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Eine Hommage auf die Glühbirne

Wie Peter Lustig ihr Ende erklären würde. Das hier ist eine Glühbirne. Sie schenkt uns Licht und Wärme und davon sogar ziemlich viel. Sie existiert schon sehr lange, um genau zu sein seit ungefähr 130 Jahren. Da wurde sie nämlich von einem Herrn erfunden, der nannte sich Thomas Edison. Naja, um genau zu sein, wissen wir nicht ganz sicher, wer sie zuerst erfunden hat, denn um die selbe Zeit gab es auch noch ein paar andere Männer, die eine ähnliche Idee hatten, unter anderem auch einen Herrn Joseph Wilson Swan. Der meldete schon zwei Jahre vor Edison sein Patent an, verlor allerdings den Patentstreit. Klingt ein bisschen ungerecht, ist es wahrscheinlich auch.

Auf jeden Fall hat die Glühbirne uns für lange Zeit Licht gespendet, das sehr viele Menschen als angenehm empfunden haben. Bei der Glühbirne funktioniert das nämlich so: Es gibt einen Draht, durch den wird Strom geleitet, was den Draht dann zum Glühen bringt. Damit der Draht nicht verbrennt, ist er in einem Glaskolben, in dem keine normale Luft ist, sondern ein Schutzgas. Der Draht wird nämlich sehr heiß, fast 2500 Grad Celsius! Nach ungefähr 1000 Stunden ist der Faden so abgenutzt, dass er kaputt geht und eine neue Birne benötigt wird.

Weil die Glühlampe mehr Energie in Wärme als in Licht umwandelt, und zwar ungefähr 95 Prozent, hat die EU beschlossen, dass die Glühbirne verboten wird. Deshalb dürfen seit September 2009 keine matten und keine 100Watt- Glühbirnen mehr hergestellt werden.

Seit diesem Jahr sind auch die 75Watt nicht mehr erlaubt und in den nächsten zwei Jahren werden alle anderen folgen, bis wir gar keine mehr haben. Die Tage der Glühbirne sind also gezählt. Die EU will nämlich, dass wir stattdessen andere Leuchtmittel verwenden, Energiesparlampen zum Beispiel. Die haben eine längere Lebenszeit und können viel mehr Energie in Licht umwandeln. Klingt gut, aber vergessen wird oft, dass sie Quecksilber enthalten. Solange die Lampe heil ist, ist das kein Problem, aber wenn sie kaputt geht, ist das gar nicht gut, weil Quecksilber schädlich für uns ist. Und weil das nicht nur schlechte Folgen für uns, sondern auch für die Natur haben könnte, dürfen die Lampen auch nicht einfach in den normalen Müll geschmissen werden. Das wissen nur leider nicht alle.

Außerdem mögen viele Menschen das Licht der Glühbirne viel lieber, als das ihrer Lückenbüßer. Deshalb gibt es auch Widerstand. Von Siegfried Rotthäuser zum Beispiel, der ist Ingenieur aus Essen und verkauft seit Kurzem so genannte „Heatballs“. Er sagt, dass das Kleinheizelemente sind, die als Abfallprodukt ein wenig Licht produzieren. Klingt wie eine Glühbirne, ist es auch. Rotthäuser ist nämlich der Meinung, dass wir den Edison einfach völlig falsch verstanden hätten. Der hätte gar kein Mittel zum Leuchten erfunden, sondern eigentlich eine Heizung und wir hätten diese nur Jahrzehnte lang falsch verwendet. Ob der Rotthäuser mit seinen Wärmebällen Erfolg hat oder ob er Ärger mit der EU bekommt, werden wir sehen, auf jeden Fall wurde die Glühbirne erstmal begraben.

Von Rachel Pekker

18. Januar 2011

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