Eine nachhaltige Universität braucht nachhaltigen Strom!
Die Leuphana Universität Lüneburg hat sich im Rahmen des Konzepts zur klimaneutralen Universität ehrgeizige Ziele gesetzt. Ihr Vorhaben, bis 2012 durch Energieeinsparungen und Kompensationen ihren Ausstoß von Klimagasen zu minimieren und auszugleichen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ein bedeutender Baustein ist hierbei die geplante weitere Förderung der Solarenergiegewinnung auf den Hochschuldächern.
Bei der Stromversorgung zeigt sich jedoch, dass zwischen der Vision einer klimaneutralen und nachhaltigen Universität und deren Umsetzung eine Lücke klafft: Obwohl die Hochschule einerseits zur solaren Energiewende beitragen will, bezieht sie weiterhin Strom vom Energiekonzern E.ON Avacon. Dieser wird zu einem Drittel in Atomkraftwerken und zu 45% aus fossilen Energieträgern produziert. Während in den Uni-Fluren das Licht brennt, in Hörsälen der Beamer summt und im Rechenzentrum die Computer arbeiten, fallen an anderer Stelle radioaktiver Abfall und klimaschädliche Emissionen an. Dies schwächt die Glaubwürdigkeit der universitären Klima- und Nachhaltigkeitsstrategie.
Strom aus Kohle- und Atomkraft ist keine nachhaltige Form der Stromerzeugung, denn:
• Atomkraft ist eine Risikotechnologie. Die Vorfälle in Krümmel machen deutlich, dass auch deutsche Atomkraftwerke erhebliche Sicherheitslücken aufweisen.
• Atomkraftwerke produzieren hochradioaktive Abfälle, für die es noch immer keine sichere Entsorgungsmöglichkeit gibt. Kommenden Generationen werden hochgiftige Stoffe hinterlassen, deren sichere Lagerung letztlich niemand garantieren kann.
• Die Energiegewinnung aus Stein- und Braunkohle belastet das Klima und verschmutzt die Luft.
• Atomenergie und fossile Energieträger sind nicht erneuerbar. Die weltweiten Uran- und Kohlevorräte sind begrenzt und ihr Abbau führt zu verheerenden Umweltzerstörungen.
• Die unflexiblen großen Atom- und Kohlekraftwerke vertragen sich nicht mit der schwankenden Stromerzeugung durch Sonne und Wind und behindern daher eine schnelle Markteinführung erneuerbarer Energien.
Die nachhaltige Alternative ist Strom aus regenerativen Energiequellen. Während andere Universitäten – in Deutschland die Uni Bremen und in Großbritannien die Universitäten Cambridge und Oxford Brookes – bereits Ökostrom beziehen, hinkt die Uni Lüneburg hier hinterher.
Deshalb fordern wir die Hochschulleitung dazu auf, ihrem Anspruch auf Vorbildfunktion auch bei der Wahl ihres Stromanbieters nachzukommen. Sie muss sich gegen die Nutzung von umwelt- und gesundheitsschädigenden Risikotechnologien und für eine nachhaltige Form der Stromversorgung entscheiden. Die Stromlieferverträge sind unter strengen ökologischen Kriterien neu auszuschreiben, und die Universität muss zu einem Ökostromanbieter wechseln!
Verfasst von: Timo Eckhardt (Netzwerk Klimagerechte Hochschule, NOA-Referat des AStA-Lüneburg), Matthias Schröter (campus.grün Lüneburg)
Unsere Petition wurde insgesamt 637 mal unterzeichnet. Vielen Dank für eure Unterstützung!




Oktober 29th, 2009 at 11:01
2007/2008 gab es ein Seminar, dass sich ausschließlich mit “klimaneutraler Uni Lüneburg” beschäftigt hat und handlungsoptionen an entscheidungsträger weitergegeben hat. ökostrom war natürlich bei. alles hier nachlesbar: http://www.leuphana.de/csm/content/nama/downloads/download_publikationen/klima2_finale.pdf
Oktober 29th, 2009 at 12:53
[...] Hier der Link zum Aufrug: http://www.leuphana.de/campusgruen/?p=310 [...]
Oktober 29th, 2009 at 13:32
@max: ja, die Studie ist wichtig, hier geht es jetzt darum, sowas auch umzusetzen.
Oktober 29th, 2009 at 15:12
Ist doch ein klarer Fall, dass es an der Uni keinen Atomstrom geben darf!
Oktober 29th, 2009 at 22:31
Wer weiß…. vielleicht entscheidet sich unser Sohn demnächst aus Irland zurück zu kommen (wegen Englisch ‘aufbessern’) und doch hier zu studieren ?! Lüneburg wäre eine “naheliegende” Option.
Wir haben also ein auch ein ‘persönliches’ Interesse daran, diese Kampagne zu unterstützen !
Privat haben wir seit Mai (endlich) ‘grünen Strom’ !
Viel ERFOLG !!
Oktober 30th, 2009 at 07:43
Auch mit vielen kleinen Schritte, können wir große Wegstrecken meistern!!!!!!
Dies sollte eine Motivation sein für alle Studenten in unserem Land…….überall sind Unis….auch bei uns in Aachen!!!!
Ich finde es super und wünsche ganz viel Erfolg und mag mit meiner “Zeichnung” dazu beitragen!
Es ist unsere Welt……und wir haben keine zweite im Keller!!!!
Viel ERFOLG!!!!!
Oktober 31st, 2009 at 12:02
schon über 300 UnterzeichnerInnen. Großartig. Weitersagen!
November 3rd, 2009 at 12:58
es geht steil auf die 500 zu. yeah! Weitersagen!
November 3rd, 2009 at 20:16
Dass unsere Uni mit ihrem Anspruch nachhaltig zu sein auch grünen Strom beziehen sollte ist wirklich selbstverständlich. Ich bin wirklich etwas schockiert, dass es bisher nicht so ist!
November 4th, 2009 at 03:59
Ich freue mich…
und habe deshalb nochmal reingeschaut.
ABER….
ich verstehe und respektiere, dass eine-r den eigenen Namen nicht -im Internet- sehen möchte…
gebe aber zu bedenken, dass “”Namen”" wie
*Istja Unglaublich* wohl kaum von der Unileitung akzeptiert werden —–
und somit MEHR als kontraproduktiv sind !!
Richtig.. oder “verdeckt” !!
Aber doch nicht *pseudo-intellektuell*
(( “pseudo-witzig ?? )) !
Trotzdem = weiterhin VIEL Erfolg !
November 4th, 2009 at 18:00
Das Hamburger Abendblatt macht auf den Aufruf aufmerksam. Zu lesen hier: http://www.abendblatt.de/region/lueneburg/article1257472/Oekostrom-fuer-die-Leuphana.html
November 8th, 2009 at 21:25
@Jürgen: ja, das stimmt, sowas ist unnötig. Beim Überfliegen der Namen ist mir aber kein anderer aufgefallen.
November 11th, 2009 at 13:50
Hallo,
Atomstrom ist zwar eine saubere Energie, sauberer als Gas und Kohle, aber Sonne und Wind sind auch nicht gerade die Lösung da sie zu abhängig sind und der wIRKUNGSGRAD. Trotzdem sollten wir im 21.Jahrhundert weitere, neue Energiequelle generieren um Energie zu gewinnen.
Wie würde sich eine Geothermoie- Anlage auf dem Campus machen?
Könnten die Studenten Gluckose in Energie umwandeln?
Viren sind auch als Energieträger denkbar oder?
und zu guter letzt bald werden wir Sonnenstrahlen per Leaser punktgenau in atmusphärische Zwischenstationen leiten können und in Energie umwandeln.
Osmosekraftwerke, mobile Wasserkraftwerke und Salzlake könnten auch als Enerieträger genutzt werden.
Die Salzstöcke von Gorleben würde ich in Energieträger verwenden.
MfG
Günter Klug
DD
November 11th, 2009 at 17:30
Auch die Landeszeitung berichtet kurz über unsere Unterschriftenaktion: http://www.landeszeitung.de/lokales/hochschule/news/artikel/foerdersegen-und-oeko-strom/
Januar 19th, 2010 at 21:55
[...] Eine nachhaltige Universität braucht nachhaltigen Strom! | blog … [...]
April 2nd, 2010 at 09:51
Klasse Sache. Passt auch vor allem gut zur Leuphana.
Aber komplett auf Atomstrom könnte man glaube ich auch nicht verzichten. Es wäre einfach zu teuer nur Energie aus nachhaltigen Quellen zu erstellen. Generell sollte aber der Trend dahin gehen, das ist richtig!
Mai 5th, 2010 at 13:39
klar ökostrom kommt der umwelt zugute, aber nur darauf zu bauen wäre glaub ich riskant, was passiert wenn der wind oder die sonnen für die benötigte energie nicht ausreichen!