10 gute Gründe, endlich den Glauben abzulegen
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10 gute Gründe, endlich den Glauben abzulegen

Es gibt nicht den geringsten Beweis für die Existenz Gottes. Dieser eine Satz sollte eigentlich genügen, dem Glauben endgültig zu entsagen. Es gibt für einen Gott– sei es eine der Abwandlungen des alttestamentarischen Gottes oder den Krokodilgott Offler – nicht den Funken eines Beweises, seit tausenden Jahren Menschheitsgeschichte nicht. Und das ist bei weitem nicht der einzige gute Grund, den Glauben abzulegen.

Slogan of the 2009 Atheist Bus Campaign in London / (C) flickr –
Marcus Böckmann

Sind wir nicht alle ein bisschen gottlos?

Nüchtern betrachtet sind auch Gläubige Atheisten. Denn sie glauben nur an ihren eigenen Gott, nicht aber an die tausenden anderer Götter, die sich die Menschheit im Laufe der Zeit ausgedacht hat. Warum also nicht vom 99,9%igen Atheisten zum 100%igen werden?

 

Alles essen aber nicht alles glauben

Spätestens im Studium legt man anerzogene Gewohnheiten ab: Das Bett mal nicht gemacht? Kein Problem. Nach 12 schlafen gehen? Wen juckt‘s? Nicht mehr an Gott glauben? Puh, bloß nicht. Dabei sind Katholiken nur Katholiken, weil ihre Eltern es waren. Oder habt ihr euch eure Religion bewusst selbst gesucht? Diesen aufgezwungenen Lebenswandel kann man überwinden.

 

Maria, er checkts nicht

Die Bibel steckt voller Unwahrheiten und falscher Überlieferungen. Diese können dennoch zentrale Stützen des Glaubens sein. So heißt almah auf Hebräisch, der Sprache, in der die Bibel verfasst wurde, „junge Frau“. In der griechischen Übersetzung wurde es dann zu parthenos, was Jungfrau bedeutet. Und schon war Jesus Mutter bei ihrer Geburt Jungfrau – ein bis heute zentrales Wunder im christlichen Glauben.

 


Mein unsichtbarer Freund

Ein beliebtes Argument von Gläubigen ist: Gott könne ja auch nicht widerlegt werden! Gott kann tatsächlich nicht widerlegt werden, bewiesen werden kann er aber ebenso wenig. Betrachtet man andere Pseudo-Entitäten wie Zahnfee, Weihnachtsmann oder das fliegende Spaghettimonster – alle auf dem gleichen Grad der anzunehmenden Existenz – kommt einem das Argument, dass etwas existiert, nur weil man nicht beweisen kann, dass es nicht existiert, doch gleich viel dümmer vor, oder?

 

Wunder der Natur

Ohne Gott ist doch alles öde und sinnlos. Nicht wirklich. Schließlich kann man die Schönheit eines Gartens auch bewundern, ohne darin gleich Feen zu vermuten.

Advice god meme

 

Klein aber oho?

Der religiöse Vorstellungsraum ist meist recht klein: Er endet am Himmelszelt. Gott herrscht über die Erde, okay. Doch was ist mit Mars, Venus und den unendlich vielen Planeten und Sonnen anderer Galaxien? Den erdähnlichen Planeten? Davon liest man selten bis nie. Gott bleibt ein Kleingeist, der auf der Erde aus Vergnügen Menschen piesackt.


Töte deinen Sohn, lol

Auf Gott ist kein Verlass. Erst bestraft er als brutaler Menschenschinder des Alten Testaments alle, die sich gegen ihn wenden, dann wird er zur reinen Liebe im Neuen Testament. Heute wie damals liegt die Auslegung, wie Gott ist oder was er von uns will, rein in der Hand der religiösen Obersten. Also in Menschenhand.

 

Machs dir selbst

Was bringt ein Gott der keine Wunder tut und keine Gebete erhört? Ein Gott der sich nicht mitteilt, nie in Erscheinung tritt, praktisch nicht da ist. Sollte man die Energie für Gebete, Kirchgänge oder die Kirchensteuer da nicht sinnvoller nutzen?

Me right now

 

Mythen und Legenden

Die Bibel ist eine Sammlung von Märchen und war auch als solche gedacht. Ebenso wie bei den Geschichten der Gebrüder Grimm wird eine Moral oder Verhaltensrichtlinie in eine Geschichte verpackt, um sie ansprechender zu gestalten – heute würde man wohl von Storytelling sprechen. Wenn aber die Geschichten in der Bibel Fiktion sind (das bestreiten auch Theologen nicht), wieso dann nicht auch die Hauptperson?


Tod allen Ungläubigen

Gott oder Glaube schaffen kein ethisches Verhalten. Selbst zu Zeiten, während denen man wohl getrost die gesamte Bevölkerung als gläubig bezeichnen konnte, gab es jede Art von Verbrechen. Davon, dass selbst höchste religiöse Würdenträger immer wieder zu Gewalt aufgerufen haben und es heute noch tun, muss man gar nicht erst anfangen. Auch wird im Ernstfall wohl niemand von der unsichtbaren Überwachungskamera am Himmel davon abgehalten, eine Sünde zum eigenen Vorteil zu begehen. Und selbst wenn, lässt sich darüber streiten, wie es zu bewerten ist, dass Menschen nur aus Angst vor (göttlicher) Strafe vor Verbrechen zurückschrecken.

Tipp am Ende: So trittst du aus der Kirche aus:

Einfach zum Amtsgericht (Berlin, Brandenburg, Hessen oder Nordrhein-Westfalen) oder zum Standesamt (übriges Deutschland) gehen und austreten.
Der Austritt kostet kaum Geld – je nach Bundesland meist zwischen 0€ und 40€. Sobald man Steuern zahlt, kommt der Betrag über die gesparte Kirchensteuer aber schnell wieder rein. Weitere Dokumente sind nicht erforderlich.

 

Autor: Ernst Jordan

Mit Informationen und Anregungen aus Richard Dawkins‘ „Gotteswahn“

Hinweis: Ich gehe in diesem Artikel vornehmlich vom Christentum aus, da die Mehrheit der Leser*innen, sofern überhaupt noch gläubig, wohl christlichen Glaubens sind.

29. Mai 2017

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Ernst Jordan dont wait for me, if i care bout anything, anywhere losin myself, i get the stares what im lookin at, wasnt there (wasnt there)


8 COMMENTS ON THIS POST To “10 gute Gründe, endlich den Glauben abzulegen”

  1. Ich kann deine Argumente absolut gar nicht nachvollziehen… Du meinst wir Christen müssen eine Fee sehen wenn wir in einen schönen Garten blicken. Wenn ich in einen schönen Garten gucke, erfreue ich mich an der Schönheit der Natur, die Gott geschaffen hat. Achso, wir sind doch alle Atheisten nur weil wir nur an einen Gott glauben… Aber für uns Christen gibt es nur einen Gott… Atheisten sind Leute die an keinen Gott/Götter glauben (griech. ohne Gott). Wir Christen glauben aber an eine Gott. Nur weil wir an einen glaubt sind wir nicht Atheisten. Unsere Eltern haben uns den Weg zu Gott geebnet und unser Leben nicht falsch gelenkt. Ob wir diesen Weg dann später gehen ist uns selbst überlassen.

  2. Ich bin kein Philosoph. Aber wenn mir jemand meine Weltsicht abspricht, die mir die Fragen des Lebens wenigstens ansatzweise beantwortet, dann muss er mir schon mehr als nur zynische, lieblose Hoffnungslosigkeiten bieten, um mir seine Weltsicht anzudrehen. Was ist denn Ihre Weltsicht? Woher kommen wir? Was ist der Sinn des Lebens? Wie soll ich leben? Was passiert nach dem Tod?
    Mir scheint die Aussage „JEMAND hat aus NICHTS ETWAS erschaffen“ definitiv plausibler als „NIEMAND hat aus NICHTS ETWAS erschaffen“.
    Wenn Menschen, die sich Christen nennen, Dinge tun, die Jesus Christus niemals befürworten würde, dann sagt das etwas über diese Leute aus, aber nichts über das Christentum. Gott ist anders, als sie denken. Ich bin nicht von Christen überzeugt, sondern von Jesus Christus, der die ganze Welt auf den Kopf gestellt hat, um den Menschen zu zeigen, dass ihr Schöpfer Gott, sie immer noch liebt, obwohl sie ihrer Verantwortung als Menschen auf dieser Welt nicht gerecht geworden sind. Er ist immer noch dabei, die Welt auf den Kopf zu stellen, wie Sie sehen – dagegen konnten bisher weder römische Kaiser noch faschistische oder kommunistische Regimes, noch Atheistenbewegungen etwas ausrichten. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie Antworten finden können auf die Fragen des menschlichen Daseins.

    • Die einen glauben an ihren Gott, andere glauben nicht, beides ist okay.
      Jedoch ist mir kein Fall bekannt, wo ein Atheist einen Gläubigen ermordet hat, nur weil er an seinen Gott glaubte.
      Umgekehrt jedoch Millionenfach.

      • Die Kommunisten bezeichneten und bezeichnen sich gerne als Atheisten und haben Millionenfach Menschen mit Christlichen Glauben diskriminiert, eingesperrt und umgebracht auch aus dem direkten umfeld meiner Familie

  3. Hier werden in einem Anfall an Polemik und Antichristen-Populismus Äpfel mit Birnen verwechselt. 10 gute Gründe, endlich den Glauben abzulegen und aus der Organisation „Kirche“ auszutreten sind 2 Paar Stiefel. Ich meine, jeder Mensch glaubt, die einen glauben, es gibt ausserhalb unseres Planetensystems menschliche Wesen, andere glauben, wir richten unsere Welt zugrunde, wiederum andere glauben, dass es auf der Erde irgendwann Frieden geben wird. Es liegt im Charakter des Glaubens, das aufgestellte Thesen erst dann beweisbar werden, wenn es die Fakten hergeben. Richtet euren Appell vielleicht besser an eine andere Weltreligion, von der zur Zeit weltweit mehr Gefahr ausgeht, denn momentan werden mehr Menschen im Namen Allahs getötet als im Namen Gottes. Ein muslimischer Freund hat mir mal erklärt, dass wir Deutsche Toleranz gegenüber anderen Religionen verwechseln mit Gleichgültigkeit, ohne zu hinterfragen, wie tolerant die anderen Religionen gegenüber dem Christentum sind.

  4. Sehr viel Halbwissen. Leider wird Ihr Beitrag dadurch nicht sonderlich handfest und überzeugend. Bitte legen Sie doch mal die entsprechenden Bibelstellen vor, auf die Sie sich hier beziehen. Außerdem stellt sich beim Lesen die Frage, was genau Sie am christlichen Glauben so wütend macht, dass sie ihn hier zur Zielscheibe machen. Außerdem ist es schade, wenn Menschen Glaube mit Kirche verwechseln, in diesem Bereich herrscht sehr viel Unkenntnis und dass die Bibel als Märchensammlung gedacht sei, hätte ich auch gern mit entsprechenden Nachweisen belegt. Mir ist nur bekannt, dass es mit großem Abstand kein besser gesichertes historisches Dokument als die Evangelien gibt. Und gedacht waren diese Aufzeichnungen sicherlich nicht als Gute Nacht Geschichten für Kinder, sondern es waren Aufzeichnungen, die durch jede Menge Augenzeugen gestützt sind, die zur Zeit der Niederschrift noch lebten und sicherlich Einspruch erhoben hätten, wenn die Aufzeichnungen nicht der Wahrheit entsprochen hätten. Außerdem wäre es bemerkenswert, wenn sich ein harmloses Märchenbuch über diese lange Zeit hätte halten können. Leider scheint mir, dass IHR Glaube auf einem schwachen Fundament steht und nicht der der Christen.

    • Wenn ich in den letzten Jahren etwas über Religion gelernt habe, dann das es unsinnig ist über den Sinn und Nutzen zu diskutieren. Menschen, die ihren Glauben haben werden ihn sich nicht nehmen lassen, nur weil es „unwahrscheinlich“ oder nahezu „unmöglich“ ist. Man muss in keiner Kirche sein um zu glauben was man möchte und umgekehrt. Ich bin formell noch immer Katholik, aber ich glaube nicht an höhere Existenzen und an die Bibel verschwende ich keine Gedanken. Für mich ist das die größte Lüge der Menschheitsgeschichte, aber es gibt Menschen die sich damit identifizieren und den Glaube in ihrem Leben brauchen. Da zitiere ich gerne einen Buddhisten: „Leben, und leben lassen!“ Jeder soll das tun können wie er es braucht. Wir sind keine Klone, keine Schafe, sondern Individualisten. Zusammenleben geht nur durch gegenseitige Akzeptanz. Das ist etwas was die kath. Kirche bis heute auch nicht versteht. Und die anderen nehme ich nicht ganz raus, aber die größte Verantwortung trägt der mit dem meisten Geld.

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