Arbeitsfelder

Das Niedersächsische Forschungsnetzwerk Gesundheits- und Pflegewissenschaften existiert seit Juni  2004. Es wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) bis Ende 2006  gefördert. Im Rahmen seiner Aktivitäten führt es Vertreterinnen und Vertreter gesundheitsbezogener Wissenschaftsgebiete aus Niedersächsischen Hochschulen als Netzwerkpartner zusammen.

Die Wissenschaftsgebiete

Wissenschaftsgebiete

Die traditionellen Objektbereiche der Gesundheits- und Pflegewissenschaften sind insgesamt unterschiedlich, überlappen sich aber teilweise auch.

Wachsende wissenschaftliche und praktische Herausforderungen ergeben sich für beide Disziplinen vor allem aus der aktuellen Situation des Gesundheitssystems, das geprägt ist durch Kostendruck, Budgetierung und Leistungseinschränkungen.

Aufgrund der komplexen Themenstellungen bedürfen beide Wissenschaften einer starken Multidisziplinarität und einer großen Methodenvielfalt.

Beiden Disziplinen liegt ein ganzheitliches Menschenbild zugrunde, in dem die individuelle Sichtweise und das Erleben des einzelnen Subjekts (z.B. des zu Pflegenden) eine wichtige Rolle spielen. Die stark defizitorientierte und naturwissenschaftliche Sichtweise der Medizin, aus der sich beide Wissenschaften entwickelt haben,  wird durch eine ressourcenorientierte und salutogenetische Perspektive ergänzt.

Gesundheitswissenschaften

 Die Gesundheitswissenschaften haben sich in Deutschland in den letzten Jahren als neues Fachgebiet konstituiert. Sie umfassen ein breites Spektrum von Einzeldisziplinen und nutzt das Wissen, die Erkenntnisse und die Methoden der Sozialwissenschaften, Psychologie, Ökonomie, Medizin, Epidemiologie etc., um sich  aus diesen unterschiedlichen Blickrichtungen mit dem Thema Gesundheit auseinander zu setzen. Im Schwerpunkt geht es um die Erfassung der Verteilung von Gesundheitszuständen, von Risiken und Ressourcen in der Bevölkerung, um die Analyse des Gesundheitssystems und seiner versorgungswirksamen Strukturen und die anschließende Entwicklung von entsprechenden Problemlösungen.

Es sollen interprofessionelle Konzepte erstellt und dadurch Barrieren zwischen den Wissens- und Praxisfeldern, wie Versorgung und Prävention, überwunden werden mit Fokus auf die Weiterentwicklung eines umfassenden und funktionellen Gesundheitswesens.

Gesundheitswissenschaften sind demzufolge gleichermaßen multidisziplinär wie anwendungsorientiert angelegt.

Pflegewissenschaften

 Auch bei den Pflegewissenschaften handelt es sich um eine junge, aber aufstrebende Wissenschaftsdisziplin. Sie bildet den theoretischen Rahmen für die Praxisdisziplinen der Pflege-Fachrichtungen und dient gleichermaßen der fundierten Weiterentwicklung von Theorie und Praxis, indem sie z.B. neue Pflegestrategien auf  der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt. Der Objektbereich kann mit den folgenden Dimensionen beschrieben werden: Der Mensch in bezug auf Gesundheit und Krankheit, Interaktion in bezug auf Gesundheit und Krankheit, Pflegende als ExpertInnen, pflegerische Handlungen und Umwelt.

Forschungsleitend sind die Fragestellungen der Pflegepraxis. Hier ist wie in den Gesundheitswissenschaften  Multidisziplinarität gefordert, welche sich in einer Vielfalt der in der Forschung zu verwendenden Methoden niederschlägt.

Für die Pflegewissenschaften gewinnen auch die Aspekte der Gesundheitsförderung und präventive Maßnahmen als Teilbereich der Gesundheitswissenschaften immer mehr an Bedeutung.

Als Leitsatz für beide Disziplinen kann deshalb gelten:
„Gesundheit fördern und Krankheit verhindern!“

Durch die Zusammenführung der unterschiedlichen Disziplinen und Professionen  im Niedersächsischen Netzwerk können wertvolle Synergieeffekte entstehen.

Übergreifende Forschungsfelder (siehe Abb.)

Forschungsfeld „Professionalisierung in den Gesundheitsberufen“:

Das Gesundheitswesen in Deutschland ist eines der beschäftigungsintensivsten Teilsysteme unserer Gesellschaft und ist zur Zeit einem rasanten Wandel unterworfen. Auslöser sind demografische und epidemiologische Veränderungen, der medizinisch-technische Fortschritt und durch den Kostendruck erzwungene Anpassungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen. Auch die tradierten Anforderungs- und Qualifikationsprofile der Gesundheitsberufe sowie die Strukturen ihrer Aus- und Weiterbildung geraten unter Veränderungs- und Innovationsdruck. Es bilden sich neue Aufgaben und Tätigkeitsfelder  heraus und die Nachfrage nach Zusatzqualifikationen steigt. Es ist eine Akademisierung der traditionell schulisch ausgebildeten Fachberufe zu beobachten, die sich z.B. in der Etablierung von Pflegestudiengängen zeigt.

Inhaltlich  geht es in diesem Forschungsfeld u.a. um die Entwicklung von innovativen Konzepten für das berufliche Handeln in der Gesundheitsversorgung.

Qualitätsmanagement und Evaluation

  1. Entwicklung und Anwendung von Evaluations- und Qualitätsmanagementkonzepten für das Gesundheitswesen, z.B. in der Krankenversorgung oder in der Gesundheitsförderung.
  2. Kontinuierliche Analyse der Prozess- und Ergebnisqualität der im Netzwerk initiierten Forschungsprojekte.