Auf zum „Big Jump“ – auf die große Bedeutung intakter Gewässer für Mensch und Natur macht am kommenden Sonntag, den 11. Juli 2010 zum wiederholten Male der Ilmenau-Flussbadetag aufmerksam!

Bei sommerlichen Temperaturen ein besonderes Vergnügen: Der Sprung ins kühle Nass steht symbolisch für die enorme Bedeutung intakter Gewässer für Mensch und Natur!
Derzeit finden wir uns als hochschulpolitische Gruppe durch unseren aktiven Auseinandersetzungsprozess mit der Ausgestaltung einer nachhaltigen Universitätskultur gleichzeitig in dem Diskurs um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen wieder und damit auch in der Diskussion über eine nachhaltige Entwicklung vor der eigenen Haustür – dem Einzugsgebiet der Ilmenau!
Ganz aktuell unterstreichen das von der UNO proklamierte „Internationale Jahr der biologischen Vielfalt“ und die noch bis zum Jahre 2015 andauernde „Dekade des Wassers“ die Bedeutung der Erreichung eines guten ökologischen Zustandes unserer Küstengewässer, Seen und Flüsse im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie. So hat im Januar dieses Jahres die Umsetzungsphase des ersten Bewirtschaftungszyklus begonnen.
Als artenreichste Naturräume „leiden“ unsere Fließgewässer noch immer unter vorhandenen naturfernen Strukturen (Wehre, Begradigungen und Befestigungen), erhöhten Sand- und Stoffeinträgen durch eine intensive Landnutzung und die Einfuhr gebietsfremder Arten – hinzu kommen die noch nicht abschätzbaren Folgen durch den globalen Klimawandel! Das Bundesamt für Naturschutz kommt in seinem erstmals 2009 veröffentlichten Auenzustandsbericht zu dem Schluss, dass bereits zwei Drittel unserer Flussauen als Biodiversitäts-Hotspots durch die intensive Flächennutzung zerstört sind.
Und wie sieht es in der Ilmenau aus?
Zum einen fehlen einst heimische Arten wie Flussperlmuschel, Lachs, Meerforelle und Stint, viele Zuckmückenlarven zeigen ab Lüneburg eine zunehmende Gewässerbelastung an (Güteklasse II bis III)und die Umweltqualitätsziele für zwei Stoffe aus der Gruppe der Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) werden aktuell nicht eingehalten.
Dem Potenzial einer Umsetzung von Förderprogrammen stehen Probleme hinsichtlich der Finanzierung des Eigenanteils, einer fehlenden Akzeptanz und einem Datenmangel zu der aktuellen Gewässerbelastung gegenüber.
Auf der anderen Seite zeigen aktuelle Bestandserhebungen (zuletzt 2009), dass die FFH- und Rote Liste-Art Bachmuschel (Unio crassus/ Rückgang auf ein Zehntel des Bestandes in Mitteleuropa) zwischen Lüneburg und Bienenbüttel die mit Abstand höchste Populationsgröße in Niedersachsen aufweist – dies stellt eine besonders große Verantwortung dar, verbliebene Siedlungsareale wirksam vor Übersandung zu schützen!
Hierüber und über viele weitere Fragen können alle Flussschwimmer, Naturbegeisterte und solche, die es noch werden wollen am Sonntag, den 11. Juli 2010 anlässlich des internationalen Flussbadetages des European Rivers Networks ab 11 Uhr auf dem Gelände des Campingplatzes Melbeck mit dem Projektbüro „Lebendige Ilmenau“, örtlichen Umweltverbänden und Vereinen ins Gespräch kommen.
An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich auf die sich einer zunehmenden Beliebtheit erfreuende Veranstaltung hinweisen unter dem Zeichen eines offenen Forums für einen umfassenden Ideen- und Informationsaustausch sowie auf das bunte Aktionsprogramm für Kinder, Musik und die kulinarischen Köstlichkeiten vor Ort.
Weitere Informationen lassen sich unter den folgenden URLs finden: www.lebendige-ilmenau.de und www.campingplatz-melbeck.de




