09.05.2016 – Wie könnte die Stadt für unsere Kinder und Enkel aussehen, damit möglichst alle Bevölkerungsgruppen die gleichen Chancen haben und hier gut leben können, aber nicht auf Kosten der nachfolgenden Generationen? Rund um diese Fragen dreht sich in Lüneburg seit dem vergangenen Jahr das Projekt Zukunftsstadt 2030+ – in einer ersten Phase haben Studentinnen und Studenten gemeinsam mit Paten aus der Lüneburger Gesellschaft Ideen zu 25 Themenfeldern entwickelt. Dabei ist ein Atlas der Visionen entstanden, der jetzt offiziell dem Rathaus übergeben wurde. Symbolisch erhielten der Oberbürgermeister sowie einige städtische Patinnen und Paten aus der Hand einiger Studierender und den Projektverantwortlichen eine Art Stadtplan, der einige der Visionen illustriert.

Mit der Übergabe ist ein Etappenziel erreicht und zugleich der Startschuss für weitere Arbeiten erfolgt. Oberbürgermeister Mädge verglich die Ideensammlung mit einer wertvollen Fracht Keimlinge, die teils aus bewährtem Material, teils aus Neuzüchtungen und Importen sowie eben aus Kreuzungen der einen mit den anderen entstanden sind. „Die Studentinnen und Studenten mit ihrer völlig unbelasteten Herangehensweise, ihre Seminarleiter und die erfahrenen Paten aus dem Rathaus und der übrigen Stadtgesellschaft haben die Keimlinge in dieser ersten Phase mit viel Engagement und Hingabe herangezogen. Schon damit haben sie Lüneburg vielfältiger gemacht und erweitern unser aller Blickfeld“, so Mädge. In den nächsten Phasen müssten sich die Keimlinge weiterentwickeln und wachsen, positive Eigenschaften müssten verstärkt, andere vielleicht korrigiert werden, ehe sich am Ende vielversprechende Exemplare dem Praxistest in der Lüneburger Landschaft stellen und Wurzeln schlagen können.

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Schon jetzt gehen die Arbeiten an der Leuphana mit den „Keimlingen“ weiter voran, wie Prof. Ulli Vilsmaier, Prof. Daniel Lang und Koordinator Philip Luthardt gemeinsam mit Studentinnen und Studenten des Masterstudienganges Nachhaltigkeits-wissenschaft im Rathaus berichteten. So beschäftigen sie sich aktuell mit der Frage, wie die Zukunftsvisionen weiterentwickelt werden können bzw. welche der Visionen sich dafür eignen. Eine gute Vorbereitung für die zweite Wettbewerbsphase.

Denn das Projekt Zukunftsstadt Lüneburg 2030+ ist entstanden innerhalb eines Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es umfasst drei Phasen; in jeder Runde wird die Gruppe der teilnehmenden Städte kleiner. Im vorigen Jahr hatte die Hansestadt mit ihren Projektpartnern (Leuphana, Verein T.U.N, und Medienpartner Landeszeitung für die Lüneburger Heide) neben 50 weiteren Kommunen den Zuschlag für die erste Phase bekommen. Ergebnis ist der Atlas der Visionen. Seit ein paar Tagen sind Bewerbungen für die zweite Wettbewerbsphase möglich, in der nur noch 20 Städte den Zuschlag bekommen. Dr. Karl-Heinz Rehbein, Nachhaltigkeitsbeauftragter bei der Hansestadt Lüneburg, kündigt an: „Wir möchten natürlich gern eine der 20 Städte sein, denn in der zweiten Phase wird es konkret und wir können unsere Visionen mit wissenschaftlichen Methoden auf Machbarkeit prüfen und umsetzungsreif weiterentwickeln.“