, Semesterticket, Mensa-Karte, Bibliotheksausweis, Sportstudio, Kopierkarte, bargeldloses Bezahlen, elektronischer Schlüssel und Ausleihkarte im MIZ. Neben den hohen Einrichtungskosten von maximal 375.000 Euro sollten laufenden Kosten von 100.000 Euro im Jahr hinzukommen.
Positive Unterstützung erhielt die Karte durch mehrere Präsidiums-Studierenden-Workshops sowie Wünsche von Fachgruppenvertretungen und Fachschaften weiterer Studierender, die sich mit dem Wunsch an die Hochschule gewendet haben. Auf der anderen Seite fragen sich die Kommissionsmitglieder, wie das Verhältnis von Kosten zu Nutzen gerade in Bezug auf die Verbesserung von Studium und Lehre ist. Insbesondere der Punkt der hohen jährlichen Kosten sei kritisch.
Die Mitglieder der Studienbeitragskommission hatten im Oktober 2013 den Wunsch geäußert, ein Votum des Studierendenparlaments zu erhalten, da die studentischen Mitglieder nicht alleine über diese hohe Summe entscheiden wollten.
Das höchste studentische legislative Organ der Studierenden, das Studierendenparlament (StuPa) wurde in der Sitzung am 19.03.2014 über die Leuphana-Card informiert und fasste einen Beschluss. Auf der Sitzung, wo diese Entscheidung getroffen worden ist, waren die Vertreter aus dem MIZ und die Ombudsperson anwesend, um das Projekt vorzustellen und Fragen zu beantworten. In der abschließenden Abstimmung über ein Meinungsbild, ob das StuPa die Verwendung von Studienbeiträgen für die Leuphana-Card befürwortet, wurde der Beschluss hierfür bei 16 Ja-Stimmen und einer Enthaltung gefasst.
Der Beschluss lautete im Wortlaut: „Das StuPa beschließt eine Empfehlung an die Studienbeitragskommission, der Finanzierung des Projektes ‚Leuphana-Card’ aus Studienbeiträgen zuzustimmen. Jedoch sollen mögliche, zukünftige Einsparungen, die aus der Umstellung auf Leuphana Card (z.B. Verwaltung, Porto, Druck) entstehen, in einen gesonderten Topf fließen, der den gleichen Kriterien wie Studienbeiträge unterliegt. Sollten mögliche Einsparungen nur mit unverhältnismäßigem Mitteleinsatz ermittelt werden können, oder sind die zu erwartenden Einsparungen marginal, kann auf Überführung der Mittel aus Einsparungen verzichtet werden.“
Technisch sollte die Leuphana-Card durch ein System der Firma InterCard GmbH Kartensystem realisiert werden. Insbesondere die HAW Hamburg gilt hier als ein Muster-Beispiel, da die Hochschule mit rund 15.000 Studierenden die Komplettlösung umgesetzt hat. Vertreter des MIZ konnten sich in einigen Vor-Ort-Besuchen vom Funktionsumfang und Wege der Implementierung überzeugen.
Ob nun das Projekt Leuphana-Card endgültig gestorben ist, ist fraglich. Zumindest kann eine Abstimmung mit einem modifizierten Antrag wiederholt werden. Wann die nächste Sitzung der Studienbeitragskommission stattfindet, ist unbekannt.

Autor: Christopher Bohlens

23. Mai 2014

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