Gute Hotelauslastung behindert aktives Engagement für Nachhaltigkeit

Gute Hotelauslastung behindert aktives Engagement für Nachhaltigkeit

In Lüneburg gibt es nur wenige Hotels und Restaurants, die sich besonders für Nachhaltigkeit engagieren und ihr Angebot ökologisch, klima- und sozialverträglich gestalten. Dies ist eines der Ergebnisse der Diskussionsrunde am 11. Januar 2016 des Seminars „Tourismus 2030+“ mit Politikern der Hansestadt. Einige Teilnehmer sehen den Grund in der derzeit guten Hotelauslastung, die dazu führe, dass Hotelbetriebe nicht aktiv in nachhaltige Maßnahmen investierten. Entsprechend müssten mehr Anreize geschaffen werden, auch bei einer guten Buchungslage in eine langfristig nachhaltige Entwicklung zu investieren.

Lüneburg ist eine touristisch sehr beliebte Stadt, deren Touristenankünfte seit zehn Jahren fast kontinuierlich ansteigen. Auch in Zukunft wird mit einem anhaltenden Wachstum gerechnet. Daher beschäftigen sich die Studierenden der Leuphana damit, wie der Tourismus nachhaltiger gestaltet werden kann, um auch in Zukunft positive Effekte für die Umwelt, die Wirtschaft und die Bevölkerung zu erzielen. Nachdem bereits verschiedene Interessengruppen nach ihrer Einschätzung befragt wurden, fand die offene Diskussionsrunde mit Politikern der Stadt statt. Dabei diskutierten die Kommunalpolitiker Andreas Meihsies (Die Grünen), Eckhard Neubauer (SPD), Birte Schellmann (FDP) und Susanne von Stern (CDU) sowie der Geschäftsführer der Lüneburg Marketing GmbH Claudio P. Schrock-Opitz mit den Studierenden des Seminars über die touristische Zukunft Lüneburgs.

Die Teilnehmer sprachen außerdem über eine verbesserte Anreisesituation, da die Parkplatzkapazitäten derzeit zu knapp seien, um weitere Busse aufnehmen zu können. So sorgt insbesondere die Fernsehserie „Rote Rosen“ für eine hohe Präsenz Lüneburgs in den Medien und damit für eine stetig wachsende Nachfrage. Wird dies auch in Zukunft so sein oder wird die Nachfrage wieder sinken? Sollen die Steuereinnahmen aus dem Tourismus weiter fließen, so müssten frühzeitig Angebote geschaffen werden, die eine hohe Nachfrage der Touristen und die Attraktivität der Stadt sichern. Der Zeithorizont 2030+ erfordere außerdem, dass neue Generationen als Zielgruppen berücksichtigt würden. Neben der wichtigen Kundenbindung müssten bis 2030 immer wieder Neukunden angesprochen und gewonnen werden. Dies sind nur einige der Punkte, die diskutiert wurden und nun von den Studierenden und Politikern zu einer nachhaltigen Vision der Stadt weiterentwickelt werden.

Die gesammelten Ideen, Vorstellungen und Wünsche der unterschiedlichen Interessensgruppen werden in den nächsten Wochen weiterentwickelte zu einer nachhaltigen Vision für den Lüneburger Tourismus. Diese wird am 25. Februar 2016 gemeinsam mit 24 weiteren entwickelten nachhaltigen Zukunftsvisionen für Lüneburg dem Bürgermeister und allen beteiligten Akteuren im Rahmen der Konferenzwoche an der Leuphana Universität präsentiert und mit ihnen diskutiert.

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Gepostet am

12. Februar 2016