Leider abgelehnt – Elefant erhält keinen Kredit für Eröffnung eines Porzellanladens
Satire, Titelblatt

Leider abgelehnt – Elefant erhält keinen Kredit für Eröffnung eines Porzellanladens

Berlin (dpo) – Es hätte so schön sein können. Seit einigen Jahren träumte der Elefant Emile Lefánt bereits davon, mit seiner Frau ein exklusives Porzellangeschäft zu eröffnen. Die Berliner Sparkasse machte ihm jedoch fürs erste einen Strich durch die Rechnung. Denn den nötigen Kredit für die Eröffnung wollten sie dem Dickhäuter aus bisher nicht genau geklärten Gründen nicht gewähren.

„Wissen Sie, ich war etliche Jahre beim Zirkus – als Trapezkünstler, ziemlich erfolgreich sogar. Na wie dem auch sei, meinen Traum habe ich nie vergessen – als Elefant kann ich das ja auch nicht –: einmal einen Porzellanladen zu besitzen. Und ja, Sie sind nicht der erste, der mich wegen meines Traumes komisch anguckt. Aber wenn einer ein dickes Fell hat, dann ja wohl ich.“

Seinen Traum gibt E. Lefánt also nicht so schnell auf und hat die Bank nun wegen diskriminierender Geschäftspraktiken verklagt. „Es ist 2019 und ich werde schlechter behandelt, nur weil ich aus Afrika stamme und hier nicht der Norm entspreche“, gibt E. Lefánt wütend zu Protokoll.

Spricht man den Sparkassendirektor auf die Rassismusvorwürfe an, reagiert er aggressiv: „Was Rassismus? Natürlich ist das Rassismus! Herr Lefánt gehört buchstäblich einer anderen Rasse an, er ist kein Mensch! Aber vor allem: Was hat er bitte für Sicherheiten? Erdnüsse?!“

Dass der wahre Grund für die Ablehnung des Kreditantrags nicht in den fehlenden Sicherheiten liegt, sondern darin, dass der Sparkassendirektor das sechs Tonnen schwere Tier schlicht persönlich für ungeeignet hält, einen Laden voller leicht zerbrechlicher Waren zu führen, spielt angeblich keine Rolle. Genau das vermutet E. Lefánt jedoch und klagt.

Ob E. Lefánt doch noch zu seinem Porzellangeschäft kommt, muss nun das Gericht entscheiden. Falls es Lefánts Antrag nicht stattgibt, hat das Tier bereits einen Plan B. „Es wird zwar nicht leicht aber dann verkaufe ich eben einen meiner Stoßzähne. Für seine Träume muss man schließlich auch Opfer bringen.“


Hinweis: Das war Satire!

Ein Elefant kann doch gar nicht sprechen, wie soll er da einen Kredit bekommen?

Nein, alles in Ordnung. Der Fall ist natürlich frei erfunden, es handelt sich um einen Postillon-Artikel.

Und wie kommt ein Postillon-Artikel in die Univativ?

Ganz einfach: Unser Autor verdient sich gelegentlich ein bisschen was mit Artikeln für den Postillon dazu. Dieser hier wurde aber nicht genommen.

Aha! Also nur den Ramsch recyclen, den sonst keiner haben will!

Wenn du was gegen Recycling hast, bist du eindeutig falsch an der Leuphana.

Und wie funktioniert das da beim Postillon?

Wie fast überall im Journalismus: über Connections. Hat man den Kontakt, einfach ein paar Titelvorschläge einschicken und zu Karl Kraus beten. Der erste Artikel unserer Autors war übrigens dieser hier.

Gibts da auch was für?

Abgesehen von massivem Ego-Push durch etliche tausend Likes und die absolute Gewissheit, besser als alle anderen zu sein? Ja. Ein bisschen Geld bekommt man auch, je nachdem wie viel noch am eingeschickten Artikel geändert werden muss. Schickt man nur den Titel ein, schreibt den Text aber nicht selbst, gibt es nur die Hälfte. Wie viel wird aber nicht verraten.

Kann ich auch mitmachen?

Jein. Du kannst zwar die Mailadresse raussuchen und einfach auf gut Glück Titelideen einschicken, ohne gewisse Erfahrung im Schreiben und insbesondere im Postillon-Stil stehen die Chancen aber nicht allzu gut. Unser Autor schickt etwa zehn Titelideen (jeweils mit leicht unterschiedlichen Formulierungen) ein, von denen dann im Schnitt eine genommen wird. Und dann muss der Artikel ja noch geschrieben werden. Ideen aber gerne an Univativ 😉 (Im Ernst, wir machen halbe halbe).

5. Februar 2019

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Ernst Jordan dont wait for me, if i care bout anything, anywhere losin myself, i get the stares what im lookin at, wasnt there (wasnt there)