19/06 2011

Ein kleiner Schritt für eine Uni, aber ein großer Schritt für die Menschheit

Beitrag von: campus.grün Lüneburg | gespeichert unter Anti-Atom, Klima, Nachhaltige Hochschule | 1 Kommentar

Gemeinsam mit Allen, die sich in den vergangenen Jahren für eine nachhaltige Energieversorgung an der Uni Lüneburg eingesetzt haben, können wir heute einen großen Erfolg feiern: Am Donnerstag gab das Präsidium bekannt, dass alle Standorte der Uni ab Januar 2012 zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt werden sollen! Den Zuschlag erhielt der Hamburger Ökostromlieferant LichtBlick AG. Die entsprechende Pressemitteilung gibt’s hier.

Für eine Umstellung auf Ökostrom hatten sich in den letzten Jahren insbesondere die Umweltkoordination sowie Teile der Professorenschaft im Rahmen des Konzepts zur klimaneutralen Universität eingesetzt. Namentlich seien hier vor allem Irmhild Brüggen, Prof. Dr. Stefan Schaltegger und Prof. Dr. Wolfgang Ruck genannt, denen wir an dieser Stelle für ihr jahrelanges Engagement in Sachen nachhaltiger Energieversorgung an der Uni herzlich danken möchten!
Aufgrund eines landesweiten Stromliefervertrages, der für alle Liegenschaften und Gebäude des Landes Niedersachsen galt, hatte die Universität bei der Wahl ihres Stromanbieters bisher jedoch kaum Handlungsspielräume.

Auch campus.grün Lüneburg forderte im Oktober 2009 zusammen mit dem NOA-Referat des AStA und dem Netzwerk Klimagerechte Hochschule die Hochschulleitung in einer Online-Petition noch einmal dazu auf, die Stromlieferverträge unter strengen ökologischen Kriterien neu auszuschreiben und zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Mit 637 Unterzeichnern konnten wir dem Präsidenten damals deutlich machen, wie wichtig das Thema nachhaltige Stromversorgung an unserer Uni ist, besonders auch unter den Studierenden. Bei der Übergabe der Unterschriften signalisierte Herr Spoun, dass die Hochschulleitung einer Ausschreibung für Ökostrom positiv gegenüberstehe.

Nun hat sie ihre Bereitschaft also in die Tat umgesetzt. Wir möchten der Hochschulleitung zu dieser wichtigen Entscheidung auf dem Weg zu einer nachhaltigen Hochschulen herzlich gratulieren! Sie reiht sich damit ein in eine wachsende Zahl von Universitäten, die sich ihrer gesellschaftlichen Vorbildfunktion im Bereich nachhaltiger Entwicklung bewusst werden und auch bei der Wahl ihres Stromanbieters Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

Where do we go from here?
Die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist ein wichtiger Schritt, um die Stromversorgung ökologisch verträglicher zu gestalten. Um das langfristige Ziel einer klimaneutralen und nachhaltigen Universität zu erreichen, sind jedoch weitere Schritte nötig – an der Uni Lüneburg vor allem in Richtung Energieeinsparung und Energieeffizienz. Aus unserer Sicht sollte die gesamte Hochschulgemeinschaft dabei einbezogen werden. Möglichkeiten wie jede und jeder Einzelne an der Uni Energie sparen kann, sollten noch offensiver beworben werden. Ideenwettbewerbe für ökologische Verbesserungsvorschläge sollten ausgeschrieben werden. Auch Energiesparwettbewerbe und –patenschaften können den Stromverbrauch senken. Ein anderer Ansatz wird beispielsweise an britischen Unis vorangetrieben: sogenannte „personal pledges“, also Selbstverpflichtungserklärungen, motivieren Studierende und Mitarbeitende für mehr Engagement in Sachen Energiesparen und Umweltschutz. „EcoRepresentatives“ heißen freiweillige bzw. bezahlte engagierte Studierende an zwei weiteren britischen Unis. Sie sind BotschafterInnen für nachhaltiges Verhalten an ihrer Uni. Ihre Aufgabe ist es, das Umweltmanagement zu unterstützen. Solche Ideen sollten auch für Lüneburg diskutiert werden. Ohne uns Studierende wird das Ziel einer nachhaltigen Hochschule nicht erreicht werden.

Timo Eckhardt (ehemals NOA-Referat des AStA der Uni Lüneburg und Netzwerk Klimagerechte Hochschule) und Matthias Schröter (ehemals campus.grün Lüneburg)


18/01 2011

No mEATing – freiwillig fleischfreier Donnerstag

Beitrag von: campus.grün Lüneburg | gespeichert unter Klima, Konsum, Nachhaltige Hochschule | Kommentieren

Vegetarische Balkanpfanne statt Kohlwurst heißt es am Donnerstag. Mit dem mEATing-freien Tag möchten campus.grün, die grüne Hochschulgruppe, und BINK (Bildungsinstitutionen und nachhaltiger Konsum) dazu anregen, den eigenen Fleischkonsum zu hinterfragen.

Rund 88 Kilogramm Fleisch und Wurst verzehrte jeder Deutsche 2009 durchschnittlich. Zu wenig wird dabei über die Folgen dieses Konsums nachgedacht: Rund ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen stammen aus der Landwirtschaft, dabei insbesondere aus der Tierhaltung und der Nahrungsproduktion für die Nutztiere. Hinzu kommen Tierquälerei in der Massentierhaltung sowie Skandale in der industriellen Lebensmittelindustrie wie jüngst die Dioxinverseuchung.

Campus.grün und BINK wollen mit dem mEATing-freien Donnerstag niemanden zwangsvegetarisieren. Viel mehr möchten wir dazu aufrufen, einmal zu überlegen, ob es denn jeden Tag das Schnitzel sein muss oder nicht auch mal das Kartoffel-Lauch-Gratin.

Um den Weg „Zurück zum Sonntagsbraten“ aktiv zu unterstützen, gibt es für jeden, der sich am Donnerstag für die fleischfreie Variante entscheidet, einen Gutschein für einen leckeren Voelkel-Saft, den ihr direkt im Hörsaalgang einlösen könnt. Seid dabei, wenn es am Donnerstag frei nach Brecht heißt: „Erst kommt die Moral und dann das Fressen.“


22/11 2010

“Uni, Nachhaltigkeit und du” jetzt auch online!

Beitrag von: Matthias Schröter | gespeichert unter Klima, Konsum, Nachhaltige Hochschule | 1 Kommentar

Der Leitfaden “Uni, Nachhaltigkeit und du” gibt Anregungen zum nachhaltigen Studieren an unserer Uni. Es geht unter anderem um Papierverbrauch, Energiesparen, Mobilität und Partizipation. Seit kurzem ist der Leitfaden, den die neuen Studierenden in den letzten Jahren zur Begrüßung in Papierform erhalten haben, auch in einer neuen Online-Version verfügbar.
Viel Spaß beim Lesen!


29/10 2010

Lüneburg steigt aus. Was ist mit deiner WG?

Beitrag von: Matthias Schröter | gespeichert unter Anti-Atom, Klima, Politik in Lüneburg | 1 Kommentar

Vor ein paar Tagen ist die Kampagne www.lueneburg-steigt-aus.de gestartet. Wir, junge Grüne und die Grüne Jugend aus Lüneburg, wollen erreichen, dass möglichst viele Menschen auf Ökostrom umsteigen. Wir beobachten, dass auf der einen Seite im Moment eine hohe Wechselbereitschaft da ist, dass es aber viele Menschen gibt, die diesen Schritt noch nicht gegangen sind.

Wie sieht es bei dir aus? Ist deine WG schon auf Ökostrom umgestiegen? Im Heinrich-Böll-Haus in der Katzenstraße gibt es Aufkleber, mit denen ihr zeigen könnt: “Strom ohne Kohle und Atom – Wir sind dabei”.

Aufkleber für den Briefkasten


2/09 2010

War falsch, ist falsch, wird falsch bleiben.

Beitrag von: Matthias Schröter | gespeichert unter Klima, Konsum, Politik in Lüneburg | 2 Kommentare

War falsch, ist falsch, wird falsch bleiben: auch die dritte Lüneburger Schnitzelmeisterschaft ist durch nichts zu rechtfertigen. Sich zum Spaß mit Tieren den Bauch vollzuschlagen – dafür gibt es keinen guten Grund. Erlaubt ist, was gefällt – und keinem anderen schadet. Das ist der Knackpunkt: übermäßiger Fleischkonsum ist keine Privatsache, denn es schadet uns allen. Es schadet den Tieren, die in Massenhaltung unter oft qualvollen Bedingungen gehalten werden. Es schadet den Menschen, weil Regenwald für Tierfutter abgeholzt wird, weil für die Fleischerzeugung viel Fläche gebraucht wird und viele Treibhausgase ausgestoßen werden. Auch die Folgen des Übergewichts trägt die Gemeinschaft.
Hier ist die Politik gefordert: in Zukunft müssen alle diese Kosten auf den Verursacher zurückfallen. Gute Lebensmittel müssen entsprechend wertgeschätzt werden. Dann erübrigt sich die Diskussion um eine Schnitzelmeisterschaft: sie würde schlicht zu teuer.
Es geht bei einem solchen Wettbewerb nicht mehr um Genuss oder Ernährung, sondern um planmäßige Verschwendung von Ressourcen. Schnitzelmeisterschaft? Nein danke!


Auf unserem Blog veröffentlichen wir verschiedene Arten von Beiträgen. Unter dem Autorennamen “campus.grün Lüneburg” werden Beiträge verfasst, die die Meinung der gesamten Gruppe widerspiegeln. Unter anderen AutorInnen-Namen werden Einzelbeiträge verfasst, die die Meinung der Autorin/des Autors wiedergeben. Dazu gehört dieser Beitrag.


12/07 2010

Utopia.de – Hochschulranking: Uni Lüneburg auf Platz 3 – campus.grün will mehr

Beitrag von: campus.grün Lüneburg | gespeichert unter Klima, Nachhaltige Hochschule | Kommentieren

Im zweiten „Grünen Hochschulranking“ des Nachhaltigkeitsportals Utopia.de belegte die Leuphana Universität Lüneburg einen guten dritten Platz – campus.grün Lüneburg, die grüne Hochschulgruppe der Leuphana Universität will noch mehr. „Die Uni Lüneburg ist im Bereich Nachhaltigkeit zwar schon sehr engagiert, wir sehen jedoch in einigen Punkten noch deutlich Handlungsbedarf“, meint Sebastian Strunz, Sprecher von campus.grün Lüneburg. Dazu legt campus.grün das Positions- und Diskussionspapier „Auf dem Weg zur nachhaltigen Hochschule“ vor. Hier werden die Aktivitäten der Universität zur Nachhaltigkeit in acht verschiedenen Handlungsfeldern unter die Lupe genommen.

Fahrrad fahren!

Das Utopia-Hochschulranking besteht aus zehn verschiedenen Kategorien, in denen Studenten die Nachhaltigkeitspolitik ihrer Universität bewerten. Gleich beim ersten Kriterium des Rankings zum Bioangebot der Mensa belegt die Leuphana Universität Lüneburg den ersten Platz, da täglich ein Bio-Menü in der Bio-Mensa zur Auswahl steht. Trotz des tollen ersten Platzes sieht die grüne Hochschulgruppe noch Verbesserungspotential. „Wir fordern ein breiteres Angebot an Fair-Trade-Produkten“, so Ronja Wiegel Mitglied von campus.grün, „und es wäre wünschenswert, dass die gesamte Mensa ausschließlich Fleisch aus artgerechter Tierhaltung bezieht.“
In anderen Kategorien wie z.B. Mülltrennung und Energieeffizienz schneidet die Leuphana dagegen schlechter ab und ist nicht in der Spitzengruppe der nachhaltigsten Universitäten zu finden. Felix Storck von campus.grün erklärt dazu: „Zum Beispiel im Bereich Recycling von Abfällen könnte sich die Leuphana Uni noch einiges vom Sieger des Rankings, der Alanus Hochschule in Alfter, abgucken. Die Mülltrennung an unserer Uni muss unbedingt verbessert werden, dazu gehört vor allem das Aufstellen von gesonderten Abfallbehältern. Dieser wichtige Aspekt wäre sogar ohne großen Aufwand umsetzbar.“

Auf dem Gebiet der Lehre versucht die Leuphana Universität Lüneburg eine Vorreiterrolle einzunehmen. Neben dem speziellen Studiengang „Nachhaltigkeitswissenschaften“ versucht die Leuphana allen Studenten das Thema Nachhaltigkeit im fächerübergreifenden „Leuphana-Semester“ näher zu bringen. Außerdem kann in jedem Studiengang als Nebenfach „Nachhaltigkeitshumanwissenschaften“ gewählt werden. Campus.grün sieht darin die Chance, dass sich alle zukünftigen AbsolventInnen der Universität Lüneburg kritisch mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen.

Unser Positionspapier “Auf dem Weg zur nachhaltigen Hochschule” findet ihr hier.


2/03 2010

Film ab gegen Kohlekraft!

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Ein gut gemachtes Video von Böll-Stiftung und Oxfam zu einem bedrückenden Thema.

Mehr Infos zur Klimapolitik im Blog Klima der Gerechtigkeit.


22/02 2010

Einmischung und Möglichkeiten.

Beitrag von: campus.grün Lüneburg | gespeichert unter Allgemein, Anti-Atom, Bildung, Klima, Konsum, Nachhaltige Hochschule, Politik in Lüneburg | 1 Kommentar

Seit einem Jahr gibt es die grüne Hochschulgruppe campus.grün Lüneburg – Zeit für eine kleine Bilanz und einen Ausblick.

Wer sind wir und was machen wir?

Wir sind Studierende an der Uni Lüneburg, die sich für grüne Politik interessieren. Kuwis, Uwis und Wisos haben sich hier zusammengefunden, um sich für eine nachhaltige Hochschule einzusetzen, politische Bildungsarbeit zu machen, miteinander zu diskutieren und sich einzumischen.

Unsere Themen bisher: Nachhaltigkeit auf dem Campus, soziale Bildungspolitik, Atompolitik und anderes.

Ganz konkret haben wir

… mit Sven Giegold und Jan Philipp Albrecht, die jetzt beide im Europaparlament sitzen, über die Idee des Green New Deal und die Rechte des Europaparlamentes auf gut besuchten Diskussionsveranstaltungen gesprochen.

… den Film „The Corporation“ gezeigt und eine kleine Weihnachtsgeschenkebörse organisiert

… gegen die Veranstaltung einer Schnitzelmeisterschaft in Lüneburg argumentiert

… mit Jochen Stay von .ausgestrahlt über die Atompolitik nach der Bundestagswahl gesprochen

637 Unterschriften für Ökostrom an der Uni Lüneburg gesammelt und diese dem Präsidenten übergeben

… bei der Großdemo im September in Berlin für den Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert

… zu Ostern auf das Problem Käfighaltung hingewiesen

… die DirektkandidatInnen aus dem Wahlkreis Lüneburg-Lüchow-Dannenberg zur Bundestagswahl nach ihren Vorhaben gefragt.

… uns im Rahmen der Bildungsstreikwelle kritisch mit den Folgen des Bologna-Prozesses in der deutschen Hochschullandschaft auseinandergesetzt und dazu eine Stellungnahme verfasst

Es gibt noch viel mehr zu tun. Studis an der Uni für grüne Themen begeistern, die Mensa dazu drängen keine gefährdete Fischarten anzubieten. Den Datenschutz an unserer Uni kritisch unter die Lupe zu nehmen. Politik in Lüneburg kritisch begleiten. Für den Atomausstieg mobilisieren. Für das Studierendenparlament kandidieren. Was fällt euch noch ein?

Wir brauchen Nachwuchs!

Einige von uns sind am Ende ihres Studiums angelangt und jetzt seid ihr gefragt. Wie wollen wir die Hochschule gestalten? Kommt zu unserem nächsten Treffen am 1. März, 18 Uhr ins PONS am Stint und macht mit!
Per Mail erreicht ihr uns über campus.gruen @ uni-lueneburg.de. „Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben“, hat Heinrich Böll gesagt. Recht hatte er.


17/02 2010

Nicht jetzt! Nicht hier! Nicht wir!

Beitrag von: Matthias Schröter | gespeichert unter Klima, Politik in Lüneburg | 1 Kommentar

zu “Regeln für die ganze Innenstadt”, LZ vom 10.02.10

Nach der geplanten neuen Gestaltungssatzung für die Innenstadt Lüneburgs sollen Solaranlagen nur in Ausnahmefällen auf Nebengebäuden zugelassen werden. Als Begründung führt Stadtbaurätin Gundermann an, man könne ja alternativ in Bürgersolaranlagen investieren (die sich offenbar außerhalb der Innenstadt befinden sollen). Eine solche Argumentation greift allerdings zu kurz. Denn solarthermische Anlagen, mit denen man Warmwasser zum Waschen und zur Unterstützung der Heizung gewinnt, können sinnvoll nur da eingesetzt werden, wo die Wärme gebraucht wird, also vor Ort. Schon mittelgroße Solaranlagen können bis zu einem Viertel der Wärme für Heizung und Warmwasser bereitstellen. In Deutschland werden nach Angaben der Agentur für erneuerbare Energien aber bisher lediglich 7,4% der benötigten Wärme aus regenerativen Quellen gewonnen.

Wir befinden uns hier scheinbar in einem Dilemma zwischen Denkmalschutz und Klimaschutz. Die historische Bausubstanz in der Lüneburger Innenstadt ist sehens- und erhaltenswert. Die Frage ist aber, ob wir wirklich etwas einbüßen, wenn dunkelblaue Solaranlagen auf roten Ziegeldächern angebracht werden. Viele Lüneburger Häuser haben ihre Dachflächen nicht zur Straßenseite, also nicht zur Hauptansichtsfläche hin. Solaranlagen dürften daher nur von der Höhe aus vollständig sichtbar sein. Selbst dann trüben sie meiner Meinung nach nicht das Stadtbild – im Gegenteil: zukunftsfähige Energieversorgung und traditioneller Baustil können sich ergänzen, ihr Anblick durchaus erfreuen. Die zahlreichen Leuchtreklamen von Handels- oder Fastfoodketten, die in fast jeder deutschen Innenstadt zu finden sind, beeinträchtigen das Bild der Lüneburger Innenstadt weitaus gravierender und machen es auswechselbar.

Zugegeben, die mögliche Nutzung von Solarenergie in der Lüneburger Innenstadt trägt nur einen kleinen Teil zur Lösung des Klimaproblems bei. Das ist aber bei den meisten Klimaschutzmaßnahmen der Fall. Wenn wir beim Klimaschutz nach dem Motto verfahren: “Nicht jetzt! Nicht hier! Nicht wir!”, dann ist es schlecht bestellt um die Freiheit zukünftiger Generationen. An Althergebrachtem festzuhalten ist nicht immer zukunftsfähig.

Dieser Beitrag ist als Leserbrief in der LZ vom 15.02.10 erschienen.

Auf unserem Blog veröffentlichen wir verschiedene Arten von Beiträgen. Unter dem Autorennamen “campus.grün Lüneburg” werden Beiträge verfasst, die die Meinung der gesamten Gruppe widerspiegeln. Unter anderen AutorInnen-Namen werden Einzelbeiträge verfasst, die die Meinung der Autorin/des Autors wiedergeben. Dazu gehört dieser Beitrag.


9/02 2010

Grünes Licht am Horizont.

Beitrag von: campus.grün Lüneburg | gespeichert unter Allgemein, Anti-Atom, Klima, Nachhaltige Hochschule | 1 Kommentar

Bremen hat ihn. Marburg hat ihn. Cambridge hat ihn. Und in zwei Jahren hoffentlich auch die Uni Lüneburg – echten Ökostrom. Zumindest ist das von der Hochschulleitung geplant. Und ab heute hat das Präsidium dafür die Unterstützung von 637 UnterzeichnerInnen unserer Petition, überwiegend Lüneburger Studierenden. Im Oktober letzten Jahres hatten wir hier die Universitätsleitung in der Online-Petition „Eine nachhaltige Uni braucht nachhaltigen Strom“ aufgefordert, den Stromvertrag der Universität unter ökologischen Kriterien neu auszuschreiben und zu einem echten Ökostromanbieter zu wechseln. Die Unterschriften haben wir Uni-Präsident Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun heute überreicht.

Unsere Forderung

Wir verstehen die 637 Unterschriften als Unterstützung für die begonnene Transformation hin zu einer nachhaltigen Hochschule mit nachhaltigem Strom. Die hohe Resonanz zeigt, wie wichtig das Thema Ökostrom an unserer Uni ist, besonders auch unter den Studierenden.
Aus unserer Sicht sind bei der Ökostrom-Ausschreibung zwei Dinge besonders wichtig: Die Wahl muss auf echten Ökostrom fallen, bei dem ein festgeschriebener Teil des Strompreises in die Investition in neue Anlagen fließt. Etikettenschwindel, wie es beispielsweise bei RECS-zertifiziertem Strom der Fall ist, sollte ausgeschlossen werden. Und es muss sichergestellt sein, dass an der Uni dauerhaft Ökostrom bezogen wird.

Aktueller Stand

Sascha Spoun hat uns bei der Übergabe der Unterschriften signalisiert, dass die Uni einer Ausschreibung für Ökostrom positiv gegenüberstehe. Das Ziel klimaneutrale Hochschule solle nicht allein über Kompensationen, sondern vor allem durch Vermeidung von Treibhausgasen erreicht werden. Derzeit sei die Uni bis Ende 2011 an einen landesweiten Stromvertrag gebunden, der zentral ausgeschrieben wird. Er sehe zwei Möglichkeiten: Zum einen Einfluss darauf auszuüben, dass die landesweite Ausschreibung auf Ökostrom umgestellt werde, zum anderen, dass sich die Uni aus der zentralen Vergabe löse und selbst Ökostrom ausschreibe. Letztere Möglichkeit ist aus Sicht des Präsidenten die realistischere. Zur Zeit sei es aber noch nicht geklärt, ob das tatsächlich möglich ist.

Nun muss die Liebe nur noch den Verwaltungsweg gehen...
Nun muss die Liebe nur noch den Verwaltungsweg gehen…

Where do we go from here?

Aus unserer Sicht sollte die gesamte Hochschulgemeinschaft dabei einbezogen werden, das Ziel einer nachhaltigen Hochschule zu erreichen. Mögliche Mehrkosten für ökologisch verträglichen Strom müssen wir gemeinsam an anderer Stelle einsparen. Dabei sollten wir Studierende uns aktiv beteiligen und auch beteiligt werden.
Möglichkeiten wie jede und jeder Einzelne an der Uni Energie sparen kann, sollten noch offensiver beworben werden. Ideenwettbewerbe für ökologische Verbesserungsvorschläge sollten ausgeschrieben werden. Auch Energiesparwettbewerbe und –patenschaften können den Stromverbrauch senken. Ein anderer Ansatz wird beispielsweise an britischen Unis vorangetrieben: sogenannte „personal pledges“, also Selbstverpflichtungserklärungen, motivieren Studierende und Mitarbeitende für mehr Engagement in Sachen Energiesparen und Umweltschutz. „EcoRepresentatives“ heißen freiweillige bzw. bezahlte engagierte Studierende an zwei weiteren britischen Unis. Sie sind BotschafterInnen für nachhaltiges Verhalten an ihrer Uni. Ihre Aufgabe ist es, das Umweltmanagement zu unterstützen. Solche Ideen sollten auch für Lüneburg diskutiert werden. Ohne uns Studierende wird das Ziel einer nachhaltigen Hochschule nicht erreicht werden.

Hintergrund – Warum sollte unsere Uni Ökostrom beziehen?

Die Uni Lüneburg hat sich im Bereich nachhaltige Entwicklung einen Namen gemacht. Innerhalb der Hochschule tragen verschiedene Gruppen dazu bei, dass die Uni dem Ziel der nachhaltigen Hochschule näher kommt: Das Präsidium durch den angestoßenen Neuausrichtungsprozess, in dessen Rahmen das Nachhaltigkeits-Modul „Wissenschaft trägt Verantwortung“ eingeführt wurde, sowie durch die Stärkung der Nachhaltigkeit im Forschungsbereich.
Im Jahr 2004 wurde unsere Uni nach dem EMAS-Umweltmanagement zertifiziert – als erste Hochschule in Europa. Das Studentenwerk Braunschweig hat die Bio-Mensa eingerichtet, in dem täglich ein vegetarisches Bio-Bericht angeboten wird.
Last but not least: die Studierenden. Das Ökologie-Referat des AStA hat die Nachhaltigkeitsziele der Uni seit Beginn unterstützt – so half es beispielsweise aktiv bei der Einrichtung der Bio-Mensa, es führte eine Kampagne zur Benutzung von Recyclingpapier durch und veranstaltet Filme, Ausstellungen und Diskussionsrunden rund um das Thema Nachhaltige Entwicklung. Und nicht zu vergessen der Leitfaden „Uni, Nachhaltigkeit und du“, dessen zweite Auflage vom Präsidium finanziert wurde und der mittlerweile mit dazu beiträgt, dass die Uni Lüneburg als Pionier in Sachen Nachhaltigkeit bundesweit bekannt wird – mehrere Hochschulgruppen in anderen Städten (z.B. Marburg, Duisburg-Essen, Darmstadt) sind dabei den Leitfaden auf ihre Uni zu übertragen. Der Leitfaden leistet einen Beitrag dazu, dass durch die Sensibilisierung für Energiethemen die Energiekosten der Uni mittel- bis langfristig sinken werden.

Hinzu kommt, dass die Uni Lüneburg weltweit führend mit dem Ziel ist, bis 2012 klimaneutral zu arbeiten. Da ist es nur konsequent, durch den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien und durch Energiesparmaßnahmen einen Großteil der rund 1100 Tonnen CO2, die an der Uni jährlich anfallen, von vornherein zu vermeiden, anstatt sie nachträglich durch teure Zertifikate auszugleichen. Die Tatsache, dass die Uni noch immer Atom- und Kohlestrom von Eon-Avacon bezieht, ist mit dem Anspruch, eine nachhaltige Uni zu sein, nicht vereinbar.

Timo Eckhardt (Netzwerk Klimagerechte Hochschule) und Matthias Schröter (campus.grün Lüneburg)