„Der gute Psychologe“ – Ein Psychologie-Buch in Romanform
Ausprobiert, Titelblatt

„Der gute Psychologe“ – Ein Psychologie-Buch in Romanform

Buchcover / (C) btb Verlag
Buchcover / (C) btb Verlag

Klappentext:

Er ist Psychologe, sein Spezialgebiet die Angst. Am Tag praktiziert er, am Abend erklärt er Studenten, was eine gute Therapie ausmacht. Als er wenig begeistert eine Nachtclubtänzerin mit Auftrittsphobie als Klientin annimmt, ahnt er nicht, wie sehr deren Probleme und Geheimnisse auf sein eigenes Leben abstrahlen werden. Denn plötzlich ist er gezwungen, sich mit seinen unausgesprochenen Ängsten und einer wehmütigen Liebe auseinanderzusetzen.

Der erste Satz:

„Der Psychologe sitzt in seinem kleinen Sprechzimmer, stützt die Ellbogen auf den Schreibtisch, vergräbt das Gesicht in den Händen und wünscht sich, sein Vier-Uhr-Termin würde nicht erscheinen.“ S. 9

 

In diesem Buch begleitet der Leser das Leben eines namenlosen Psychologen, der vom Erzähler stets nur als „Der Psychologe“ bezeichnet wird.

Sein Leben gliedert sich in drei Bereiche: seine Arbeit in seiner Praxis, wo er Klienten mit Angststörungen therapiert; seine Arbeit als Universitäts-Dozent, bei der er Psychologie-Vorlesungen hält und mit Studenten ins Gespräch kommt; und sein Privatleben, welches durch eine unerfüllte Liebe geprägt ist.

Normalerweise bietet der Psychologe nach 15 Uhr keine Therapie-Termine in seiner Praxis mehr an, aber für eine Striptease-Tänzerin, die unter einer Auftrittsphobie leidet, macht er eine Ausnahme. Dieser Striptease-Tänzerin wird im Roman eine bedeutende Rolle zuteil, führt sie dem Psychologen doch sein unerfülltes Privatleben vor Auge.

Kapitelweise wird zwischen diesen drei Lebensbereichen hin und hergewechselt. Hierbei bedient sich der Autor eines gehobenen Sprachniveaus und nutzt viele psychologische Fachbegriffe, dennoch ist das Buch leicht und zügig lesbar.

„Der gute Psychologe“ ist eher ein Sachbuch in Roman-Form. Wenn der Psychologe Vorlesungen hält, wird der Leser zum Studenten, der ebenfalls im Hörsaal sitzt und gebannt zuhört; führt er Therapiesitzungen durch, wird der Leser zum Beobachter und bekommt einen Einblick in den therapeutischen Gesprächsablauf. Die eigentliche Geschichte des Romans – das Privatleben des Psychologen – wird zur Nebensache.

„Spannend“ ist somit nicht das richtige Wort für dieses Buch. „Interessant“ trifft es wohl besser. Denn wer sich für Psychologie, wie sie an Universitäten gelehrt wird, und psychologische Gesprächstherapie interessiert, kommt in diesem Buch voll auf seine Kosten.

Fazit: Für Psychologie-Interessierte sehr zu empfehlen.

Autorin: Eva Fischer

14. Oktober 2015

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