3. Apr. 2018

Lüneburger Lösungen

ausgefüllte Fragebögen

qm Metaplanpapier

abgegebene Erbsen

Die Liste ließe sich fast bis unendlich weiterführen: 500 Klebepunkte, 74 Klemmbretter, 12 Klebestifte, 300 Kulis, 1500 Blatt Haftnotizen in sechs Farben, 1,2 km Wolle, ungezählte Tassen Kaffee und Berge von Schokolade, 20 Praxisakteur*innen, acht studentische und zwei wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, mehrere Hundert Besucher*innen – das war der große Zukunftsstadt-Tag in Zahlen! Diese Zahlen, oder wenigstens ein Teil davon, entscheiden mit darüber, wie es mit Lüneburg 2030+ weitergeht, also welche der 17 #LüneburgerLösungen für die Bewerbung um Phase III im bundesweiten Wettbewerb Zukunftsstadt ausgewählt (und vielleicht schon ab 2019 umgesetzt) werden! Erste Ergebnisse unserer Befragung – und wie es damit weitergeht – stellen wir heute vor.

Die Befragung

Wie fragt man am besten, um möglichst eindeutige Antworten zu erhalten? Hierzu hält die Wissenschaft einen riesigen Fundus bereit, aus dem man wählen kann – und muss. Für den Zukunftsstadt-Tag haben wir uns für eine Kombination mehrerer Methoden entschieden. Sie sollte zu klaren und aussagekräftigen Einzelergebnissen führen und zugleich eine Bewertung der Befragungsmethodik selbst, also über die reine Bewertung der Ergebnisse hinaus, ermöglichen.

Hinter der Idee, die 17 Lüneburger Lösungen in einem “Zukunftsparcours” vorzustellen (ein paar Bilder gibt’s hier), stand der Anspruch, den Besucher*innen des Zukunftsstadt-Tages sowohl einen schnellen Überblick als auch eine möglichst hohe Detailtiefe bei gleichzeitiger Vergleichbarkeit der einzelnen Lüneburger Lösungen zu bieten. Drei Möglichkeiten der Bewertung und Rückmeldung haben wir im Parcours geboten:

  • Vor dem Parcours gab es für jede*n 10 Erbsen, die nach Belieben (alle auf einmal oder auch einzeln) auf die Lüneburger Lösungen verteilt werden konnten. Die Erbsen wurden in Gläsern gesammelt, die mit einer Banderole versehen waren, sodass nicht schon von weitem ausgemacht werden konnte, ob eine Lösung bereits hoch bewertet war.
  • Ein Fragebogen bot Gelegenheit für ausführliches Feedback. Mit dem zweiseitigen Bogen wurden die 17 Lüneburger Lösungen einzeln auf ihre Wichtigkeit und ihren Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Lüneburgs bewertet. Außerdem wurden sie in Bezug auf die Dringlichkeit ihrer Umsetzung gegeneinander abgewogen.
  • Zusätzlich bot jede der 17 Stationen des Zukunftsparcours’ die Möglichkeit, jeweils maßnahmenbezogene Fragen zu beantworten, um einzelne Aspekte der Lüneburger Lösung (z. B. Akzeptanz) zu beleuchten oder offene Fragen zu klären.

Auswertung und erste Ergebnisse

Die eigentliche Auswertung erfolgt in mehreren Schritten und wird darum noch eine Weile Zeit in Anspruch nehmen. Damit die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, soll es heute erstmal um die reinen Zahlen und Stimmenanteile gehen – noch ohne Gewichtung und abschließende Bewertung. Welche #LüneburgerLösungen und Themen haben, gemessen an der Zahl der abgegebenen Stimmen, die Gemüter am meisten bewegt? Was ist den Menschen wichtig? Was verbinden sie mit Zukunftsfähigkeit, und welche Herausforderungen sollten dringend angegangen werden?

Klar vorn nach Erbsen liegt das Thema Grün in der Stadt. Mehr als ein Viertel derjenigen, die den Zukunftsparcours durchlaufen haben, vergaben ihre Erbsen (insgesamt 534 Stück) an die Lösungen, die sich mit der Stadtbegrünung befassten. Grün- oder Gebäudeflächen, Gehwege, Dächer – Lüneburg darf, auch und gerne in der historischen Altstadt, ruhig (noch) etwas grüner und biodiverser werden, so die sehr einhellige Meinung. Dicht gefolgt wird die Farbe Grün von der Lüneburger Lösung, die einfach mal Raum zum Innehalten bietet: “Dageblieben – neue Lieblingsplätze in die Stadt” ist die Devise dieser Idee. Sie soll die Innenstadt auf lange Sicht lebendig erhalten und das erstmal ganz ohne einen Fokus auf das Thema Shopping. Einen klaren Bezug zum Thema Shopping hat dagegen die Lüneburger Lösung, die, gemessen an der Zahl der vergebenen Erbsen, gleich auf die “Lieblingsplätze” folgt: “Das Rad bringt’s” soll zum einen die Auslieferung gekaufter Produkte innerhalb Lüneburgs per Lastenrad ermöglichen. Zum anderen soll sie die Wirtschaftskreisläufe vor Ort stärken, indem sie den lokalen Handel besonders beim Ausbau seines Online-Angebots unterstützt.

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Mehr Grün in der Innenstadt

Ob und in welchem Maße die einzelnen Lüneburger Lösungen besonders wichtig oder besonders zukunftsfähig sind, wurde per Fragebogen in zwei Schritten mithilfe einer Skala von 1 (“sehr …”) bis 4 (“wenig…”) bewertet. Außerdem konnten die Befragten drei Lüneburger Lösungen benennen, die aus ihrer Sicht als erstes umgesetzt werden sollten.

Dass diese drei Lüneburger Lösungen wichtig für Lüneburg seien (Note 1-2), fanden knapp 3/4 der befragten Lüneburger*innen:

  • Lüneburgs Häuser werden grün 72,9%
  • Wohnen für alle 71,4%
  • Ehrenämter vernetzen 70,4%

Dass die folgenden drei Lüneburger Lösungen einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Lüneburgs leisten können (Note 1-2), wurde weit mehr als zwei Drittel der Befragten bejaht.

  • Lüneburgs Häuser werden grün 75,6%
  • Die hausgemachte Energieversorgung 71,7%
  • Wohnen für alle 68,8%

Befragt danach, welche der Lösungen als allererstes umgesetzt werden sollten, dreht sich die Aussage zur Zukunftsfähigkeit um: jetzt liegt das Thema gerechtes Wohnen (“Wohnen für alle: Der Schlüssel zum gerechten Wohnen”) ganz vorn auf der Prioritätenliste, dicht gefolgt vom Stadtgrün (“Lüneburgs Häuser werden grün”) und der hausgemachten Energieversorgung.

Die weiteren Schritte

Die Zahlen scheinen auf den ersten Blick ein eindeutiges Bild zu zeichnen. Dieses Bild “hängt aber schief”, denn es ist vor allem ein Bild der Studierenden unserer Universität. Sie machten zwei Drittel aller Befragten aus und verschieben die Ergebnisse möglicherweise recht stark in Richtung der Themen, die für sie persönlich die größte Rolle spielen. Zugleich zeigt die hohe Beteiligung der Studierenden aber auch, welch wichtige und langfristige Rolle das Projekt Zukunftsstadt Lüneburg 2030+ an der Leuphana Universität spielt. Schon seit Projektbeginn im Jahr 2015 sind zahlreiche Studierende eng und kontinuierlich in das Projekt einbezogen: In Phase I haben sie die 25 Visionen mitentwickelt und konnten in Phase II nun die möglichen Schritte zur Erreichung der Visionen mit bewerten. Insofern spinnt der Einbezug der Studierenden in die Bewertung der 17 Lüneburger Lösungen vor allem einen roten Faden weiter, eröffnet dabei aber gleichzeitig spannende Perspektiven für die Auswertung der Befragungsergebnisse.

Als nächstes werden darum die Ergebnisse nach Akteursgruppen gesplittet und ausgewertet: Bewerten “normale” Lüneburger*innen die Lösungen zum Thema Wohnen anders als Studierende, die ihre persönliche Odyssee bei der Wohnraumsuche noch lebhaft in Erinnerung haben? Ist das Thema Grün in der Innenstadt vielleicht für die ältere Generation weniger wichtig als für die Jüngeren? Hängt die Bewertung der Lösungen zum Thema Ehrenamt davon ab, ob ein*e Befragte*r Mitglied einer ehrenamtlichen Initiative ist? Kehren sich vielleicht die Reihenfolgen bei der Bewertung aller 17 Lösungen sogar komplett ins Gegenteil, wenn man den Einfluss der Studierenden aus der Bewertung vollständig herausrechnet? Und was passiert, wenn man die 17 Lüneburger Lösungen noch einmal in die Stadt trägt und direkt vor Ort bewerten lässt? Die Antworten auf diese Fragen sollten bis Anfang Mai feststehen – wir dürfen also gespannt bleiben!

Zu guter Letzt fehlt nur noch eines: Ein großes DANKESCHÖN an alle Mitwirkenden und Praxispartner*innen an den 17 Stationen, an unsere vielen fleißigen helfenden Hände und natürlich alle Lüneburger*innen, die sich in unserem Zukunftsstadt-Parcours intensiv mit den dort zur Diskussion gestellten 17 Lüneburger Lösungen auseinandergesetzt haben! Wie immer gilt: Mitstreiter*innen, Rückmeldungen, Ideen und Anregungen sind immer willkommen. Schreiben Sie uns, rufen Sie uns an oder kommen Sie gern vorbei. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen und euch!

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Anteil der Studierenden an allen Befragten

Noch einmal: alle 17 #LüneburgerLösungen im Überblick

Was kommt auf den Teller?

 Mit dem Ernährungsrat in eine nachhaltige Zukunft – Nach dem Vorbild thematischer Zukunftsräte wird am Beispiel Ernährung aufgezeigt, wie eine gezielte Vernetzung aller Beteiligten zur aktiven Mitgestaltung lokaler Prozesse beiträgt und motiviert, Transparenz schafft und echte Mitbestimmung ermöglicht. Arbeitsgruppen gründen sich nach Interesse, erarbeiten fokussiert Inhalte für bestimmte Themen und bringen die Ergebnisse wirksam in kommunale Entscheidungsprozesse ein. Was ist das Ziel? Der Ernährungsrat nimmt gezielten Einfluss auf das Lüneburger Ernährungssystem. Er berät, entscheidet mit und vernetzt die wesentlichen Akteursgruppen vor Ort. Die Wertschätzung für Lebensmittel wird deutlich erhöht, die Lebensmittelverschwendung messbar reduziert. Hochwertige Lebensmittel aus dem Lüneburger Umland stellen einen hohen Anteil beim Lebensmittelkonsum aller Lüneburger*innen.

CO2 adé mit dem Grünen Giebel

Unser Siegel für ein klimaneutrales Lüneburg – Das Siegel bescheinigt den Träger*innen, ihren jeweils ermittelten, nicht vermeidbaren CO2-Ausstoß durch lokale  Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen zu haben. Die Kompensation erfolgt durch die lokale Land- und  Abfallwirtschaft, Kleingartenvereine und weitere CO2- Verwerter und ist zunächst gedacht für die drei zentralen Lüneburger Wirtschaftszweige Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel. Was ist das Ziel? Die Lüneburger Wirtschaft soll klimaneutral werden. Lokaler Konsum soll weitgehend frei von Auswirkungen auf das globale Klima sein. Mithilfe der lokalen CO2-Kompensation können Lüneburger*innen z. B. ihr eigenes Unternehmen ebenso klimaneutral gestalten wie ihren persönlichen Konsum und ihr Handeln als Privatperson.

Dageblieben

Neue Lieblingsplätze in die Stadt – 20 vielfältig gestaltete Orte des Verweilens laden dazu ein, sich einfach mal Zeit zum Da-Bleiben zu nehmen – auch ohne Konsumorientierung. Die Orte bieten Raum zum thematischen Austausch, für Kunst, Ideenwettbewerbe, Reflexion, Präsentation oder Information und vieles mehr. An und mit diesen Orten lässt sich in vielfältiger Weise an zahlreiche weitere Lüneburger Lösungen anknüpfen. Was ist das Ziel? Die Orte des Verweilens beleben die Lüneburger Innenstadt, erhalten sie lebendig und verstärken die Identifikation der Bewohner*innen mit ihrer Stadt. Sie erhöhen die Aufenthaltsqualität und verlängern die Aufenthaltsdauer vor Ort – und eine belebte Stadt ist immer ein guter Grund mehr für einen Besuch, ob als Tourist*in oder echte*r Lüneburger*in.

Engagieren leichtgemacht

Servicestelle stärkt Ehrenämter – Die Servicestelle Ehrenamt unterstützt und entlastet unerfahrene Akteur*innen im Lüneburger Ehrenamt durch Zuarbeit bei ihrer täglichen Arbeit z. B. in rechtlichen oder finanziellen Belangen und dem Bereitstellen von Räumen oder Sachmitteln bzw. dem Verweis dahingehend. Zudem bietet sie Beratung für Initiativen und Interessierte, wo sie gebraucht und gewünscht ist. Was ist das Ziel? Die Servicestelle reduziert bzw. vereinfacht den alltäglichen (Selbst-)Verwaltungsaufwand für die zahlreichen Lüneburger Initiativen und Ehrenamtlichen deutlich, sodass sie sich auf ihr eigentliches Engagement konzentrieren können, was das Ehrenamt als solches stärkt.

Lüneburg Maps

Ein grüner Stadtplan für nachhaltige Mobilität – Eine offene Datenbasis soll als Grundlage für Mobilitätsplattformen, Routing-Apps und Informationskampagnen zum Thema nachhaltige Mobilität in und um Lüneburg dienen. Aufbauend auf die vorhandene offene Geodatenbank der OpenStreetMap werden dazu lokalspezifische Daten zunächst zu Lauf- und Fahrradrouten erhoben, um die Qualität der vorhandenen Big-Data-Datensätze durch hochwertige Local Data zu Lüneburg und dem Lüneburger Umland zu ergänzen. Was ist das Ziel? Lüneburgspezifische, offene Datensätze erleichtern die Vermittlung von passgenauen und aktuellen Informationen rund ums Unterwegssein. Maßgeschneiderte Mobilitätsangebote machen die Entscheidung für umweltfreundlichere Verkehrsmittel einfacher. Gesundheitsförderliche Aktivitäten wie Laufen und Radfahren werden durch geeignete Routenvorschläge attraktiver.

Work and not travel

Lokal arbeiten in Lüneburg – Die Lüneburger Lösung besteht aus einem ganzen Satz an Bausteinen und dreht so gleich an mehreren Stellschrauben. Unter dem Titel “Lokal Arbeiten” kombiniert die Idee ein kreatives und neuartiges branchen- und/oder lieferkettenübergreifendes Praktikumskonzept mit Bildungsangeboten zu nachhaltigem lokalen Wirtschaften sowie einem Austauschprogramm für beteiligte Lüneburger Unternehmen. Was ist das Ziel? Die Kombination der verschiedenen Bausteine macht den Standort Lüneburg in seiner seit langem etablierten unternehmerischen Vielfalt in Lüneburg und vielleicht auch darüber hinaus bekannter. Sie vertieft das Wissen um die Zusammenhänge stabiler lokaler Wirtschaftskreisläufe und erhält Lüneburg als Arbeitsmarkt langfristig attraktiv.

Bunt ist das neue Grün

Mehr Biodiversität auf Lüneburgs Grünflächen – Einen Kreisel entsiegeln und bepflanzen, die Rasenfläche im Gewerbegebiet in eine bunte Blumenwiese verwandeln, die Patenschaft für einen alten Obstbaum übernehmen: Unter der Überschrift einer gemeinsamen Kampagne verwandeln wir die Grünflächen Lüneburgs – städtisch, privat oder gewerblich – Stück für Stück und Aktion für Aktion in lebendige Orte. Was ist das Ziel? Die Kampagne bringt Lüneburger Flächeneigentümer*innen mit denjenigen zusammen, die auch ohne eigenen Garten dazu beitragen wollen, die Stadt bunter zu gestalten und die Biodiversität der Grünflächen zu erhöhen. So wird die ganze Vielfalt der (Um-)Gestaltungsmöglichkeiten an konkreten Beispielen deutlich und alle können mitmachen.

Dem Klimawandel aufs Dach gestiegen

Lüneburgs Häuser werden grün – Mit der Neu- und Umgestaltung von Flächen – von der Grünfläche über den Gehweg zur Gebäudefassade bis hin zum Dach – wappnet sich Lüneburg für die Herausforderungen des sich wandelnden Klimas: reflektierende Oberflächen, angepasste Bepflanzung und Wasserflächen wirken der Aufheizung der Stadt entgegen, während Grünflächen – auch auf den Dächern – gleichzeitig nach dem Prinzip eines Schwamms dabei helfen können, Starkregen aufzunehmen und nach und nach wieder abzugeben. Was ist das Ziel? Durch ein aktives Mitdenken der Herausforderungen des Klimawandels bei der Flächennutzung und -gestaltung bereitet sich Lüneburg Schritt für Schritt auf zukünftige Hitzewellen, Starkregen und andere Extremwetterereignisse vor.

Alles da

Die Ganztagsschule als attraktiver Lern- und Lebensort – Lüneburger Ganztagsschulen als Orte für Angebote, die eine Brücke schlagen zwischen Unterricht und Freizeit: Die in Lüneburg vorhandenen Angebote und Ausstattungen aus den Bereichen Kultur, Sport, Ernährung und weiteren werden gebündelt und aufeinander abgestimmt. Nach Art eines Baukasten-Systems werden diese Angebote schul- und schulformübergreifend zur Verfügung gestellt. Was ist das Ziel? Bis dato nur außerschulisch nutzbare Zusatzangebote sind mithilfe dieser Lüneburger Lösung auch innerhalb des Ganztagsschulen-Angebotes für alle Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte kostenlos nutzbar. Auf einer ab März 2021 jährlich stattfindenden Messe präsentieren und vernetzen sich die beteiligten Akteur*innen mit ihren Angeboten.

Wohnen neu gedacht

Wohnprojekte-Kontor bietet Orientierung – Das Kontor dient als professionell organisierte Anlaufstelle für Menschen, die sich für Wohnprojekte und andere Wohnformen interessieren und informiert oder beraten werden möchten. Bestehende Angebote und Initiativen werden in eine Beratung eingebunden, um so noch mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, diese Form des Miteinander Lebens zu wählen und das notwendige Wissen für alle zur Verfügung zu stellen. Was ist das Ziel? Eine zentrale Anlaufstelle erhöht das Bewusstsein für die vielfältigen Möglichkeiten des Wohnens abseits von Einfamilienhaus und Eigentumswohnung. Entscheiden sich mehr Menschen für neue Wohnformen, wird verhältnismäßig günstigerer Wohnraum geschaffen. Daneben wirkt sich eine bunte Mischung verschiedener Wohnformen positiv auf die jeweiligen Quartiere aus. So wird die Stadt insgesamt sozialer.

Grüne Lunge Backsteinstadt

Historische Grünoasen neu entdecken – Anknüpfend an historische Grün- und Gartenstrukturen Lüneburgs soll eine finanziell geförderte und fachlich begründete (Wieder-) Begrünung der Innenstadt erfolgen. Eine Sonder- oder Wanderausstellung vermittelt den Lüneburger*innen die Thematik anhand von historischen Karten und Abbildungen und weist Besucher*innen auf bestehende oder potenzielle zukünftige Orte der (Wieder-) Begrünung in der Innenstadt sowie geeignete Bepflanzungen hin. Was ist das Ziel? Mehr Grün in der Stadt führt zu einer verbesserten Wasserspeicherung bei Starkregenereignissen sowie zum Temperaturausgleich bei Hitzewellen. Gleichzeitig lässt sich so zeigen, dass  Klimaanpassung nicht nur trotz, sondern explizit mit dem Denkmalschutz auch in einer historischen Altstadt möglich ist.

Wohnen für alle

Der Schlüssel zum gerechten Wohnen – Der Sozial- und Vergabeschlüssel für Wohnraum berücksichtigt verschiedene Parameter über die bisher gängigen – Einkommen, Behinderung etc. – hinaus. Er spricht so mehr Zielgruppen an als bisherige Verteilerschlüssel. Der Schlüssel ist für Bauende zunächst freiwillig und setzt schon bei der Erstellung von Wohnraum durch Neu-/ oder auch  Umbaumaßnahmen an. Dabei wird der Schlüssel jeweils auf den gesamten Bestand im Eigentum des*der Bauenden angewendet. Was ist das Ziel? Der Schlüssel verschafft besonders benachteiligten Personengruppen Zugang zum regulären Wohnungsmarkt. Er ermöglicht eine weitreichende Integration und Inklusion und macht die Stadt auf diese Weise sozialer. Zugleich sorgt er für mehr Heterogenität in Wohngebieten.

Ihr habt das (Werk-) Zeug dazu

Stadt aktiv mitgestalten – Der Werkzeugkasten ermöglicht niedrigschwellige Partizipation und die gemeinsame Gestaltung des Stadtlebens und steht allen inner- und außerhalb der Stadtverwaltung offen, die nach geeigneten Wegen dafür suchen. Er hilft u.a., geeignete Kommunikationskanäle auszuwählen, enthält ein Meldesystem für Räume zur Mehrfachnutzung, unterstützt bei der Planung des nächsten Straßenfestes oder der Umgestaltung offener Räume und bringt somit die geballte Erfahrung in Sachen Beteiligung in Lüneburg zusammen. Was ist das Ziel? Der Teilhabe- und Mitgestaltungs-Werkzeugkasten ermöglicht und erleichtert die Auswahl passgenauer Beteiligungsmöglichkeiten, ob für gesetzlich vorgeschriebene oder freiwillige Mitbestimmung und -gestaltung. Er führt so zu einer verstetigten Beteiligung, höherer Transparenz und einem echten Einbezug der Lüneburger Bürger*innen und ihrer Expertise.

Und jetzt alle

Gemeinsam Medien verstehen und nutzen – Durch die enge Zusammenarbeit innerhalb einer Lüneburger Verantwortungsgemeinschaft von lokalen Schulen, Unternehmen und der Universität wird die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Sinne des lebenslangen Lernens in der Bildungsregion Lüneburg gefördert. Generations- und medienübergreifendes sowie wechselseitiges Lernen und Lehren stehen im Fokus; das frühzeitige Erkennen und Nutzen von Potenzialen setzt Inklusion konsequent um. Was ist das Ziel? Sowohl im Bereich technisches Know-How als auch beim Thema des kritischen Umgangs mit digitalen und analogen Medien wird das Wissen erweitert und Fähigkeiten ausgebaut. Medien aller Art werden kritisch, kompetent und kreativ genutzt. Die Zusammenarbeit der regionalen Kompetenzträger wird langfristig gestärkt und vertieft.

Das Rad bringt's

Für einen regionalen und umweltfreundlichen Onlinehandel – Diese Lüneburger Lösung setzt an zwei sich ergänzenden Punkten an: Eine Erweiterung bestehender Kundenbindungsinstrumente wie “Kaufhaus Lüneburg”-App und LZ CleverKarte trägt zur Schaffung eines gemeinsamen Marktplatzes bei und wird kombiniert mit einem umfassenden, umweltfreundlichen (Be-) Lieferungskonzept per (Lasten-) Rad. Der Ansatz bezieht aktuelle Entwicklungen in punkto Lieferkonzepte ein und bietet eine attraktive, lokale Alternative zum ‘same day delivery’-Service etablierter, nicht lokaler Online-Händler*innen. Was ist das Ziel? Eine vertiefte Kundenbindung an den stationären Handel kombiniert mit den vom Online-Handel gewohnten kurzen Lieferzeiten macht das Einkaufen in Lüneburg online wie offline attraktiver. So bleibt das Geld länger im lokalen Wirtschaftskreislauf und stärkt den Lüneburger Einzelhandel sowie die lokale Wirtschaft als Ganzes. Eine umweltfreundliche Belieferung befreit zugleich die Innenstadt von Abgasen und zu viel Verkehr.

Geht mit dem Strom

Die hausgemachte Energieversorgung – Eine lokale, dezentrale und nachhaltige Energieversorgung – das lässt sich quartiersweise umsetzen, wenn alle Beteiligten sich zu einem Netzwerk zusammentun, ein gemeinsames Konzept entwickeln und dieses in die Tat umsetzen. Das Konzept richtet sich an alle Lüneburger Hauseigentümer*innen und -mieter*innen, von der Besitzerin eines Einfamilienhauses bis hin zu lokalen Wohnungsbaugenossenschaften und Wohnprojekten. Was ist das Ziel? Durch das lokale oder regionale Quartiersstrom-Prinzip und eine große Zahl Beteiligter wird Energie für die Gesamtheit der Eigentümer*innen und Mieter*innen preisgünstiger und der Energieverbrauch durch kürzere Energiewege gesenkt. Zugleich profitieren alle Beteiligten von einer größeren Transparenz und Ausfallsicherheit, z. B. bei Sturm und anderen Extremwetterereignissen.

Gemeinsam stark

Ehrenämter vernetzen – Das Lüneburger Stadtleben profitiert vom großen Engagement seiner Bürger*innen und der hier lebenden Studierenden – so sehr, dass die größte Herausforderung schon fast ist, da Schritt zu halten. Wie erreichen wir also, dass Engagement gebündelt wird, Interessierte eine zentrale Plattform haben und man sich gut über Projekte und Ereignisse auf dem Laufenden halten kann? Hier setzt die Idee des vernetzten Engagements an und löst wie nebenbei die Trennung zwischen ‘studentisch’ und ‘städtisch’ auf. Was ist das Ziel? In Lüneburg werden Projekte gemeinsam von und mit den unterschiedlichsten Initiativen gestaltet. Sie können sich über kurze, informelle und schnelle Kommunikationswege austauschen und Ressourcen bündeln, sodass dieselben Ideen nicht von studentischen und städtischen Initiativen gleichzeitig, ohne voneinander zu wissen, umgesetzt werden.