Auf ein Marmeladenglas mit… Detlef Helbig, Bibliotheksangestellter.
Titelblatt, Unikultur

Auf ein Marmeladenglas mit… Detlef Helbig, Bibliotheksangestellter.

Wir haben uns mit Detlef Helbig getroffen – seines Zeichens Bibliotheksangestellter, Mönchengladbach-Fan, Spaßvogel und ´ne ehrliche Haut. Nach dem Interview bot er unserer Redakteurin das Du an („Man nennt mich Dete.“) und nahm sie in seinen Mail-Verteiler auf. Lest hier, was er uns über sich verraten hat.
Detlef Helbig beim Nachdenken und Antworten / (c) Lena Schöning
Detlef Helbig beim Nachdenken und Antworten / (c) Lena Schöning

Univativ: Wer sind Sie und was machen Sie hier?

Detlef Helbig: Mein Name ist Detlef Helbig, ich bin Bibliotheksangestellter, arbeite im Bereich Öffentlichkeit, Ausleihe, Info, zu Teilen in der Fernleihe und bin, glaub’ ich, dazu da, um Leute auszubilden, vornehmlich bei Katalog- oder Datenbankrecherche zu unterstützen und das mit einem Lächeln und dem pädagogischen Grundsatz: Hol die Leute da ab, wo sie sind.

Univativ: Und wie lange machen Sie das schon?

Detlef Helbig: Ich bin seit September 2001 in Lüneburg. War vorher in der Fachhochschulbibliothek in Volgershall und durch die Fusion bin ich seit fünf Jahren hier auf dem Campus tätig.

Univativ: Haben Sie vorher auch schon in einer Bibliothek gearbeitet?

Detlef Helbig: Ich bin als Student in der Uni-Bibliothek Oldenburg in diesen Job reingerutscht, hab da meine Nische gefunden und die meinten: „Bewirb dich beim Land!“ Gibt zwar nur 16 Plätze, aber die waren so blöd mich zu nehmen und seitdem haben sie mich an den Hacken. Praktische Ausbildung Landesbibliothek Oldenburg, Theorie Bibliotheksschule Hannover, ich sag: Dankeschön, Niedersachsen!

Univativ: Haben Sie Kinder?

Detlef Helbig: Nein. …zumindest nicht, dass ich wüsste.

Univativ: Sind Sie in einer Partnerschaft?

Detlef Helbig: Nein, im Moment nicht.

 Jetzt gehts, sprichwörtlich, ums Eingemachte – wir kommen zum Jar of Truth, aus dem Detlef Helbig nun seine Fragen nach dem Zufallsprinzip ziehen darf.

Das „Marmeladenglas der Wahrheit“, wie es die Univativ-Redaktion liebevoll getauft hat, hat es sich zum Ziel gesetzt, euch regelmäßig Persönlichkeiten rund um Leuphanien vorzustellen. Hierfür beantwortet der/die Interviewte eine bestimmte Anzahl von Fragen aus den Rubriken Privat, Beruf und Random, die er oder sie selbst zieht. Ein Teil der Fragen ist dabei eher unkonventionell – aber lest selbst. / (C) Lena Schöning
Das „Marmeladenglas der Wahrheit“, wie es die Univativ-Redaktion liebevoll getauft hat, hat es sich zum Ziel gesetzt, euch regelmäßig Persönlichkeiten rund um Leuphanien vorzustellen.
Hierfür beantwortet der/die Interviewte eine bestimmte Anzahl von Fragen aus den Rubriken Privat, Beruf und Random, die er oder sie selbst zieht. Ein Teil der Fragen ist dabei eher unkonventionell – aber lest selbst. / (C) Lena Schöning

Univativ: Hund oder Katze und warum?

Detlef Helbig: Katze auf jeden Fall, allein schon wegen schnurren. Hab ich mir angewöhnt. Kann ich auch. Kommt bei Frauen sehr gut an!

Univativ: Katzenliebhaber sein?

Detlef Helbig: Und schnurren können!

Univativ: Was war Ihr Lieblingsspielzeug als Kind?

Detlef Helbig: Ein Mercedes C111 mit Wankelmotor als Carrera-Auto.

Univativ: Hand aufs Herz – wie lange haben Sie damit gespielt?

Detlef Helbig: Den gibt’s heute noch. Steht aber nun bei einem guten Kumpel in Minden auffa Carrera-Bahn. Ist ausgestellt und wird im Allgemeinen von einer rüstigen Terrier-Dame bewacht. Da läuft alles digital, aber das kriecht der alte Wankelmotor nicht mehr auffe Reihe.

Univativ: Wann haben Sie das letzte Mal zu viel getrunken?

Detlef Helbig: Ich glaube… als Mönchengladbach verloren hat.

Univativ: Welche Superkraft hätten Sie gerne?

Detlef Helbig: Mir reichen meine Kräfte.

Unsere Autorin fragt ungläubig nach, er bleibt dabei.

Univativ: Wenn Sie eine Pflanze wären: welche und warum?

Detlef Helbig: Ich würde sagen… eine Zeder. Weil‚ Schnee, der auf Zedern fällt, sieht gut aus. …Schnee der auf Zedern fällt, David Guterson. Sehr schönes Buch. Sehr, sehr schönes Buch. Handelt von einem Journalisten, der eine japanische Freundin hatte, die dann nach dem Angriff auf Pearl Harbour ins Internierungslager kommt. 

Univativ: Welche Tiersprache würden Sie gerne sprechen?

Detlef Helbig: Ich kann nur katzisch. Mit krokodolisch haperts ’n bisschen. Ich krieg diese Zischlaute nicht so gut hin, was zu eigentümlichen Mißverständnissen führen kann. Neuerdings versuche ich mich an den Tschiep-Lauten des gemeinen Kanarienvogels. Zumindest mit der Zapferin von Nobby´s Eck klappt das schon ganz gut. Gibt dann halt ´n kühles Blondes. (lacht)

Univativ: Wenn Sie eine Million im Lotto gewinnen würden…

Detlef Helbig: …das darf ich nicht! Mein Vater ist Busfahrer, meine Mutter ist Näherin und mein Bruder ist im wahren Leben Porschefahrer. Und zwei von diesen Typen kann mein Vater als Malocher nicht ertragen, sagt er. Deshalb fahr ich auch weiter Bus oder halt ´nen Carrera-Mercedes. Ich darf somit Lotto spielen, aber ich darf nicht gewinnen.

Univativ: Aber dann macht das nicht so viel Sinn, oder?

Detlef Helbig: Doch. Ich verschenk das dann.

Univativ: Ganz sicher?

Detlef: Ja, warum denn nicht? Kohle hat mich noch nie interessiert.

Univativ: Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Detlef Helbig: Verdient? Weiß ich nicht. Ich hatte Konfirmation. Und danach hatte ich irgendwie 1500 Mark und hab mir ‘ne Mofa gekauft und bin nach Spanien gefahren.

Univativ: Mit der Mofa?

Detlef: Nein (lacht). Mit meinem Bruder und meiner Schwägerin.

Interviewerin und Interviewter / (c) Lena Schöning
Interviewerin und Interviewter / (c) Lena Schöning

Univativ: Was fehlt auf dem Campus?

Detlef Helbig: Eine Eisdiele. Echt.

Univativ: Wie sieht der ideale Stundent aus?

Detlef Helbig: Alex Baker-Shelley. Er wohnt meines Erachtens Bakerstreet two-two-one-c. Ist gerade hier und recherchiert für seinen Doktor in Nachaltigkeit und Umweltwissenschaften. Studiert in Maastricht. Und ich hab ihn sofort als smart-arse beschimpft, aber er fühlte sich nicht gedisst, sondern hatte sich auch noch bedankt und gelacht. So ‘ne Leute braucht man! Hat in Manchester studiert, in Italien gearbeitet, in Frankreich gearbeitet und seinen Master in Schweden gemacht. Der ist übrigens extra deswegen hier  – ok, seine Ex wohnt rein zufällig in Hamburg –, weil wir so einen guten Ruf haben mit der Nachhaltigkeit, weil wir unter den Top Ten auf der Welt sind. Ja, kann ruhig jeder wissen, meint er! Seh‘ ich natürlich ähnlich!

Univativ: Wenn Sie ein Küchengerät wären, welches und warum?

Detlef Helbig: Puh. Ich glaub ‘ne Saftpresse.

Univativ: Wieso?

Detlef Helbig: Weil ich gerne Orangen quetsche und das trinke (lacht).

Univativ: Welches Mensa-Essen würden Sie lieber nicht essen?

 Detlef Helbig: Ich geh nicht in die Mensa.

 Univativ: Welchen Ratschlag möchten Sie der Welt geben?

 Detlef Helbig: Lernt vernünftig Musik spielen, Hilfsbedürftigen helfen, glaubt ruhig an Gott oder sowas, aber da brauchts keine religiöse Doktrin, durch die sich die Leute die Köpfe einschlagen und Tod und Elend über die Völker bringen. Man kann die oder den auch Manitu nennen. Alanis Morissette hat mal Gott in irgendeinem Film gespielt. Konnte man sich absolut gefallen lassen. Sieht gut aus, kann Gitarre spielen und singt wie eine Nachtigall. Und generell sollten Menschen einfach Respekt für andere haben und anderen auch mal ein Ohr leihen, wenns nötig ist. Mehr braucht die Welt nicht.

 Das Interview führte Kim Torster.

30. Juni 2016

About Author

Kim Torster Kim hat Kuwi studiert und war Chefredakteurin bei Univativ. Heute arbeitet sie nicht als Taxifahrerin, sondern als Journalistin. Glück gehabt.


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