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Modellgebiet Kielstau, Schleswig-Holstein


Im Tiefland-EZG der Kielstau südöstlich von Flensburg stellen Drainagen und lateraler Abfluss aus landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen (Raps, Getreide, Mais) die Haupteintragspfade für Pestizide und ihre TP in Oberflächengewässer dar. Das 50 km² große EZG liegt in im Norden Schleswig-Holsteins südöstlich der Stadt Flensburg und dient als Beispiel für die Modellregion Tiefland.
Die Kielstau ist 17 km lang und fließt durch den Winderatter See zum Gebietsauslass am Pegel Soltfeld. Zahlreiche kleine Zuflüsse, offene Entwässerungsgräben und Drainagen entwässern in die Kielstau. Drei größere Zuflüsse, die Moorau, der Hennebach und die Levensau, münden von Norden her in die Kielstau.
Die Region ist vorwiegend ländlich geprägt, ein signifikanter urbaner Einfluss ist nicht vorhanden. Von der landwirtschaftlich genutzten Fläche entfallen ca. 55 % auf Ackerfläche und ca. 26 % auf Grünland. Der Anteil der Siedlungsfläche liegt bei 3 % der Gesamtfläche. Die dominierenden Bodentypen im Einzugsgebiet sind Pseudogleye, in den Flusstälern finden sich moorige Böden.
Das Einzugsgebiet weist typische Merkmale der Norddeutschen Tiefebene wie eine hohe Drainagedichte bei Ackerflächen von ca. 38 %, geringe Hangneigungen (< 10 %), niedrige hydraulische Gradienten und eine intensive Interaktion zwischen oberflächennahem Grundwasser und Oberflächenwasser auf. Landwirtschaftliche Betriebe liegen meist außerhalb der Ortschaften und ihre Hofabläufe sind nicht an die zentralen Kläranlagen angeschlossen. Der langjährige mittlere Abfluss der Kielstau beträgt während der Frühjahrsapplikation im Mai/Juni 0,16 m³ s-1 und 0,42 m³ s-1 während der Herbstapplikation von September bis November. Die jährliche mittlere Niederschlagsmenge beträgt 841 mm und die jährliche Durchschnittstemperatur 8.2 °C.


Das Vorhaben startet mit einer ersten Vorauswahl an Pestiziden, welche im laufenden Projekt aufbauend auf dem gewonnenen Projektwissen bei Bedarf ergänzt werden kann.
Im Modellgebiet der Kielstau handelt es sich hierbei um die weitverbreitet zum Einsatz kommenden Herbizide Metazachlor und Flufenazet und jeweils deren bekannte Metabolite, vorliegend als Oxalsäure und Sulfonsäure.