Die RPO und die Liste des Schreckens
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Die RPO und die Liste des Schreckens

Aktuelles rund um die neue Rahmenprüfungsordnung und Anwesenheitspflicht

Kommt der Listen-Clown auch bald zu uns? Der Name wurde während des Bildungsstreik 2009 an der TU Berlin entwickelt. (CC ) Foto: Björn Kietzmann / flickr
Kommt der Listen-Clown auch bald zu uns? Der Name wurde während des Bildungsstreik 2009 an der TU Berlin entwickelt.
(CC) Foto: Björn Kietzmann / flickr

In der vorletzten Woche berichteten wir erstmals über die Diskussion um die Anwesenheitspflicht in der Rahmenprüfungsordnung (RPO). Bereits während der Senatssitzung wurden schriftlich erste Bedenken von der studentischen Senatsliste gegen die Anwesenheitspflicht als Tischvorlage geäußert. Mittlerweile liegen insgesamt drei studentische Stellungnahmen vor.

Derzeit befindet sich der letzte Bearbeitungsstand der RPO in der Diskussion in den einzelnen Fakultätsräten an der Leuphana. Zu der Sitzung des Fakultätsrats Nachhaltigkeit rief ein Studierender über den Listserver „fb4ufs“ auf. In der E-Mail erläuterte er die wesentlichen Änderungen der RPO:

  • Einführung der allgemeinen Anwesenheitspflicht von 80%
  • Bonus/Malus-Punkte System abschaffen, dafür nur noch 2 Wiederholungen pro Prüfung
  • Nachweis von Zwei Fremdsprachen vor Abschluss
  • Reduzierung auf 5 Prüfungsformen
  • Fest vorgeschriebene Abgabetermine für Prüfungen
  • An-und Abmeldeverfahren für alle Prüfungen über QIS

Am selben Tag meldete sich der AStA zu Wort und veröffentlichte eine Stellungnahme zu den geplanten Änderungen. Im Kern geht es um die zukünftigen Restriktionen des bisher selbstbestimmten Studiums durch Anwesenheitspflicht, eingeschränkte Wiederholbarkeit von Prüfungen und unnötiger Mehraufwand im Studium.

Der weitere Ablauf

Der aktuelle Prozessfortschritt der RPO Reform lässt sich wie folgt beschreiben. Die Fakultätsräte nehmen hier zu den geplanten Änderungen Stellung und leiten dies der ZSK College zu. Die Sitzungen der Fakultätsräte Bildung, Kulturwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften finden am Mittwoch, 13.11.2013 nachmittags statt. Die Sitzungen sind hochschulöffentlich, d.h. alle Mitglieder der Hochschule können teilnehmen. In einer weiteren Sitzung der ZSK College wird dieses Feedback aus den Fakultätsräten in die Reform eingearbeitet. Diese Sitzung wird am Mittwoch 04.12.2013 von 14-16 Uhr in Raum C 8.118 ebenfalls hochschulöffentlich sein. Anschließend wird der Entwurf an den akademischen Senat, der ebenfalls hochschulöffentlich tagt, zur endgültigen Abstimmung übersendet. Nach der Abstimmung wird dieses im Amtsblatt der Leuphana (Gazette) veröffentlicht und ist damit rechtskräftigt.

Situation in Osnabrück

Im Sommer 2010 wollte die Universität Osnabrück Anwesenheitslisten zur Überprüfung der Anwesenheit einführen. Die Studierendenvertreter wehrten sich erfolgreich gegen dieses Vorhaben, so dass die Universität wenige Wochen später zurückrudern musste. Der AStA der Uni Osnabrück hatte damals rechtliche Bedenken gegen die Praxis von Anwesenheitslisten geäußert. Ob es an der Leuphana rechtlich einwandfrei ist, eine Anwesenheitspflicht mit Konsequenzen einzuführen bleibt offen. Ein Rechtsgutachten liegt von bisher keiner Seite vor.

Autor: Christopher Bohlens

12. November 2013

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