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Kinderleicht? – Eine Kolumne über das Studieren mit Kind

Angelika ist alleinerziehende Mutter und studiert Vollzeit an der Leuphana. Wöchentlich berichtet sie über ihren Weg zum Studium sowie Erfahrungen und Erlebnisse rund ums Studieren mit Kind.

Studieren mit Kind/ (CC) Foto: missBdeBerlinDer Winter ist die beste Jahreszeit. Im Winter gibt es Schnee, Kaminknistern, Tee, Kakao, Bücher, Wärme und das allerbeste: Weihnachten! Das Fest der Liebe, der Besinnung, Entschleunigung und Erholung pur… Wie, bei euch etwa nicht? Ihr habt dieses Jahr nicht entspannt Kekse gebacken, alle Geschenke schon spätestens im Oktober zusammen gehabt, mit Liebe im Herzen alles verpackt und euch aufs Fest gefreut? Willkommen im Club! Ich nämlich auch nicht. Und das macht mich traurig. Traurig und wütend. Am meisten ärgere ich mich über mich selbst. Aus all der Vorfreude – denn ich warte wirklich das ganze Jahr auf Weihnachten – ist nichts außer Enttäuschung geworden. Habe ich vielleicht eine zu hohe Erwartungshaltung an Weihnachten? Das kann nicht sein, denn all die Jahre zuvor war es doch auch immer so, wie ich es geplant und mir gewünscht habe.

Das Studium ist schuld! (Ist immer einfacher zu behaupten)
Leider musste ich dieses Jahr die Erfahrung machen, dass das Studium schuld daran ist. Seit ich studiere, steht mein Leben ab und zu kopf. Ich habe mir Frieden im Herzen gewünscht, doch ich bekam heftige Rückenschmerzen, sodass ich mich wochenlang nicht bewegen konnte. Ich habe mir Liebe gewünscht, doch so viel, wie im Dezember hab ich mich noch nie gezankt. Ich wollte mit meiner Tochter bei kuscheliger Weihnachtsmusik ein Lebkuchenhäuschen machen, doch sie bekam nur Kinderschokolade aus dem Discounter. Kekse backen ist ganz ausgefallen, der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ebenso. Stattdessen gab es Klausuren, Hausarbeiten und ein paar kleine Nervenzusammenbrüche. Die Muße, die ich so herbeigesehnt habe, ist leider auch nicht vorbeigekommen. Die Karten schrieb ich alle mit Hast, Angst und Erwartungen. Ja ich ärgere mich sehr. Über mich selbst. Dass ich es nicht geschafft habe, alles vorher zu erledigen und mir meine freie zu erkämpfen. Freie Zeit war da, wenn man ein paar Wochen im Voraus in den Kalender blickte. Doch ich hätte diese tapfer verteidigen müssen. Stattdessen konnte ich jedes Mal nicht nein sagen, wenn jemand was von mir wollte.

Trotzdem glücklicher denn je
Nun ja, es gibt immer zwei Perspektiven, auf eine Situation zu schauen. Ich habe aus dieser Erfahrung gelernt. Nächstes Jahr habe ich erneut die Möglichkeit, mein Zeitmanagement besser zu planen. Ob meine Tochter jetzt traurig oder enttäuscht ist? Keineswegs! Sie ist ein glückliches, quicklebendiges Mädchen, das an den Geist der Weihnacht glaubt und unheimlich viel Liebe in ihrem kleinen Herzen hat. Sie freut sich auf das Fest mit ihrer Familie. Was Weihnachten für sie bedeutet? „Familie, Tannenbaum und Lebkuchen“ antwortet sie mir. Wir sind alle etwas verrückt, verplant, emotional. Aber an Heilig Abend wird alles gut. Und ich bin mir sicher, es wird ein schönes Fest. Meine Botschaft: Glück ist das einzige, das sich vermehrt, wenn man es mit anderen teilt. In dem Sinne: Ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins aufregende 2014!

Autorin: Angelika Kowal

20. Dezember 2013

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