Gesellschaftliche Naturverhältnisse zwischen Krise und Vision

06.07.2010

 

Das Konzept Biosphärenreservate der UNESCO stellt einen Versuch dar, nachhaltige Entwicklung in ausgewählten Regionen umzusetzen. Ein zentrales Ziel ist es, durch die Verbindung von ‚Natur’ schützen und ‚Natur’ nutzen Modellregionen nachhaltigen Wirtschaftens zu etablieren.

Tanja Mölders hat mit dem Biosphärenreservat Mittelelbe in Sachsen-Anhalt eine solche Modellregion zum Gegenstand der Analyse gesellschaftlicher Naturverhältnisse gemacht: Ausgehend von einer empirischen Untersuchung fragt sie danach, ob und inwiefern das Konzept Biosphärenreservate tatsächlich eine gesellschaftliche Strategie zur Umsetzung nachhaltiger Entwicklung bereithält.

Dazu entwickelt die Autorin eine normative Rahmung zur Krise und Vision gesellschaftlicher Naturverhältnisse, die sie entlang feministischer Theorieimpulse konkretisiert. Vor dem Hintergrund der theoretischen Überlegungen werden die im Biosphärenreservat Mittelelbe vorgefundenen gesellschaftlichen Naturverhältnisse als krisenhaft wie auch als visionär interpretiert. Die Schlussfolgerungen ergeben, dass gesellschaftliche Naturverhältnisse einer Reflexion und – in vielen Fällen – einer Reformulierung von Natur-, Ökonomie- und Politikverständnissen bedürfen, um nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

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