26/06 2010

Exzellenz = Nachhaltigkeit – weit gefehlt! Besuch am KIT – ein Erfahrungsbericht

Beitrag von: Sebastian Heilmann | gespeichert unter Campustour, Hochschulpolitik, Nachhaltige Hochschule | Kommentieren

Ende Mai moderierte ich eine Veranstaltung zum Thema „Nachhaltige Hochschule“ an der Uni Lüneburg, im Rahmen der Campustour der Heinrich Böll Stiftung (HBS). Zu dieser waren u.a. zwei Mitglieder der Initiative „Greening the University“ (GtU) des Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) zu Besuch, die nach Lüneburg reisten aufgrund der am Tag drauf stattfindenden Tagung „Sustainable University“.

Nach der Veranstaltung kamen wir ins Gespräch über die Schwierigkeiten die unser jeweiliges Engagement für eine nachhaltige Hochschule begleiten. Ein paar Tage später erhielt ich dann eine Einladung eine ähnliche Veranstaltung in Karlsruhe zu moderieren. Nachdem mein Versuch scheiterte die Kolleg_innen zu überzeugen die Veranstaltung selbst zu moderieren, habe ich sie angenommen und mich auch über die Herausforderung gefreut. Schließlich handelt es sich beim KIT ja um „das“ Prestigeprojekt in Deutschland, was die Integration von Forschungsinstitut und Universität anbelangt.

Greening the University & Schule der Nachhaltigkeit – Zentren der Bestrebungen

Die Grüne Hochschulgruppe (GHG) Karlsruhe, personell sich stark überschneidend mit der Initiative GtU, richtete die Podiumsdiskussion (auch im Rahmen der Campustour) aus und organisierte zudem auch Veranstaltungen zu den Themenfeldern Leitbilder und Demokratie. Die mit etwa 50 Personen gut besuchte Veranstaltung am 09. Juni 2010 begann mit kurzen Präsentationen von GtU und der „Schule der Nachhaltigkeit“ (SdN). Bei der SdN handelt es sich um eine Gruppe von Lehrenden des KIT, die eine verstärkte Integration von Nachhaltigkeit in die Curricula am KIT anstreben. Angesiedelt am HoC (House of Competences), wo Veranstaltungen zur Kompetenzschulung gebündelt werden, ist langfristig eine Vernetzung aller Veranstaltungen mit Nachhaltigkeitsbezug angedacht. Die SdN verbindet ein klassisches kognitives/rationales (vgl. Achim Grunwald) Verständnis von Nachhaltigkeit mit einem emotionalen/personalen (vgl. Hans-Jörg Seng). Um diese Verbindung zu ermöglichen gilt es eine Kultur der Nachhaltigkeit zu schaffen und zu leben. Die Initiative GtU beschreibt eine „Vision eines nachhaltigen KIT“ in der ein zertifiziertes Umweltmanagement eingeführt wird, nachhaltiges Handeln in die Lehre integriert wird und eine Vernetzung von Forschung im Bereich Nachhaltigkeit stattfindet. Fundament soll dabei die Motivation der Mitglieder der Hochschule sein.

Podium

Podium “Der Karlsruher Weg zur nachhaltigen Hochschule”: Jürgen Becker, Peter Schneider, Sebastian Heilmann, Hans-Jörg Seng, Lena Keul (v.l.n.r.)

Nach dieser etwa halbstündigen Einführung wurde mir klar, dass ich mich an einer zentralen Stelle geirrt hatte. Ich ging in meiner Vorbereitung wie selbstverständlich davon aus, dass die Aktiven an einer technischen Hochschule natürlich auch und vor allem technokratische Argumente für die Nachhaltigwerdung ihrer Institution anbringen würden. Zentral wurden so in der Diskussion die Fragen wie Energie und Ressourcen sinnvoll eingespart werden können und auch eine Integration von nachhaltiger Entwicklung in die Lehre stattfinden kann.

Umweltmanagement, Excellenz und studentisches Engagement – verschiedene Wege zur nachhaltigen Hochschule

Das Podium war gut besetzt. Als Ersatz für den leider verhinderten Präsidenten Horst Hippler kam Jürgen Becker, Vizepräsident und zuständig für Lehre am KIT, der sagte, man könne ihn praktisch als „Double“ von Hippler ansehen, weshalb er auch hinter einem spannenden Zitat von Hippler stehe: „Mittelfristig legen wir es darauf an, mit der ETH Zürich auf gleicher Augenhöhe zu sein, langfristig mit dem Namensvetter MIT in den USA.“ Ein Zitat, welches mich motivierte ein T-Shirt der Elite-Uni zu tragen (ob zur Ironie, oder Unterstützung, blieb der interessierten Zuhörer_in überlassen). In der Diskussion betonte er stets die Notwendigkeit einer Wiederholung des Erfolgs bei der Excellenzinitiative. Er sagte weitergehende Unterstützung der Integration von Ideen einer nachhaltigen Entwicklung in Lehre und Forschung zu, insb. dann wenn Studierende direkt in interdisziplinäre Forschung eingebunden werden und sah auch, dass es unbedingt notwendig ist mehr sozialwissenschaftliche Forscher_innen an die Hochschule zu holen. Bei der Forderung der Einführung verweis er jedoch immer auf geringe Mittel im Haushalt, insb. bei der Forderung nach der Einführung einer Stabstelle „Sustainability“, die auch das einzuführende Umweltmanagement koordiniert. Jedoch musste er auch eingestehen, dass Hochschulen, die EMAS eingeführt haben, wie etwa Tübingen und Lüneburg auch viel Unterstützung erhielten und jetzt durchaus ein Argument mehr haben, dass die Landespolitik motiviert die Hochschulen besser zu fördern – ja, Nachhaltigkeit ist zum Standortfaktor geworden.

Prof. Dr. Jürgen Becker - Vizepräsident für Lehre am KIT & Befürworter einer EMAS-Einführung(?)

Prof. Dr. Jürgen Becker – Vizepräsident für Lehre am KIT & jetzt Befürworter einer EMAS-Einführung(?)

Unterstützung fanden diese Ideen z.B. von Lena Keul, die GtU Tübingen auf dem Podium vertrat. In Tübingen ist es durch eine bottom-up-Bewegung und Unterstützung durch das Umweltministerium gelungen ein EMAS einzuführen, sowie ein stetig wachsendes „Studium Oecologicum“, welches im General Studies Bereich angeboten wird und sich wachsender Beliebtheit erfreut. Sie weiß darauf hin, dass eine Vernetzung der Aktiven unbedingt notwendig ist, um mit einer möglichst großen Stimme zu sprechen. Auch Peter Schneider, ehemaliger Studierender der TU Karlsruhe, im Umweltministerium nun für die Unterstützung bei der Einführung von EMAS in Baden-Württemberg zuständig ist. Er lobte die Einführung von EMAS in Tübingen und bot auch eine Unterstützung in Karlsruhe an. Die HIS GmbH hat sich bspw. auf die Einführung von EMAS an Hochschulen spezialisiert. Das positive Image, welches sich durch ein Umweltmanagement schaffen lässt, kann durch die Partizipation von Studierenden institutionell verankert werden. An dieser Stelle ließ sich auch eine Verbindung zu den Ideen von Hans-Jörg Seng finden, der neben seiner Professur im Bereich Wasser und Gesellschaft auch Yoga-Lehrer ist. Die Vorstellung, dass auch und gerade eine Kultur der Nachhaltigkeit weit mehr zu erreichen vermag, als eine reine technokratische Betrachtung leitet sich aus seinem durch Yoga beeinflussten Verständnis ab. Er sieht einen inneren Auftrag zu Nachhaltigkeit, den es (wieder) zu finden gilt. Dies ist sicherlich die größte Herausforderung, gerade da innehalten und reflektieren nicht gerade den Status Quo in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, geschweige denn der Gesellschaft als Ganzem.

Prof. Dr. Hans-Jörg Seng - Begründer der \

Prof. Dr. Hans-Jörg Seng – Begründer der “Schule der Nachhaltigkeit” am KIT

Matthias Hettel, wissenschaftlicher Mitarbeiter merkte während der Diskussion im Plenum an, dass das KIT bisher fast kein Recyclingpapier verwende, was wundere, wo dieser Bereich sich doch schon seit Jahren aus „Öko-Ecke“ herausentwickelt hat und viele (Elite-)Hochschulen bereits zentral ausschließlich Recyclingpapier beschaffen.

anregende Fragen z.B. zum Einsatz von Recyclingpapier brachte das Plenum ein

anregende Fragen z.B. zum Einsatz von Recyclingpapier brachte das Plenum ein

Fazit wie immer: Es ist noch viel zu tun!

Zum Abschluss gab es Pflanzen für die Podiumsteilnehmer_innen aus einem Garten der Hochschule, sowie intensives Visitenkarten austauschen. Einen Startschuss für den angestrebten Entwicklungsprozess ist damit auf jeden Fall getan – nur wohin? Die Veranstaltung hat einiges offen gelegt. Zum einen bestehen am KIT noch fundamental unterschiedliche Verständnisse von Nachhaltigkeit. Herr Becker wechselte bspw. zwischen der umgangssprachlichen (wie bspw. „nachhaltige Entfernung von Kopfschuppen“) und der Variante, die sich konkret als (ökologisches) Gerechtigkeitsprinzip versteht. Es gilt hier also noch viel Basisarbeit zu leisten. Dies zeigt sich insb. darin, dass selbst die Einführung eines EMAS eine große Herausforderung darstellt – nur muss sie unbedingt genutzt werden, in der Phase der Umgestaltung des KIT. Was mich im Verlauf dann immer wieder faszinierte, war wie häufig mit der Entwicklung an der „Leuphana“ argumentiert wurde. Die Integration von Nachhaltigkeit in alle Studienfächer ist bundesweit tatsächlich ein Novum – und wird zugleich als anzustrebendes Ziel gesehen. So sehr ich die Entwicklungen meiner eigenen Hochschule zuweilen heftig kritisierte, so muss ich doch sehen, dass wir an vielen Punkten schon keilensteine weiter, als die exzellente Hochschule in Karlsruhe.

Schön fand ich auch einen Kommentar von Lena Keul zum Schluss, der die wirklichen Herausforderungen schön zusammenfasst: „Nicht Exzellenz ist Nachhaltigkeit – sondern Nachhaltigkeit ist Exzellenz.“

In diesem Sinne wünsche ich den Aktiven am KIT viel Erfolg und Durchhaltevermögen, während wir in Lüneburg eindeutig aufgefordert sind die nächsten Schritte zu gehen. EMAS haben wir, Integration in die Lehre auch. Jetzt gilt es dies alles qualitativ zu verbessern, sowie weiter Ideen zu sammeln wie sich die Lebenswelt Hochschule als Ganzes nachhaltig gestalten lässt.

Nehmen wir die Herausforderung an!

Alle Fotos in diesem Beitrag sind dankenswerterweise von Tim Schaffarzyk – GHG Karlsruhe bereitgestellt und unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

Creative Commons Lizenzvertrag


Auf unserem Blog veröffentlichen wir verschiedene Arten von Beiträgen. Unter dem Autorennamen “campus.grün Lüneburg” werden Beiträge verfasst, die die Meinung der gesamten Gruppe widerspiegeln. Unter anderen AutorInnen-Namen werden Einzelbeiträge verfasst, die die Meinung der Autorin/des Autors wiedergeben. Dazu gehört dieser Beitrag.


27/05 2010

Produktive Spannung.

Beitrag von: Matthias Schröter | gespeichert unter Campustour, Nachhaltige Hochschule | 2 Kommentare

Plenum
Etwa 40 Gäste haben am 20. Mai gemeinsam mit uns über die Lebenswelt Leuphana, die nachhaltige Hochschule, diskutiert. Die Veranstaltung wurde unterstützt von der Stiftung Leben & Umwelt (Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen).

Adomßent und Schneidewind
Eingeladen waren Dr. Maik Adomßent, Wissenschaftler am INFU, und Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts. Schneidewind lobte die “produktive Spannung” in Lüneburg – hier werde aktiv sowohl von Seiten der Hochschulleitung als auch von Studierenden und Lehrenden das Thema Nachhaltigkeit aktiv vorangebracht. Kritisch andiskutiert wurde auch, ob das Konzept “nachhaltige Entwicklung” in seiner Idee verraten werde, wenn man es im Wettstreit um Profilbildung instrumentalisiert. Adomßent hob unter anderem hervor, dass die Einrichtung des Moduls “Wissenschaft trägt Verantwortung” im ersten Semester auch zum Ziel habe, dass bei den Studierenden für das weitere Studium “eine ethische Denkschleife für den Nachhaltigkeitsgedanken” verankert werde.

Assoziationen
Dass Nachhaltigkeit verschiedene Assoziationen weckt, wurde bei der Ideensammlung zur nachhaltigen Hochschule deutlich. Von Ökostrom über Machtfragen (studentischer Vize-Präsident?), offenen Zugang zur Hochschule, mehr Zeit für Engagement bis hin zu einem werbefreien Campus und der Förderung studentischer Forschung waren viele Ideen vertreten. Diese Vorschläge werden wir nun diskutieren und in unser Papier “Auf dem Weg zur nachhaltigen Hochschule” einfließen lassen.

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung findet ihr hier.


26/05 2010

LZ-Bericht über Diskussion zur nachhaltigen Hochschule.

Beitrag von: campus.grün Lüneburg | gespeichert unter Campustour, Nachhaltige Hochschule | 1 Kommentar

LZ vom 26.05.10
LZ-Bericht vom 26.05.10


25/05 2010

Video zur Diskussion nachhaltige Hochschule

Beitrag von: campus.grün Lüneburg | gespeichert unter Campustour, Nachhaltige Hochschule | Kommentieren

Unter folgendem Link könnt ihr die Diskussion über die nachhaltige Hochschule vom vergangenen Donnerstag noch einmal anschauen. Bericht und Bilder folgen.

Video Lebenswelt Leuphana


6/05 2010

“Lebenswelt Leuphana” = “Nachhaltigkeit”? Nicht schon wieder!

Beitrag von: campus.grün Lüneburg | gespeichert unter Bildung, Campustour, Nachhaltige Hochschule, Termine | 1 Kommentar

Liebe Kommiliton_innen,

einige von euch mögen von dem Begriff genervt sein, andere sind von seiner Beliebigkeit auch begeistert.

Wir finden ihn gut und wollen ihn mit Leben füllen. Wie es sich gehört sollte jede Diskussion über Nachhaltigkeit von der eigenen Haustür beginnen – also dort, wo wir uns am meisten aufhalten, mitten in unserer “Lebenswelt Leuphana“ und stellen uns daher die Frage: “Wie gestalten wir unsere nachhaltige Hochschule?”

Unterstützen wird uns dabei am Donnerstag, 20. Mai 2010, ab 19.30 Uhr in Hörsaal 4 auf dem Campus Scharnhorststraße Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts und Autor des Buches „Nachhaltige Wissenschaft“. Er plädiert für einen Klimawandel im deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystem und meint: Hochschulen sollen mehr Mut und Fantasie wagen. Über seine Ideen, aber auch die Initiativen an der Universität Lüneburg diskutieren zunächst auf dem Podium:

  • Dr. Maik Adomßent, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Umweltkommunikation (INFU)
  • campus.grün-Mitglied, Studierende_r an der Universität Lüneburg

Eine Einführung gibt Anna Saave (Sprecherin campus.grün Lüneburg) und moderiert wird die Veranstaltung von Sebastian Heilmann (Ex-AStA-Sprecher, Gründungsmitglied campus.grün Lüneburg).

Wir wollen uns fragen:

  • Wie lässt sich Nachhaltigkeit durch die Studierenden gestalten?
  • Wo bleibt Freiraum für Engagement und Partizipation?
  • Was soll ein Leitbild?
  • Fertig mit Leuphana-Bachelor? Deine Meinung?
  • „Nachhaltige Universität“? Wo gibt’s das?
  • Für einen Tag Uni-Präsident, was würdest du sofort ändern?
  • Engagement ohne CPs? Ohne mich!?
  • Wie „sustainable“ ist unsere Uni wirklich?
  • Partizipation bei Leistungsdruck und Zeitmangel? Geht das?
  • „Nachhaltigkeit“? Da gibts doch was von ratiopharm!

Kennst du diese Fragen? Hast du noch andere?
Dann komm zu unserer offenen Diskussion – und bring’ drei Freunde mit! (Falls du uns Fragen schon im Vorfeld zukommen lassen möchtest, freuen wir uns natürlich auch!)

Nach einer einführenden Runde bekommen die Zuhörer_innen die Gelegenheit den studentischen Platz einzunehmen und sich am Gespräch zu beteiligen. Wir freuen uns auf einen kritischen Dialog von Studierenden, Wissenschaftler_innen, Mitarbeiter_innen der Uni, sowie weiteren Interessierten!

Veranstaltetende sind campus.grün Lüneburg – die grüne Hochschulegruppe der Uni Lüneburg und die Stiftung Leben & Umwelt | Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen im Rahmen der Campustour 2010 „Wissen was wirkt“.

Weitere Infos erhaltet ihr auf der Campustour Homepage www.boell.de/campustour und auf dem Blog von Uwe Schneidewind nachhaltigewissenschaft.blog.de und auch auf dem Nachhaltigkeitsportal der Uni www.leuphana.de/nachhaltig


26/04 2010

neue ideen – starke hochschulen …

Beitrag von: Sebastian Heilmann | gespeichert unter Bildung, Campustour, Nachhaltige Hochschule | 1 Kommentar

… die Campustour “Wissen was wirkt” kommt nach Lüneburg, am 20.5. Wieso, weshalb, warum? Das kommt später – Termin vormerken – wird gut!


Auf unserem Blog veröffentlichen wir verschiedene Arten von Beiträgen. Unter dem Autorennamen “campus.grün Lüneburg” werden Beiträge verfasst, die die Meinung der gesamten Gruppe widerspiegeln. Unter anderen AutorInnen-Namen werden Einzelbeiträge verfasst, die die Meinung der Autorin/des Autors wiedergeben. Dazu gehört dieser Beitrag.


21/02 2010

Campus Tour 2010 – Mitmachen erwünscht!

Beitrag von: Sebastian Heilmann | gespeichert unter Bildung, Campustour, Nachhaltige Hochschule | 1 Kommentar

Das Leben und Lernen an den bundesdeutschen Hochschulen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Verschulte Lernprozesse mit hohen zeitlichen Anforderungen und enger
fachlicher Orientierung stellen hohe Leistungsansprüche sowohl an Studierende wie auch an Lehrkräfte. Selbstorganisiertes Lernen und Freiräume für Experimente gehören der Vergangenheit
an. Ein enger Stundenplan grenzt darüber hinaus auch den Raum für politisches Interesse und gesellschaftliches Engagement sowohl innerhalb wie außerhalb der Hochschule erheblich ein.
Die Strukturen an den Unis und Fachhochschulen verfestigen sich immer weiter. Studierende bangen um ihre Zukunftsperspektiven, weil sie nicht das lernen, was sie im Anschluss an das Studium brauchen. Hochschulen hinken möglicherweise hinter einer gesellschaftlichen Entwicklung hinterher, die sich längst mit anderen existenziellen Fragen beschäftigen muss.
Klimakrise, Weltwirtschaft, Nachhaltigkeit und Demografischer Wandel, Geschlechtergerechtigkeit und Wertediskussion, was bedeutet dies alles für das Selbstverständnis von Hochschulen, die Zukunft von Gesellschaft und Lehre sowie die Weichenstellung durch die Politik?

Das alles könnten Themen sein, mit denen wir uns bei der „Campus Tour 2010 – Wissen, was wirkt!“ beschäftigen. die Heinrich-Böll-Stiftung wird, in Kooperation mit den grün-alternativen Hochschulgruppen zum zweiten Mal eine solche Tour quer durch die Republik durchführen und zwar unter dem Rahmenthema “Neue Leitbilder für Hochschulen“. (vgl. letztjährige Tour: www.boell.de/campustour)

Johanna, Anna und ich finden diese Idee ganz spannend und laden euch alle herzlich dazu ein mit uns darüber zu diskutieren, welche Hochschule wir wollen/brauchen? Wir wollen eine kleine Veranstaltungsreihe mit euch machen, in der es möglich sein wird abseits des täglichen Studienstresses darüber nachzudenken und Ideen zu sammeln, wie wir Studierende uns eine gute Hochschule vorstellen und was sich, um dies zu ermöglichen, alles ändern müsste, insb. an unserer Uni natürlich. Eine erste Ideensammlung stellen wir euch hier als PDF zur Verfügung stellen.

Treffen: Montag, den 22.02.2010 um 19 Uhr im 1. OG des Gebäude 9 auf dem Campus und freuen uns auf viele neue und bekannte Gesichter!

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