8. Dez. 2017

Welche Ideen entstehen, wenn 125 Menschen aus Lüneburg – Einzelhändler*innen, Mitarbeiter*innen kommunaler Betriebe, verschiedenste Interessensvertretungen, Kleingärtner*innen, Landwirt*innen und viele weitere – gemeinsam mit der Stadtverwaltung, Studierenden und Forschenden der Leuphana Universität zusammenkommen und einmal all ihre Kreativität in einen Topf werfen? So geschehen während der vergangenen zwei Workshop-Wochen des Projekts Zukunftsstadt Lüneburg 2030+. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen!

Auf dem Weg zur Lüneburger Lösung

So wurde unter anderem ausgelotet, inwieweit mehr und vielfältigeres Grün in der Innenstadt machbar und sinnvoll wäre, trotz Denkmalschutz und begrenzt verfügbarer Flächen. Oder ob mithilfe eines kleinteiligen lokalen Quartierstromkonzepts in Zukunft eine größere Unabhängigkeit von überregionalen Versorgungsnetzen erreichbar wäre. Oder wie sich Freiräume – im wörtlichen und im übertragenen Sinne – für verschiedenste Zwecke sinnstiftend nutzen ließen. Und wäre es nicht sogar machbar, Lüneburg bis 2030 CO2-neutral zu gestalten, wenn Wohnen, Wirtschaft und Mobilität in lokale Klimaschutznetzwerke eingebunden sind?

Diese und unzählige weitere Ideen wurden, verteilt auf fünf vierstündige Workshops zu den Themen Klimaanpassung, Stadtleben, Wirtschaft, Stadtplanung und Vernetzung und angeleitet durch eine spielerische Methodik, in eine greifbare Form gegossen: Wer unternimmt mit wem die ersten Schritte, wie sehen diese konkret aus, wen und was für Ressourcen braucht es noch dazu? Welche Beispiele aus anderen Städten und Kommunen in Deutschland und weltweit taugen als Inspiration, und welche spannenden Ideen aus unserer Bierdeckel-Aktion lassen sich wo mit einbauen? Gibt es »unvorhersehbare« Ereignisse, die die gerade geschmiedeten Pläne zunichte machen könnten – oder ist die Idee vielleicht sogar krisenfest? Nicht zuletzt musste ein Name gefunden werden, unter dem sich die jeweils gefundene »Lüneburger Lösung« knackig fassen ließe – dank kreativer und anregender Gesprächsatmosphäre war das zumeist die kleinste Herausforderung.

Und so geht es weiter

Mit einem ganzen Bündel an Lüneburger Lösungen geht es in den kommenden Wochen und in engem Kontakt mit allen Beteiligten in die Workshopauswertung. Dabei wird auch geprüft, wie anschlussfähig die entwickelten Maßnahmenideen untereinander sind. Im Idealfall lassen sich durch eine Kombination mehrerer Ideen oder Bausteine Synergieeffekte erzielen, die noch über die Wirkung der Einzellösung hinausgehen. Erste Ergebnisse dieser Aufbereitung werden voraussichtlich im Januar hier auf www.lueneburg2030.de vorgestellt. Im Detail werden alle entwickelten (und in der Zwischenzeit weiterentwickelten) Lüneburger Lösungen auf der Leuphana Konferenzwoche 2018 bei einer ganztägigen Veranstaltung am 1. März im Foyer des Zentralgebäudes zur Diskussion gestellt – auch hier sind wieder alle Interessierten herzlich eingeladen, sich zu beteiligen und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten!

Der Hintergrund

Mit dem Projekt Zukunftsstadt Lüneburg 2030+ ist die Hansestadt Lüneburg Teil des bundesweiten Wettbewerbs »Zukunftsstadt«. In diesem Wettbewerb, der momentan in der zweiten Phase läuft, entwickeln 20 Kommunen Visionen für eine nachhaltige Entwicklung. In Phase 3 bekommen acht der 20 Kommunen die Chance (und das Geld dazu), die Ideen aus der zweiten Phase in die Tat umzusetzen. Rahmen des Ganzen sind die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele, die derzeit vielen Kommunen in Deutschland und weltweit als Wegweiser für ihre weitere Entwicklung dienen. Die 17 Ziele bis zum Jahr 2030 lokal – also auch hier in Lüneburg – umzusetzen und damit gleichzeitig eine positive globale Wirkung zu haben, hierauf hat sich die Weltgemeinschaft im Jahr 2015 geeinigt. Jeder einzelne Mensch kann hierzu einen Beitrag leisten. Und dass die ersten Schritte hierfür hier vor Ort in Lüneburg im Prinzip schon morgen gegangen werden könnten, das haben die Zukunftstadt-Workshop-Teilnehmer*innen mit den von ihnen entwickelten Ideen bewiesen.