Jakob und Im.Kasten – Zwei junge Festivals für Lüneburg
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Jakob und Im.Kasten – Zwei junge Festivals für Lüneburg

An kulturellen Events und Möglichkeiten mangelt es Lüneburg auf den ersten Blick nicht. Viel davon ist den zahlreichen studentischen Initiativen zu verdanken, die von Vorträgen über Theaterstücke und Konzerte, bis hin zu Lesebühnen und Diskussionsrunden so einiges auf die Beine stellen.

Doch nicht nur an der Uni passiert etwas – der Lüneburger Nachwuchs ist ebenfalls schon kräftig am Planen. Mit dem Jakob Festival und dem Im.Kasten Kurzfilmfestival stehen zwei neue Projekte in den Startlöchern, die Lüneburgs Kultur noch bunter machen sollen.

Univativ hat mit Johanne Hobel und Max Giesler vom Jakob Festival und Henriette Heus von Im.Kasten gesprochen.

Von links nach rechts: Johanne Hobel, Henriette Heus, Max Giesler. / (C) Sophie Godding
Von links nach rechts: Johanne Hobel, Henriette Heus, Max Giesler. / (C) Sophie Godding

Lunatic, A summer’s tale…braucht Lüneburg denn eigentlich noch ein Festival?  Auf jeden Fall! Jedenfalls wenn es nach den Organisator*innen des Jakob Festivals geht, das am 20. August Musiker und Künstler aus Lüneburg und der Region in den Kurpark holt.  „Viel geht in Lüneburg noch immer von der Uni aus. Und das ist auch total gut, wir haben davon als Schüler auch immer profitiert. Aber genau das ist es eben, was zeigt, was in Lüneburg gefehlt hat. Nämlich, dass auch mal andere Leute was auf die Beine stellen. Und das wollen wir nun mit dem Jakob Festival tun.“, erzählt Johanne. Max ergänzt: „Und das ist auch das Besondere daran. Ein Festival für junge Leute, das auch von jungen Leuten organisiert wird.“

Das Jakob- Team besteht aus gut 30 Personen, viele davon unter 20 Jahren alt. „Wir hätten auch nicht gedacht, dass es so groß wird. Natürlich ist es oft anstrengend und extrem viel Arbeit, aber die macht auf jeden Fall sehr viel Spaß. Es ist insgesamt viel Learning by Doing. Wir haben vorher  alle noch nie so etwas gemacht.“

Ähnlich ist es bei Im.Kasten. Hier sitzen allerdings nur drei Leute im Planungsteam, allesamt ebenso Neulinge in der Festivalorganisation. Viel zu tun, aber mit viel Spaß und Motivation. Eine weitere Person mit etwas Filmfestivalerfahrung ist in neuester Zeit noch dazugekommen. Und diese Unterstützung ist gerne gesehen.

Und wie ist das jetzt mit den „jungen Leuten“ gemeint? Ursprünglich sollte das Jakob Festival vor allem Besucher*innen zwischen zwölf und zwanzig Jahren ansprechen. Ausweiskontrolle mal andersherum? Wer älter ist, muss draußen bleiben? Max und Johanne grinsen: „Da soll natürlich niemand ausgeschlossen werden. Letztendlich freuen wir uns, wenn möglichst viele verschiedene Leute kommen. Es soll ein Festival für ganz Lüneburg werden, das sich dann hoffentlich auch etablieren kann.“

Ein wenig eingeschränkter ist das beim Kurzfilmfestival. Noch bis zum 16. September können alle zwischen 16 und 25 Jahren ihre Filme einreichen. Das liegt nicht daran, dass man ab 25 nicht mehr als „jung“ gelten würde. Irgendwo musste die Altersgrenze dann einfach gezogen werden. Der Hauptgrund dafür ist aber vor allem der Hauptgewinn: eine Woche im Jugendfilmcamp Arendsee. Dieses steht eben genau dieser Altersgruppe offen. Unter dem Motto „Dein Film in einer Woche“  kann man dort in alle wesentlichen Aspekte des professionellen Filmemachens hineinschnuppern. Das Kurzfilmfestival möchte jungen Nachwuchsfilmemacher*innen einen Rahmen bieten, in dem sie sich ausprobieren und die eigenen Kenntnisse ausbauen können. So werden am Festivaltag neben der öffentlichen Filmsichtung im SCALA Programmkino für alle Teilnehmer*innen Workshops zu Drehbuch, Regie sowie zu Kameratechnik angeboten.

Aber auch die Chance den eigenen Film einem öffentlichen Publikum und einer professionellen Jury präsentieren zu können, soll ein Anreiz für Jungproduzent*innen sein.  Franziska Pohlmann, Lüneburger Regisseurin und Produzentin, zuletzt durch „Die Krone von Arkus“ in der Öffentlichkeit, Rote Rosen- Schauspielerin Anja Franke sowie Norman Schenk, Schauspieler und Regisseur aus Berlin und Initiator des Jugendfilmcamps, sind bereits Mitglieder der Jury. „Eine Austauschplattform soll entstehen: Nachwuchs und Professionelle der Branche sollen zusammenkommen. Das soll unser Festival von klassischen Filmfestivals unterscheiden. Da hoffen wir natürlich, dass da auch Bedarf herrscht. Ich habe schon das Gefühl, dass es hier viele junge Kreative gibt, die sich für diese Art von Festival interessieren würden.“, begründet Henriette den Anreiz, ein junges Kurzfilmfestival in Lüneburg auf die Beine zu stellen.

Austausch – der ist auch dem Jakob Festival wichtig. Deswegen möchten die Organisator*innen auf ihrem Festival auch anderen Lüneburger Projekten und Studiinitiativen die Möglichkeit geben sich vorzustellen. Neben dem musikalischen Programm – zu hören und sehen sind unter anderem die Lüneburger Bands Kota Connection und Karolina Kingdom sowie regionale Gruppen wie Pecco Billo aus Hamburg – wird es interaktive Aktionen, Kunst und allerlei andere Unterhaltung geben.

Ein wenig musikalisch wird es aber auch bei Im.Kasten. Nach Filmsichtung  und Preisverleihung ist eine Aftershowparty mit Livemusik und DJ geplant. Eingeladen sind dann nicht nur alle, die selbst mit ihrem Film beim Festival mitmachen. „Das Filmfestival soll schließlich einen Mehrwert für ganz Lüneburg bieten.“, betont Henriette. Dann auch ganz ohne Altersbegrenzung.

So rosig das alles klingt, ist es doch auch viel Arbeit. Und nicht immer läuft alles wie gedacht. Die Fähigkeit zur Improvisation und Durchhaltevermögen sind da von Vorteil. Während das Jakob Festival schon viel Überzeugungsarbeit geleistet hat, um Unterstützer, vor allem finanzieller Art, zu finden, und bereits erfolgreich war, ist das Im.Kasten-Team noch auf der Suche nach Sponsoren. Bis zum 31. Oktober bleibt noch viel zu tun. Aber das Filmfestival bleibt dran. Währenddessen geht es für das Jakob bereits in den Endspurt. Jetzt werden vor allem Helfer*innen für den Festivaltag gesucht.

Am Ende bleibt beiden Festivals die gleiche Hoffnung – dass sich all die Arbeit, die investierte Zeit, all das Kopf- und Hirnschmalz auszahlt. Aber da sind das Jakob- und das Im.Kasten- Team zuversichtlich. Schließlich fließt vor allem eines in beide Festivals: jede Menge Herzblut!

Autorin: Sophie Godding

Anmerkung: Die Autorin selbst ist bei Im.Kasten aktiv und hat versucht, nicht allzu sehr ins Schwärmen zu geraten.

17. August 2016

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