Fette Beute. Reichtum zeigen.
Ausprobiert, Titelblatt

Fette Beute. Reichtum zeigen.

Zweitwagen des Autors / (C) Chris Brown
Zweitwagen des Autors / (C) Chris Brown

Ihr wollt mal sehen, wie Reiche so leben? Babys, die mehr Bling-Bling haben als ein Rapper in den 90ern? Ihr wollt euer verkümmertes Gespür für die Arm-Reich-Schere wiederbeleben? Oder einfach ´ne halbe Stunde Rich Kids of Beverly Hills gucken?

All das gab es dieses Jahr im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu sehen. Die Ausstellung „Fette Beute. Reichtum zeigen“ widmete sich nach eigener Beschreibung der „Darstellung von Reichtum und der Selbstdarstellung von Reichen in der Fotografie und den Massenmedien.“

Und ich war da. Ich habe es gesehen. All die Villen, all die Jachten und reichen alten Männer mit reichlich jüngeren Frauen an ihrer Seite. Aber auch die Dienstmädchen und Hausangestellten, oft mit im Bild, als Kontrastpunkt. Manchmal musste ich mich konzentrieren, nicht die Exponate anzuspucken, so viel Arroganz troff daraus.

Die Ausstellung verbindet Darstellungen von altem, fast schon ehrwürdigem Reichtum mit der Präsentation neuen Reichtums, der es nur noch auf die Zurschaustellung nutzloser Statussymbole und der Tatsache, dass du keine davon hast, abgesehen hat. Festgehalten meist auf Fotos, geschossen von klassischen Fotokünstlern oder vom Kunstobjekt selbst, den Rich Kids of Instagram zum Beispiel. Die Bilder machen dir erst wieder klar, was für ein wertloser Mensch du doch ohne eigenen Maserati bist.

An dieser Stelle möchte ich nur noch eins sagen: Es hat sich gelohnt! Besuch öfter mal ein Museum, auch wenn das Wort Museum bei dir Erinnerungen an langweilige Klassenfahrten nach Trier weckt. Mach es einfach. Wir wissen beide, ein bisschen Kultur tut dir mal wieder gut. Und Sensibilisierung für die Ungerechtigkeiten des Lebens sowieso. Und dieses Museum ist vom Bahnhof aus schon sichtbar, Anreise ist also auch geklärt. Und 8 Euro Eintritt ist ein Witz, gerade weil du dir dafür so viele verschiedene Ausstellungen dort angucken kannst: Samurais, Antike, Islam, Buddhismus, Musikinstrumente, Design… es ist für jeden Geschmack was dabei.

Und ein Besuch kann immer auch dein erster Schritt Richtung Wohlstand sein, denn wenn du da warst, bist du garantiert schon mal um eine Erfahrung reicher.

 

Autor: Ernst Jordan

14. April 2015

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Ernst Jordan dont wait for me, if i care bout anything, anywhere losin myself, i get the stares what im lookin at, wasnt there (wasnt there)


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