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Kinderleicht? – Eine Kolumne über das Studieren mit KInd

Angelika ist alleinerziehende Mutter und studiert Vollzeit an der Leuphana. Wöchentlich berichtet sie über ihren Weg zum Studium sowie Erfahrungen und Erlebnisse rund ums Studieren mit Kind.

 Studieren mit Kind/ (CC) Foto: missBdeBerlinWeihnachten- das Fest der ewigen Nervensägen
Da war ich doch tatsächlich so naiv und habe mich monatelang auf die Weihnachtsferien gefreut: mit der Familie vor dem Fernseher kuscheln, schöne Filme sehen, Theaterbesuche, Kekse backen, Besuche auf dem Weihnachtsmarkt, ausgedehnte Shoppingtouren, das Schmücken des Baumes. Und erst recht Heiligabend mit Kirche, Essen und Bescherung… Alles war bereits geplant, die Tage mit ihren Attraktionen perfekt durchgestylt. Eigentlich kann bei guter Planung nichts schief gehen, oder?

„Mir ist kalt, ich muss mal Pipi und ich habe Huuuuunger!!!“
Statt einer idyllischen Vorweihnachtszeit, wie sie auf der Kellogspackung abgebildet wäre, kamen mir leider die Realität und das wahre Leben gleichzeitig in die Quere. Aus dem Weihnachtsmarktbesuch wurde die reinste Hetzjagd nach Toiletten und Essensbuden. Die kuscheligen TV-Abende verwandelten sich in Diskussionen über die Wahl des Programms und die Bescherung war das reinste Konsumfestival: aufreißen, kurz freuen, danke sagen und das nächste Geschenk bitte – wie am Fließband. Leider alles andere als die heile Welt in meiner rosa Mädchen-Fantasie.

Und die Moral von der Geschicht‘…
…den perfekt geplanten Glücksmoment, den gibt es nicht. Ob ich denn eine so furchtbare (Vor-)Weihnachtszeit hatte? Ganz und gar nicht! Zum Glück bin ich keine spießige und humorlose Person, die sich von so etwas das Fest verderben lässt. Wir hatten reichlich zu lachen und haben dennoch Zeit gefunden zum Kuscheln und Filmegucken. Die wertvollste Erfahrung aus diesen Situationen war: Die besten Momente kommen immer noch überraschend, spontan und sie sind absolut unplanbar. Der Geist der Weihnacht und die Liebe haben mich dennoch aufgesucht, aber erst nach Weihnachten, als ich frei von Organisationsstress war und mich dafür öffnen konnte. Nach dem Fest ist also vor dem Fest.

Autorin: Angelika Kowal

17. Januar 2014

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