Digitaler Frühjahrsputz – was zu tun ist
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Digitaler Frühjahrsputz – was zu tun ist

Neues Jahr, neues Glück? Wie wäre es damit, ein wenig Frühjahrsputz zu betreiben? Und zwar auch bei den persönlichen und digitalen Daten. Braucht man alle Daten? Ist der Computer zu langsam? Was ist eine Backup-Strategie? Ein paar Tipps haben wir zusammengestellt.

  • Privatsphären-Einstellungen bei sozialen Medien und anderen Diensten prüfen

Facebook, Google und Co. bieten natürlich eigene Seiten an, um Einstellungen rund um den Datenschutz und die Privatsphäre vorzunehmen. Eine kostenlose App für Android und iOS erledigt dies aber schnell mit wenigen Klicks, gibt Empfehlungen über Einstellungen ab und legt Nutzern die Löschung alter Daten ans Herz. „Jumbo“ ist hier für Android und iOS erhältlich.

  • Aufbewahrungsfristen

Ist das wichtig oder kann das weg? Diese Frage stellt man sich, wenn man vor den Ordnern steht oder die Schublade öffnet, wo man über die Jahre hinweg seine Dokumente entledigt hat. Welche Unterlagen man lieber nicht wegwerfen oder löschen sollte, gibt eine Übersicht der Stiftung Warentest wieder. Für Unternehmen gibt es eine Übersicht der Firma Reisswolf.

  • Einfach mal abmelden

Webdienste, die man nicht nutzt, kann man mit der Webseite „Just Delete Me“ finden. Diese Seite bietet ein Verzeichnis direkter Links zur Löschung deines Accounts aus verschiedenen Webdiensten.

  • Unnötige Dateien auf dem Computer

Für die Windows Nutzer empfiehlt es sich, einmal die „Datenträgerbereinigung“ auszuführen und zusätzlich auf kostenlose Programme wie „BleachBit“ oder „CCleaner“ zu setzen, um alle unnötigen Dateien, temporäre Dateien oder sonstigen Müll von der eigenen Festplatte zu entsorgen. Für Apple-User gibt es von „CCleaner“ auch eine Mac-Version. Eine Übersicht der Speicherbelegung auf dem Computer bietet zum Beispiel das Programm „WinDirStat„.

  • Computer schneller machen

Wenn der Windows-Computer schon sieben Minuten bis zum Startbildschirm braucht, könnten zu viele Anwendungen im Hintergrund laufen oder auch Adware, Malware, bösartige Programme oder sonstiger Müll dafür verantwortlich sein. Wie wäre es also mit einem kleinen Check-Up, etwa mit „Adwcleaner„, und ein anschließendes Tuning mit „Glary Utilities„? Für alle Mitarbeitenden und Studierenden stellt die Leuphana kostenlos die Schutzlösung „Sophos Endpoint Security“ bereit.

  • Backup, Backup, Backup!

Und das wichtigste kommt zuletzt, immer ein Backup haben! Wenn der Computer oder Laptop geklaut wird oder sich in Rauch auflöst, ist der Schock besonders groß, wenn man kein Backup hat. Daher: zückt die externen Festplatten oder die Cloud-Anbieter und nehmt eine Sicherung aller Daten vor. Profis bewahren ein Backup außerhalb der aktuellen Räumlichkeiten auf, denn ein Feuer im Haus kann alles zerstören. Nicht ganz unklug erscheint da die 3-2-1 Regel:

  1. Die Daten in 3-facher Kopie. Habt eure Daten in 3-facher Kopie zur Verfügung (1 mal die Daten im System und 2 Backups)
  2. Das Backup mit 2 verschiedenen Technologien, z.B. externe Festplatte, zwei verschiedene Sicherungs-Programme, Cloud, DVDs)
  3. Habt 1 Datensicherung immer außer Haus.

Für Windows-Computer lohnen sich die kostenlose Programme „Veeam Agent“ oder „AOMEI Backupper Standard„. Mac-User haben ein eingebautes Programm „Time Maschine„, was nur aktiviert werden muss.

  • Zu guter letzt: Brauche ich das eigentlich?

Schließlich stellt man sich die Frage, ob man den wirklich noch die Bilder, Dokumente, Musik-Dateien oder Videos braucht, die auf der Festplatte oder in der Cloud herumlungern. Schließlich sollte man sich selber die Frage stellen, wann man es zuletzt aufgerufen hat oder ob es für einen selber wichtig ist. Gibt es eventuell Fotos, die mich selber belasten oder mich erpressbar machen könnten, etwa Nacktfotos oder ähnliches? Schließlich sollte man sich die Frage stellen, ob man denn wirklich noch die alten raubkopierten Filme oder Musik-Dateien braucht, wo es heute längst Streaming gibt – und was würde passieren, wenn die Polizei eine Hausdurchsuchung macht? Wer anschließend seine USB-Sticks, Festplatten oder den PC bei eBay verkauft oder zum Recyling-Hof bringt, sollte vorher seine Daten sicher und richtig löschen.

Mehr zum Thema IT-Sicherheit und digitaler Frühjahrsputz findet sich auf der Webseite des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) – BSI für Bürger


Foto: flickr (CC) Kevin Hackert – Frühjahrsputz

6. Januar 2020

About Author

Christopher Bohlens Schreibt immer irgendwas über Hochschule, Politik oder Veranstaltungen, wo es so richtig kracht. Liebt investigativen Journalismus und beschäftigt sich viel mit Daten.


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