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Modellgebiet Mühlbach, Baden-Württemberg


Das 140 km2 große Einzugsgebiet des Mühlbachs liegt im Süden Baden-Württembergs unmittelbar südwestlich der Stadt Freiburg. Es steht als Modellregion für Intensivlandwirtschaft mit hauptsächlich Sonderkulturen (Weinanbau) und hoher Dominanz einer Monokultur (Maisanbau) sowie dynamische urbane Entwicklung (Stadt Freiburg) am Rande eines Mittelgebirges.
Seine Oberläufe entwässern steile, bewaldete Hänge des Hochschwarzwalds. Die Abflussbildung wird dominiert durch schnellen Interflow und Sättigungsflächenabfluss. Auf ihrem Weg zur flachen Oberrheinebene mit ihren fluvialen Sedimenten und landwirtschaftlichen Monokulturen durchqueren die Bäche die südlichen Stadtteile von Freiburg (unter anderem den ökologischen Modellstadtteil Vauban) und erfahren so urbane Regenwassereinleitungen. Andere Zuflüsse entwässern durch Intensivlandwirtschaft (v.a. Weinbau) geprägte Hanglagen des Tunibergs oder Kaiserstuhls. Hier kann es bei Starkregenereignissen zu Oberflächenabfluss und markanten Hochwässern kommen. Diese mobilisieren viel Sediment und potenziell auch applizierte Pestizide. Im Gebiet wurden zahlreiche Gewässer-Bewirtschaftungs-Maßnahmen zur Umsetzung der EU-WRRL projektiert und teilweise auch schon verwirklicht.

Das Vorhaben startet mit einer ersten Vorauswahl an Pestiziden und Bioziden, welche im laufenden Projekt aufbauend auf dem gewonnenen Projektwissen bei Bedarf ergänzt werden kann.
Im Modellgebiet Mühlbach handelt es sich um die Fungizide Boscalid und Penconazol die vor allem im Weinanbau Verwendung finden.
Außer den PSM aus der Landwirtschaft  konzentriert sich das Projekt auf drei bioziden Wirkstoffe, Diuron, Terbutryn und Octhilinon, welche in Deutschland vorwiegend in Fassadenfarben eingesetzt werden und von denen die ersten beiden interessanterweise früher als PSM zugelassen waren.