Leslie Clio in Concert – „Jetzt sind wir unter uns.“
Ausprobiert, Titelblatt

Leslie Clio in Concert – „Jetzt sind wir unter uns.“

Konzertrezension zu Leslie Clios „Gladys-Tour“ im Molotow

Am Freitag wartete in den Kellergewölben des ausverkauften Molotow Clubs alles auf die neue deutsche Soulentdeckung – Leslie Clio. Diese Frau sollte man sich merken… .

Als Vorband präsentierten Clios Schlagzeuger Max Schröder & das Love gefühlvollen Deutschpop. Dass dieser Mann Stimme hat und die Gitarre beherrscht, bewies er bereits als „der Hund Marie“ in Kooperation mit Olli Schulz. Die Texte zu Songs wie „mein Mädchen“ und „moderner Mann“ erwiesen sich als spannende Anmerkungen zum Genderdiskurs, konnten aber nur wenig Stimmung aufkommen lassen.

Nun gut, man sagt uns Norddeutschen gern mal nach, etwas unterkühlt zu sein, wenn es ums Mitklatschen und Hüpfen geht. Nach ungeduldigen Minuten, in denen mein Nachbar rief, er werde gleich selbst die Bühne stürmen, war es soweit. Heimvorteil für die gebürtige Hamburgerin Clio, die mit ihrer warmen Stimme sofort alle in ihren Bann zog. Mit kreisenden Armen, sich drehend und springend stellte sie sofort eine Dynamik her, die das Publikum begeistert zum Schmunzeln brachte. Nachdem der Großteil der Pressefotografen verschwunden war, entwich ihr ein erfreutes „jetzt sind wir unter uns“ und sie drehte richtig auf.

Neben der bekannten Popnummer „Couldn`t care less“ und weiteren Songs aus dem Debütalbums „Gladys“ performte sie auch ein anrührendes Acoustic Cover des Everly Brothers Song  „All I have to do is dream“. Gesanglich ist die Frau mit dem Sixties-Liedstrich in den Gefilden von Adele und Duffy beheimatet und macht absolute Ohrwurmmusik. Nach einer Stunde voll wunderbarem Pop-Soul bedankte sich Clio brav bei ihrem Hamburger Publikum und versprach wiederzukommen. Obendrauf gab es noch den Song „Told you so“, als Betthupferl, woraufhin das Publikum glücklich summend in der Nacht verschwand.

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt die zierliche Powerfrau selbst live zu erleben, dann bietet sich eine Chance bei der kommenden Herbsttournee. Karten gibt’s ab 22 Euro; Hamburg, Hannover und Bremen sind mit von der Partie.

P.S: Ein besonderer Dank geht an die freundliche Dame vor mir, für die Fotos aus der 1,80m Perspektive!

Autorin: Ann-Christin Busch

3. Mai 2013

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