Themenfeld: "Vernetzen und versorgen"

Wie können wir langfristig belastbare Netzwerke aufbauen, die für alle Lebensbereiche der Stadt Lüneburg die notwendigen Grundlagen schaffen? Diese Frage ist zentral für das Themenfeld „Vernetzen und versorgen“, in dem sich Praxisakteur*innen gemeinsam mit Wissenschaftler*innen mit den Schwerpunkten technische Infrastruktur, Ernährung und Vernetzung befassen.

Fragen und Vorgehen

Wer sitzt mit am Tisch, wenn über gesunde Ernährung und weniger Lebensmittelverschwendung entschieden wird? Grünflächen schön und sinnvoll gestalten – eine Aufgabe (nur) fürs Grünflächenamt? Nichtwissen ist keine Ausrede – wie lässt sich die Digitalisierung als Wissensressource nutzen? Umdenken in der Schule – was können Lehrer*innen von ihren Schüler*innen lernen?
Zwischen Oktober 2016 und April 2017 haben sich 17 Masterstudierende der Leuphana mit dem Schwerpunkt Ernährung auseinandergesetzt und Möglichkeiten zur Umsetzung der Vision LüneFood ermittelt. Das Projektteam aus Praxisakteur*innen und Studierenden untersuchte die vorhandene und die gewünschte Vernetzung zur Thematik der Lebensmittelverschwendung sowie die Potenziale eines sogenannten Ernährungsrates für die Hansestadt. Die Thematik wird derzeit im Rahmen einer Master-Arbeit weiter beforscht. Der Ernährungsrat soll als eine Maßnahmenoption im Themenfeld Vernetzen und versorgen entwickelt und konkretisiert werden. Daneben sind im Fokus dieses Themenfelds: Mobilität und Digitalisierung, die Vernetzung von Angebot und Nachfrage im Bereich Biodiversitätsdienstleistungen sowie vernetzte Bildung.

Die Schwerpunkte Vernetzung und technische Infrastruktur werden im Rahmen von Bestands- und Good-Practise-Analysen bearbeitet. Mithilfe dieser Ansätze sollen zum einen die in Lüneburg bereits gegebenen Grundlagen für diese Bereiche ermittelt werden, zum anderen aber auch Beispiele guter Praxis aus anderen Regionen und Städten untersucht werden, die als Ideenkomponenten für die Entwicklung konkreter Maßnahmenoptionen genutzt werden können.

Thematische Schwerpunkte und erste Ergebnisse

Für die folgenden Themenbereiche wurden auf einem vierstündigen Workshop am 29.11.2017 erste Maßnahmenideen entwickelt oder schon bestehende Maßnahmenideen konkretisiert.

Workshop-Thema: Ernährung

Die Idee, einen Ernährungsrat in Lüneburg zu installieren, wird derzeit im Rahmen der Masterarbeit von Lotta Hagelmann (betreut durch Prof. Dr. Ulli Vilsmaier) untersucht. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden vsl. Anfang Februar 2018 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung zur Diskussion gestellt.

Inhalt: Ernährungsrat, Lebensmittelverschwendung

Akteur*innen: bisher am Projekt Lünefood Beteiligte

Workshop-Thema: Digitalisierung und Mobilität

Inhalt: Digitalisierung für den Wandel, Förderung des Fahrrads als Alternative zum Auto im Bereich der Stadt Lüneburg und ihren Umlandgemeinden, Schaffung einer technischen Infrastruktur und einer Datenbasis zur Bereitstellung von Informationen zum Thema Fahrradwegenetz und Routen

Akteur*innen: Landkreis, Fahrradbeauftragte, Radverkehrsexpert*innen, Interessensvertretungen und Fahrrad-Initiativen, App-Betreiber*innen / Software-Entwickler*innen

Diskutiert wurde: Arbeitstitel „Rad (inter-) aktiv“ (Schaffung einer lokalspezifischen sowie nach Zweck filterbaren Open-Source-Datenbasis für Radrouten in Lüneburg und Umgebung, auf die bestehende und/oder neue Routing-Apps und Infoportale aufsetzen können; Einbezug bestehender Datenbanken und verfügbarer Daten)

Workshop-Thema: Grünvernetzung

Inhalt: Schaffung von mehr biodiversem Grün durch alternative Nutzung von Flächen, Angebot und Nachfrage vernetzen

Akteur*innen: Stadtplanung, Flächeneigentümer*innen, Kleingartenvereine, Streuobstwiesenvereine, Imker*innen, Wissenschaft, Naturschutz, KiTas, an der Flächennutzung Interessierte

Diskutiert wurde: Arbeitstitel „Lüneburg wächst bunt“ (Vernetzung von Flächeneigentümer*innen und Nutzungsinteressierten; vielfältige Gestaltung von Flächen – vom Pflanzkübel über die Industriebrache bis zum Hausdach)

Workshop-Thema: lokale Klimaschutznetzwerke

Inhalt: Vernetzung von Angebot (CO2 als Ressource) und Nachfrage (CO2-neutrale Produktion/Handel), zertifizierte lokale CO2-Kompensation

Akteur*innen: Landwirt*innen, Industriebetriebe, Handel, Koordinationsstellen

Diskutiert wurde: Synergieplattform (Information über ökologischen Fußabdruck bzw. CO2-Bilanz; Beratung über Möglichkeiten zur Verbesserung der CO2-Bilanz bzw. über Ausgleichsmaßnahmen für nicht vermeidbaren CO2-Ausstoß; Matching-System für Beteiligte und Interessierte)

Workshop-Thema: zukunftsfähig vernetzte Bildung

Inhalt: Vernetzung von Bildungsstätten in Lüneburg (Schule, Lehrer*innenbildung)

Akteur*innen: Schüler*innen- und Lehrer*innenvertretungen, Schulbuchverlage, Didaktiker*innen

Diskutiert wurde: Arbeitstitel „Vernetzte Schulen in Lüneburg“ (themenbezogene Vernetzung, Ausrichtung auf bestimmten Schwerpunkt, Pilotprojekt mit Schwerpunkt „Chancen und Risiken im Umgang mit digitalen Medien“)

Das Feldteam

Workshop-Teilnehmer*innen

Wissenschaftliche Begleitung: Antje Seidel, Annika Weiser

Studentische Mitarbeiterin: Lotta Hagelmann

Zeitplan

  • Mai-Juli 2017: Akteursmapping, Bestands- und Potenzialanalyse; Ermitteln von Funktionen und Komponenten der erfassten Initiativen und Akteursgruppen
  • August 2017: Good-Practice-Analyse regional und weltweit
  • September 2017: Aufbereitung der Analyseergebnisse für den Workshop
  • November 2017: Workshop zur Entwicklung von Maßnahmenideen
  • Dezember 2017 – Februar 2018: systematische Aufbereitung und Konkretisierung der Workshop-Ergebnisse
  • 1. März 2018: öffentliche Vorstellung und Bewertung der Ergebnisse auf der Leuphana Konferenzwoche