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Auf das Leben!

Ein Sommerroman mit Sonnenbrandgefahr. Der autobiografische Roman „Süchtig nach dem Sturm“ zeigt in zwei parallelen Handlungssträngen die Entwicklung einer starken Vater-Sohn Beziehung. In dem aktuellen Handlungsstrang kämpft der elfjährige Sohn Norman nach einem Flugzeugabsturz um sein Leben, im zeitlich zurückgesetzten Handlungsstrang um die Anerkennung seines ehrgeizigen Vaters. Dieser ist wortwörtlich süchtig nach dem Sturm: Er nimmt seinen Sohn schon als Säugling mit zum Surfen und ermutigt ihn als Vierjährigen, viel zu steile Skipisten zu fahren. Diese Sucht bringt ihn letztendlich um, rettet aber seinen Sohn, der abgehärtet durch das eiserne Training seines Vaters nicht aufgibt zu kämpfen. Der Roman wirft vor allem die Frage auf, wie weit der Ehrgeiz und Zwang der Eltern gehen darf. Halsbrecherische Surf- und Skimanöver wechseln sich ab, bei denen Big Norm seinem Sohn zeigen will, wofür es sich lohnt zu leben: Die Seligkeit, die man empfindet, wenn man schwerelos gleitet. Der Ritt im Auge einer Welle ist so anschaulich beschrieben, dass die Leser das Gefühl bekommen, mit auf dem Brett zu stehen, das Salz in den Augen und die drohende Gefahr hinter sich zu spüren. Das einzige, was den Lesefluss dieses absolut packenden Bestsellers kurz verzögert, sind die zum Teil sehr ausführlichen Exkurse über die Schneekonsistenz der Rocky Mountains und die Wellenentwicklung an der Pazifikküste. Trotzdem bekommt man Lust, sich selbst einmal auf dem Surfbrett auszuprobieren.

Ein sportlicher Roman für den Sommer, der den einen oder anderen Sonnenbrand bescheren wird. Denn es ist einfach nicht möglich, ihn wegzulegen, bevor nicht geklärt ist, wie sich Norman retten kann.

Von Frederike Bock

16. Juli 2011

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