Themenfeld: "Dem sich wandelnden Klima begegnen"

Wie kann die Stadt Lüneburg dem sich wandelnden Klima begegnen? Dieser Frage geht ein fünfzehnköpfiges studentisches Forschungsteam gemeinsam mit Akteur*innen aus Praxis und Wissenschaft nach. Der inhaltliche Fokus des Themenfelds liegt auf der Planung von Maßnahmen zur Klimaadaption mit den Schwerpunkten Grün- und Wasserflächen, Hitzeinseln und Versorgungssicherheit.

Fragen und Vorgehen

Ein Platz an der Sonne – was macht das Klima der Zukunft mit uns und wie macht es uns nichts aus? Grüne Dächer, weiße Straßen – was bewahrt ein gutes Stadtklima in Zeiten von Starkregen und Hitzestress? Dürren, Stürme, Hagel, Hitze – wie bleiben wir gesund im sich wandelnden Klima?

Das Themenfeld „Dem sich wandelnden Klima begegnen“ wird im Rahmen eines Seminars im Masterstudiengang Nachhaltigkeitswissenschaft bearbeitet. Gemeinsam mit Akteur*innen der Stadt erarbeiten die Studierenden seit April 2017 aus den Visionen der ersten Phase konkrete Maßnahmenideen, um die Nachhaltigkeitsbestrebungen von unterschiedlichen Akteursgruppen in Lüneburg weiter zu stärken. Im November 2017 fand zum Zweck der Maßnahmenplanung ein erster Workshop in diesem Themenfeld statt, der von den Studierenden organisiert und mit Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt wurde. Hierfür wurden die Visionen aus der ersten Projektphase, die für den Bereich Klimaadaptation relevant sind, von den Studierenden vorab verschiedenen Analysen unterzogen. Die so gewonnene Datengrundlage diente dann als Arbeitsgrundlage für den Workshop im November. Die Ergebnisse des Workshops werden anschließend weiter konkretisiert und auf der Leuphana Konferenzwoche am 1. März 2018 der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt.

Methodik, thematische Schwerpunkte und Ergebnisse

Zur Workshop-Vorbereitung wurden zwei Methoden angewandt. In der Konsistenzanalyse wurden die bestehenden Visionen zunächst auf Schlüssigkeit und Zielkonflikte geprüft. Dabei kam es darauf an, widersprüchliche Entwicklungspfade und mögliche Risikofaktoren aufzudecken. Das Good-Practice-Team recherchierte, welche Maßnahmen und Konzepte im Bereich Klimaadaption bereits von anderen Kommunen umgesetzt werden und wie diese auf Lüneburg angewendet werden können. Bei der Potenzialanalyse wurden rechtliche Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Projekte geklärt, wichtige Akteur*innen der Stadt identifiziert und erkundet, welche Projekte es in Lüneburg im Bereich Klimaadaption bereits gibt. Die Ergebnisse dieser Analysen bildeten die Datenbasis des vierstündigen Workshops am 21.11.2017. Für die folgenden Schwerpunktbereiche wurden hierbei erste Maßnahmenideen entwickelt oder schon bestehende Maßnahmenideen konkretisiert:

Workshop-Themen: Cooling und Hitzestress; Flächennutzung; Versorgungssicherheit

Inhalt: vorbereitet Sein auf zukünftige Hitzeereignisse in der Innenstadt, Vermeidung der Entstehung von Hitzeinseln, Schaffung von Möglichkeiten der Abkühlung, Mikroklimaverbesserung; Umgang mit Starkregen- und Sturmereignissen; Versorgungssicherheit bei Extremwetterereignissen

Akteur*innen: Grünplanung, Koordinierungsstellen, Gesundheitsamt, Energie- und Wasserversorger, Abwassergesellschaft, Kleingartenvereine und andere Gardening-Initiativen (Stichwort „Schwammstadt“), Wissenschaft, Feuerwehr, THW, Katastrophenschutz, Umweltschutzinitiativen, Energieagenturen, Bildung für nachhaltige Entwicklung

Diskutiert wurden:

  • Cooling_1: Möglichkeiten einer maximalen Begrünung von Flächen in Lüneburg
  • Cooling_2: Möglichkeiten für mehr helle und reflektierende Oberflächen (innerstädtische Gebäude und Verkehrsflächen)
  • Flächenanpassung_1: Integriertes Grünflächenwachstumskonzept (in Anpassung an Wachstum von Einwohnerzahl und Infrastruktur)
  • Flächenanpassung_2: Leistungsfähiges Netzwerk Grüne Stadtstrukturen (Akteursnetzwerk, Bewusstseinsschaffung, Runder Tisch; Klimawandel-angepasste Pflanzen)
  • Versorgungssicherheit: Quartierstromversorgung (lokale Stromnetze, mehr Unabhängigkeit von überregionalen Versorgern)

Das Feldteam

Seminarteilnehmer*innen: Maike Hesse, Wilhelm Wons, Susanne Mühlthaler, Moritz Kielmann, Theresa Horbach, Hendrikje Ermentraut, Martin Hassel, Verena Jürgens, Sarah Heinlein, Elisabeth Monich, Konrad Gray, Peter Germann, Eva Carbach, Janis Wisliceny, Janine Dummer

Seminarleitung: Beatrice John, Daniel Lang

Tutorin: Annika Thalheimer

Workshop-Teilnehmer*innen

Wissenschaftliche Begleitung: Daniel Lang, Annika Weiser

Zeitplan

  • April 2017: Semesterstart, Einteilung in Arbeitsgruppen, Erarbeiten der methodischen Grundlagen, Einführung in das Thema „Klimaadaption“
  • Mai-August 2017: Studierende arbeiten an den Fragestellungen und Analysen und werden dabei wöchentlich gecoacht. Zudem lernen sie bei Sustainability Walks (Nachhaltigkeitsspaziergängen) und bei Erfahrungstagen in der Praxis, eine andere Perspektive auf das Thema Klimaadaption in Lüneburg kennen.
  • September-Oktober 2017: Synthese der ersten Seminarergebnisse, Aufbereitung für den Workshop, Workshop-Planung
  • November 2017: Durchführung des Workshops mit Praxisakteur*innen
  • Dezember 2017 – Februar 2018: systematische Aufbereitung und Konkretisierung der Workshop-Ergebnisse
  • 1. März 2018: öffentliche Vorstellung und Bewertung der Ergebnisse auf der Leuphana Konferenzwoche