Habitica – Deine Chance auf ein organisierteres Leben
Ausprobiert, Titelblatt

Habitica – Deine Chance auf ein organisierteres Leben

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Deine guten Vorsätze sollen nicht nur Traumschlösser bleiben? Du wolltest schon immer mal Jonglieren/einen Zaubertrick/zeichnen/Gitarre spielen etc. lernen aber findest nie die Motivation anzufangen? Oder du hast einfach keine Lust jede Kleinigkeit im Kopf zu behalten?

Wenn du auch nur eine dieser Fragen mit Ja beantwortet hast, dann schau dir diesen Artikel an. Oder log dich bei meinem Testaccount ein (Login Name: Testaccount2015 , Passwort: einfachmalmachen) und probiere es direkt selbst aus.

Habitica – Was ist das?

Habitica ist eine Website, im Prinzip eine Art Browsergame, das dir dabei hilft, deine Ziele, kurz- wie langfristige, umzusetzen.

Dabei setzt Habitica aber nicht nur bei einzelnen Teilbereichen an, beispielsweise Sport, sondern an allem, mit dem du dich so beschäftigen möchtest. Wenn du also schon immer jonglieren lernen wolltest, aber nie die Motivation zum Üben gefunden hast, oder einfach nur regelmäßig etwas für die Uni tun willst, dann ist Habitica genau das Richtige für dich. Auf der Website steht:

Es „gamifiziert“* dein Leben, indem es all deine Aufgaben (Gewohnheiten, tägliche Aufgaben und einmalige Aufgaben) in kleine Monster verwandelt, die Du besiegen musst. Je besser Du Dich dabei anstellst, umso weiter kommst Du im Spiel.


*Kurzer Exkurs Gamification

Gamification ist laut Wikipedia die „Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext.“ Man nutzt also klassische Game-Elemente, wie Erfahrungspunkte, Fortschrittsbalken und Levelaufstieg, Badges (Auszeichnungen), Highscores und Ranglisten sowie natürlich das zentrale Moment unser aller Leben: (virtuelles) Geld.

Ziel von Gamification ist fast immer, die Motivation für bestimmte, oft unliebsame Aufgaben zu erhöhen. Dafür setzen gamifizierte Systeme am natürlichen Spieltrieb des Menschen sowie dem Wunsch nach extrinsischer Belohnung an, beispielsweise in Form virtueller Güter.

Auch in die Praxis hat es Gamification schon lange geschafft. Klassischerweise im Bereich Mitarbeitermotivation; es gibt aber auch Spiele zur richtigen Dosierung der Insulindosis oder zum sparsamen Autofahren. Weitere erfolgreiche Beispiele findet ihr hier.

Ob man die eher niedliche Anmutung von Habitica nun gut findet oder nicht, fest steht: Es funktioniert. Das meinen übrigens auch Forbes, die New York Times und Kickstarter, die Habitica bereits vorgestellt haben.

An dieser Stelle kannst du entweder direkt mehr darüber erfahren, was du mit Habitica alles machen kannst, oder du hältst dich an „Probieren geht über Studieren“ und loggst dich bei meinem Testaccount (Login Name: Testaccount2015 , Passwort: einfachmalmachen) einfach selbst ein und schaust es dir an.


 

Was mit Habitica möglich ist

  • Freunde einladen und zusammen Quests machen.
  • Progress Updates erhalten.
  • Alle Aufgaben pausieren, ohne Schaden zu erhalten (solltest du mal krank sein)
  • Aufgaben verschiedene Schwierigkeitsgrade zuordnen und so höhere Belohnungen bekommen.
  • Eigentlich unliebsame Aufgaben mit Freude erledigen.
  • Gute Angewohnheiten aufbauen, schlechte verlernen.
  • Deinen Avatar gestalten und Haustiere züchten.
  • Leveln und Ausrüstung kaufen.
  • Nicht alles auf den letzten Drücker machen.
  • An globalen Quests teilnehmen und seltene Gegenstände sammeln.
  • An saisonalen Events teilnehmen (über Thanks Giving gabs zum Beispiel einen Truthahn als Haustier)
  • Schnell und unkompliziert Fragen beantwortet kriegen.
  • Selbst am Spiel mitarbeiten und dafür Belohnungen erhalten.
  • Dich endlich nicht mehr vor Aufgaben drücken.

 

Aufbau der Seite

Du startest mit drei leeren Listen, je eine für Gewohnheiten, tägliche Aufgaben und To-Dos. Dort kannst du Dinge eintragen, die du gerne erlernen, erledigen oder an die du dich einfach halten möchtest. Weiterhin kannst du unter dem Reiter „Benutzer“ deinen Avatar gestalten, unter „Soziales“ einer Gruppe beitreten, eine mit deinen Freunden gründen oder an Wettbewerben teilnehmen. Unter „Inventar“ findest du besondere Quests und diverse Gegenstände, zum Beispiel Eier, aus denen du Haustiere heranziehen kannst. Zu guter Letzt gibt es auch ein Forum, das dir alle Fragen schnell und freundlich beantwortet.

"Erst wenn Schweine fliegen können" - ein paar meiner Haustiere. Mein Avatar ist der badass oben links
„Erst wenn Schweine fliegen können“ – ein paar meiner Haustiere. Mein Avatar ist der badass oben links

 

Wie Habitica funktioniert – Die 3 Rubriken

Beispielhafte Habits, Dailies und To-Dos. Gibts alles auch auf deutsch
Beispielhafte Habits, Dailies und To-Dos. Gibts alles auch auf deutsch

 

Wie ihr seht, kann man bei Habitica, trotz 8-Bit Grafik, den eigenen Charakter individuell gestalten und recht badass aussehen. Das hat auch mit den verschiedenen Charakterklassen zu tun, die ihr ab Level 10 wählen könnt.

Nun aber dazu, wie Habitica konkret funktioniert. Als Anschauungsmaterial habe ich euch eine Beispielseite mitgebracht.

Was ihr bei To-Dos eintragen könnt, sollte selbsterklärend sein. Ich persönlich nutze auch die einwandfrei funktionierende App, trage einfach alles, was ich so tun muss direkt dort ein und habe seitdem keine Aufgabe mehr vergessen, sei sie auch noch so banal wie „Geschirrspüler ausräumen.“ Interessant dabei ist noch, dass ihr jeder Aufgabe eine Checkliste hinzufügen könnt. So behaltet ihr den aktuellen Fortschritt im Auge und bekommt fürs Abhaken aller Unterpunkte noch mehr Gold und Erfahrung.

Bei täglichen Aufgaben könnt ihr Dinge eintragen, die ihr einmal am Tag (oder jeden Mittwoch, oder nur jeden dritten Tag, usw. – all diese Variationen im Rhythmus sind möglich) machen möchtet. Da ich gerne zeichnen können würde, habe ich es in meinen täglichen Aufgaben hinzugefügt und zeichne seitdem jeden Tag, wenn auch meist nur 10 Minuten. Erfolge haben sich trotzdem schnell eingestellt.

Zu Gewohnheiten gehört alles, worauf ihr durchgehend achten möchtet. Ein Klassiker wäre „Gerade sitzen“ oder „5 Mal gerade sitzen“. Wenn ihr oft daran denkt, könnt ihr euch auch öfter belohnen. Im Gegenzug müsst ihr natürlich auch ehrlich zu euch selbst sein und auf Minus klicken (dadurch wird euch Leben abgezogen), wenn ihr nicht daran gedacht habt. Ich nutze die meisten Gewohnheiten aber genauso, wie tägliche Aufgaben.

 

Meine persönliche Meinung

Zuerst fand ich die Aufmachung – Grafik, Questbeschreibungen usw. – etwas zu kindlich. Nach kurzer Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt und fand es dann sogar ganz cool, mal nicht das absolut Böse zu bekämpfen, sondern, wie im ersten erhältlichen Quest, ein Monster aus Müll zu besiegen und so einen See zu reinigen. (Keine Angst, es ist nicht alles so nachhaltig.) Mittlerweile ist mir das „Spiel“ richtig ans Herz gewachsen, vor allem auch, weil alles sehr liebevoll gestaltet ist und nicht nur attraktiv für Grafik-Huren oder eingefleischte Gamer ist. Beispielsweise hat jedes Haustier hat seine eigene Lieblingsspeise und man kann sich über die Weihnachtsfeiertage eine Tasse heiße Schokolade als „Waffe“ kaufen.

Man findet leicht ins Spiel rein und mir ist bisher noch nichts aufgefallen, bei dem ich dachte „dieses Feature fehlt aber noch“. Durch die Charakterklassen hat man zudem noch größere Freiheiten. Als Schurke – das bin ich, weil mich das Finden von Haustieren mehr motiviert als Gold oder Erfahrung – erhält man mehr Drops, als Magier levelt man schneller usw. Man kann also sogar ein Stück weit die extrinsische Motivation der Wahl nutzen.

Und zu guter Letzt: Es funktioniert. Punkt. Am Anfang war ich, obwohl mir das Konzept von Belohnung natürlich geläufig war, sehr skeptisch, ob so ein simples Spiel wirklich dabei helfen kann, mein Leben auf die Reihe zu kriegen und, ob mich fiktives Gold und ein pinker Kaktus als Reittier (Ja, man kann Kakteen reiten) genug motivieren können. Aber das können sie. Ich übernehme freiwillig den Abwasch, weil ich danach „Abwasch machen“ abhaken kann und Drops dafür bekomme. Ich habe gelernt mit 4 Bällen zu jonglieren, was ich seit ungefähr zwei Jahren schon vorhatte, aber einfach nie durchgezogen habe. Und ich habe durch den Punkt „Unizeug machen“ bereits jetzt schon mehr vor der Klausurenphase geleistet als in allen vorherigen Semestern zusammen. Statt Prokrastinieren und zwei Wochen vor der Klausurenphase in Panik ausbrechen, kann ich mit Habitica jeden Tag ein bisschen machen und allem ganz entspannt entgegensehen.

Daher Mein Tipp: Holt euch Habtica. Ladet Freunde ein und questet zusammen. Und erreicht alles, was ihr schon immer wolltet, für das ihr euch aber nie überwinden konntet.

Autor: Ernst Jordan

8. Januar 2016

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Ernst Jordan dont wait for me, if i care bout anything, anywhere losin myself, i get the stares what im lookin at, wasnt there (wasnt there)


4 COMMENTS ON THIS POST To “Habitica – Deine Chance auf ein organisierteres Leben”

    • Du Ernst, ich würde das nicht „Ironie“ nennen, sondern die Freiheit, auch noch die durchgeknalltesten Widersprüche in dir vereinen und aushalten zu dürfen. „Was schert mich mein Gerede von gestern?“ Mit diesem Wahlspruch kann man so berühmt werden wie Johann Wolfgang von Goethe, Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili, Hans Magnus Enzensberger oder Gunter Runkel.

  1. Ist ja auch kein „Sinnspruch“, Ernst, sondern ein (meist unausgesprochenes) Leitmotto oder -motiv. Man muss schon so ein indezenter Trampel wie Adenauer sein, um sich öffentlich dazu zu bekennen. Im Übrigen verwendet der geschmeidig-moderne junge Kenup-Leuphanatiker heute natürlich einen Anglizismus: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/das-wirtschaftswort-des-jahres-disruption-baby-disruption-13985491.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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